Als es in einem Drittliga-Spiel zehn Tore und vier Elfmeter gab

Mindestens bis Ende April ruht in der 3. Liga aufgrund der Coronakrise der Ball. Das gibt uns die Möglichkeit, auf historische Ereignisse in der 3. Liga zurückzuschauen. Heute: ein völlig verrücktes Spiel mit vier Elfmetern und zehn Toren.

Keine Partie mit mehr Toren

Seit 1998 ist er Schiedsrichter, seit 2015 pfeift er Bundesliga und letztes Jahr debütierte er in der Champions League: Daniel Siebert ist mit 35 Jahren bereits einer der erfahrensten Unparteiischen in Deutschland. Seit der Gründung der 3. Liga in der Saison 2008/09 ist der gebürtige Berliner schon dabei, pfiff bis heute 52 Drittliga-Partien und gab gleich 25 Elfmeter. Allein vier davon in einer ganz besonderen Partie, die Siebert bis heute nicht vergessen haben dürfte: Das 5:5-Unentschieden zwischen Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf.

Bis heute ist das Spiel vom 10. Mai 2009 eine der legendärsten Partien der Drittliga-Geschichte – schließlich fielen noch in keinem anderem Spiel zehn Tore. Dabei fing alles ganz harmlos an: Schon in der ersten Spielminute traf Smail Morabit zur Führung für die Braunschweiger, die aber in der 10. Spielminute ausgeglichen wurde – von Marco Christ per Elfmeter. Der junge Nico Lauenstein im Kasten der Braunschweiger war machtlos.

BTSV im dritten Anlauf

Zwei Zeigerumdrehungen darauf drehte Düsseldorf die Partie über Ranisav Jovanovic, danach wurde es kurios: In der 22. und 42. Spielminute entschied Schiedsrichter Siebert jeweils auf Strafstoß für die Braunschweiger, doch beide Male blieb Fortuna-Keeper Michael Melka gegen Deniz Dogan und Mirko Boland der Sieger und schickte den BTSV mit einem Rückstand in die Kabine. Doch als die Mannschaften wieder auf den Platz kamen, wurde es richtig verrückt.

Denn nur vier Minuten nach dem Seitenwechsel gab es den nächsten Elfmeter für Braunschweig, den Christian Lenze als dritter Schütze verwandelte. Die Braunschweiger und Düsseldorfer knallten sich daraufhin die Bälle um die Ohren und stellten schon nach rund einer Stunde auf 4:4. Das Spektakel schien sein Ende gefunden zu haben, doch in den Schlussminuten folgte erst die Pointe: Christ verwandelte zunächst einen Freistoß direkt (85.), woraufhin Fait-Florian Banser in der ersten Minute der Nachspielzeit zum 5:5-Endstand einnickte – Wahnsinn! Bis heute gab es in keinem Drittliga-Spiel mehr Elfmeter und Tore. Das torreichste Spiel dieser Saison ist bislang das 5:4 zwischen Unterhaching und Würzburg am 2. Spieltag.

   
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