Alles, was ihr zum 8. Spieltag wissen müsst

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Endlich geht’s weiter! Nach zwei langen Wochen ohne Drittliga-Fußball rollt der Zug weiter – schon am Freitagabend geht es mit einer hochspannenden Begegnung ins Wochenende. Es folgen einige bunte Duelle, dazu das eine oder andere Spitzenspiel. Dieser Spieltag kann sich sehen lassen!

Ausgangslage

Zwei Wochen lang hat sich die Tabelle kaum verändert, und vor allem Eintracht Braunschweig durfte mit seiner fast makellosen Bilanz die Pause auf dem ersten Tabellenplatz redlich genießen. Viele Schwächen zeigt der BTSV in dieser Saisonphase nicht, allerdings kommt mit Rostock eine Mannschaft im Aufwind an die Hamburger Straße! Dahinter duellieren sich mit Halle und Ingolstadt der Zweite und Dritte im direkten Duell, das Match zwischen Magdeburg und Duisburg rundet das Triple der namhaftesten Begegnungen ab.

Aber auch weiter unten in der Tabelle muss das Leben weitergehen. So etwa in Chemnitz, wo kurzerhand der Trainer zurücktrat: Aufstiegscoach David Bergner ging, der Nachfolger steht noch nicht fest. Carl Zeiss Jena vertraut dagegen weiter auf Lukas Kwasniok, reist zu 1860 München und muss früher oder später endlich dreifach punkten. Das gilt übrigens auch für den Siebzehnten Uerdingen, der sechs Drittliga-Spiele in Folge nicht gewonnen hat. Für die Krefelder geht’s am Samstag nach Zwickau.

 

Was sonst passiert ist

Duisburg und Meppen hinken noch einen Spieltag hinterher, weil eine unsichere Stelle in der Dachkonstruktion des MSV-Stadions die Austragung unmöglich machte. Nun wurden die potenziell gefährlichen Lichtstegplatten entfernt – das kommende Heimspiel gegen 1860 München (9. Spieltag) kann also stattfinden.

Zudem werden die Übertragungen der 3. Liga wieder ein wenig professioneller: Anbieter Magenta Sport, das seit dieser Saison eine Konferenz zeitgleicher Spiele anbietet, ergänzt nun auch die Komplett-Übertragungen einzelner Spiele um einen ein- und ausschaltbaren Konferenz-Alarm auf anderen Plätzen – so muss kein Fußballfan mehr ein wichtiges Ereignis verpassen.

 

Vier Spiele im Fokus

Krämer verspricht Begeisterndes: 1. FC Magdeburg gegen den MSV Duisburg

Bislang begeisterte der MSV öfter als der FCM in dieser Spielzeit – genau genommen war es nur ein Spiel, in dem Magdeburg seine Fans so richtig verwöhnte. Das 5:1 gegen 1860 München ist noch nicht zu lange her, wurde aber durch das wiederum ernüchternde 1:1-Remis beim abgeschlagenen FC Carl Zeiss Jena wieder relativiert. Obgleich der Achte von der Elbe und der Siebte vom Rhein Tabellennachbarn sind, steht daher gefühlt einiges zwischen den Klubs. Zumal diese auch noch zwei Punkte sowie ein Nachholspiel für die Zebras trennen. Während die Gastgeber um den bislang verletzten Ex-Duisburger Dustin Bomheuer gewinnen sollten, um die Spitze nicht aus den Augen zu verlieren, ist auch der MSV nach der 3:4-Niederlage in Waldhof vor drei (!) Wochen – seitdem wurde wegen des Spielausfalls nicht mehr gekickt – wieder unter Zugzwang.

Vogel unter Druck: FSV Zwickau gegen den KFC Uerdingen

Auch wenn sich Investor Mikhail Ponomarev in letzter Zeit öffentlich sehr zurückhält, wirkt sein Gebaren der Vorsaison bei der Drittliga-Anhängerschaft noch nach. Viel Spott ist dem KFC Uerdingen daher begegnet, als er durch die 1:2-Niederlage im Landespokal bei Regionalligist Rot-Weiss Essen knapp, aber verdient die Segel streichen musste. Trainer Heiko Vogel spürt das Vertrauen der Mannschaft gleichwohl wie den Erwartungsdruck von Fans und Vorstand. Das Gefühl des Gewinnens ereilte Uerdingen zuletzt in der ersten Runde des Pokals gegen den SV Budberg, nun wird es in Zwickau höchste Zeit. Schon jetzt ist völlig offen, um welche Ziele diese Mannschaft in der aktuellen Saison spielen wird – es ist nicht undenkbar, dass es tatsächlich trotz des großen Etats gegen den Abstieg gehen wird.

Macht es wie 1997: SV Meppen gegen den 1. FC Kaiserslautern

Als sich der SVM und der FCK einst in der 2. Bundesliga begegneten, da ereignete sich das torreichste Spiel der Zweitliga-Historie: Kaiserslautern, damals bereits in die Bundesliga aufgestiegen und ein Jahr darauf sensationell als Aufsteiger Deutscher Meister, siegte über Meppen mit 7:6 – dreizehn Tore gab es im Unterhaus danach nie wieder. In Meppen erwartet auch vermeintliche Favoriten meist ein heißer Ritt, darauf wird sich der FCK im Emsland einstellen müssen – auch wenn das Duell im Vorjahr mit 1:0 für die Pfälzer endete. Während der Last-Minute-Transfer der Hausherren, Valdet Rama, sich beim 3:0 über Jena gleich prächtig einfügte, darf Lucas Röser als Sturm-Einkauf für Lautern auf sein Debüt hoffen.

Ein Kreislauf schließt sich: Eintracht Braunschweig gegen Hansa Rostock

Es war ein Heimsieg über Hansa Rostock, mit dem die grandiose Aufholjagd der Braunschweiger Löwen zu Beginn des Jahres ihren Anfang nahm. Der vorläufige Höhepunkt am Sonntagnachmittag ist, dass der BTSV der Kogge als souveräner Spitzenreiter begegnet. Doch Trainer Christian Flüthmann, der die Arbeit von André Schubert bislang beachtlich fortführt, wird vor Rostock gewarnt sein – die Leistungssteigerung der vergangenen Wochen ist bei Hansa klar erkennbar, das Selbstbewusstsein kehrt allmählich zurück und auch die Fans schauten nach dem hochverdienten 1:0-Sieg über Münster zuletzt wieder positiver drein. Gut möglich, dass die Kogge im Duell zweier außergewöhnlich stark besetzter Drittliga-Teams den Ersten ärgern wird!

 

Die potenzielle Überraschung

Carl Zeiss Jena bei 1860 München

Was für ein Wagnis, auf die noch sieglosen Jenaer in München zu setzen. Allerdings hat Lukas Kwasniok eine ähnliche Überraschung bereits in der Vorsaison geschafft – ein Doppelpack von Julian Günther-Schmidt besorgte damals weit in der zweiten Halbzeit den 3:1-Endstand, der Jena etwas Luft im Abstiegskampf verschaffte. Danach folgte wieder eine lange Sieglosphase…so weit aber denken die Thüringer noch nicht. Zudem wird bei den Löwen nach einem irritierenden Statement des Präsidiums in Richtung von Cheftrainer Daniel Bierofka munter diskutiert. Das sind Voraussetzungen, um selbst als abgeschlagener Letzter mal dreifach zu punkten. Oder?

 

   
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