Alles, was ihr zum 35. Spieltag wissen müsst

Seit dem vergangenen Wochenende steht fest: Der VfL Osnabrück steigt in die 2. Bundesliga auf. Das war es dann allerdings auch schon mit den Vorentscheidungen. Sowohl im Kampf um die verbleibenden Zweitliga-Tickets als auch in dem um den Klassenverbleib spitzte sich die Lage weiter zu. Gerade in den unteren Gefilden des Klassements ist es eng wie nie. Es bleiben vier Spieltage, die ein wahres Fotofinish versprechen – wir werfen einen Blick voraus auf die Nummer 35. 

Die Ausgangslage

Nein, eine Überraschung war es am Ende nicht mehr. Dennoch ist der Aufstieg des VfL Osnabrück äußerst bemerkenswert. In nur einem Jahr schaffte es Trainer Daniel Thioune mit seiner Mannschaft vom Abstiegssumpf der 3. Liga bis in die 2. Bundesliga. Dahinter scheint der Hallesche FC nun endgültig ernst zu machen: Die Saalestädter schickten 1860 München mit einer klaren Niederlage nach Hause und nutzten damit die Pleite des SV Wehen Wiesbaden bei Kellerkind Jena. Auf dem verbleibenden direkten Aufstiegsplatz dürfte sich somit auch der Karlsruher SC nicht mehr allzu sicher fühlen – trotz des Sieges über Meppen.

Der Aufstiegskampf verspricht also weiterhin Spannung, wird jedoch von der Situation im Tabellenkeller noch in den Schatten gestellt. Der Existenzkampf, so viel ist abzusehen, wird bis zum Abpfiff des 38. Spieltags eine Nervenprobe für alle Beteiligten darstellen: Sechs Mannschaften trennen derzeit lediglich drei Zähler sowie das Torverhältnis. Bis auf die abgeschlagenen Aalener punkteten zuletzt alle Teams unter dem Strich. Überhaupt scheint im Keller keinesfalls ein Schneckenrennen angesagt: Jena etwa ließ den Aufstiegsaspiranten aus Wiesbaden abblitzen, Cottbus erlegte die direkte Konkurrenz aus Lotte mit drei Fernschüssen. Schon abgeschlagen ist Schlusslicht VfR Aalen, das bereits bei einem Unentschieden gegen Uerdingen als erster Absteiger feststehen könnte.

 

Was sonst passiert ist

Noch mit den Nachwirkungen der Aufstiegsfeierlichkeiten in den Knochen musste sich der VfL Osnabrück am Mittwoch im Landespokal bei Viertligist Drochtersen/Assel geschlagen geben – genau wie übrigens schon im Vorjahr. Meppen gab sich gegen Havelse derweil keine Blöße und zog in das Finale ein. Schwerer tat sich Fortuna Köln. Die kriselnden Domstädter reagierten unter der Woche auf die sportliche Talfahrt und entließen Trainer Tomasz Kaczmarek, der das Amt erst im Oktober 2018 angetreten hatte. Unter Nachfolger Oliver Zapel lief im Mittelrhein-Pokal noch nicht alles rund. Die Fortunen brauchten die Verlängerung, um gegen Oberligist FC Wegberg-Beeck in das Finale einzuziehen.

"Bedingung oder Auflage?" lautete indes die Frage beim Karlsruher SC. Nach einigem Hin und Her lautete die Antwort: "Auflage!" Somit darf der KSC auch ohne Überdachung der Südtribüne in die 2. Bundesliga aufsteigen. Erst zum 1. September fordert die DFL von den Badenern eine Erfüllung der Lizenzvorschriften zur Komplettüberdachung.

 

Vier Spiele im Fokus

Kellerkind gegen Aufstiegsaspiranten: Großaspach gegen Halle

Der Hallesche FC ist fraglos die Mannschaft der Stunde in Liga 3: Die Ziegner-Elf gewann ihre letzten drei Partien in Serie und musste dabei nicht ein einziges Gegentor hinnehmen. So kommt es auch, dass der eine oder andere Pessimist eines Besseren belehrt wurde – denn nach dem 1:4 gegen die Konkurrenz aus Wiesbaden am 30. Spieltag hatten viele die Aufstiegsambitionen der Saalestädter bereits für beendet erklärt. Nun grüßt der HFC von Rang drei – einen Rang vor den Hessen. Auf die leichte Schulter sollten die Rot-Weißen die anstehende Partie in Großaspach trotzdem nicht nehmen. Immerhin geht es für die Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg um alles: Bei einer Niederlage droht der Absturz auf einen Abstiegsplatz.

Nutzt der KSC das Traditionsduell? 1860 München gegen den Karlsruher SC

Wir bemühen den Konjunktiv: Sollte der Karlsruher SC sein Auswärtsspiel beim TSV 1860 München gewinnen, während Halle und Wiesbaden patzen – der Aufstieg wäre zum Greifen nahe. In einem Duell, das an vergangene Bundesliga-Zeiten erinnert, bietet sich dem KSC demnach eine große Chance. Doch die Medaille hat wie so oft eine Kehrseite: Bei einer Pleite könnte auch der undankbare vierte Rang gefährlich näher rücken. Möglicherweise spielt den Badenern am Samstag die aktuelle Situation bei den Münchener Löwen in die Karten: Der TSV befindet sich mit 44 Zählern auf Rang 10, somit auf Distanz zu den Abstiegsplätzen. Auch die Personallage in Giesing sah bereits besser aus. Spannung verspricht das Traditionsduell dennoch.

Reißt der FCC den Gegner mit rein? Unterhaching gegen Jena

Zwar ist beim FC Carl Zeiss Jena schon seit Wochen ein zarter Aufwärtstrend zu erkennen, doch die Geschehnisse des Wochenendes sprengten alle Erwartungen: Die Thüringer besiegten den Aufstiegsaspiranten aus Wiesbaden und stellten direkten Kontakt zu den Nicht-Abstiegsrängen her. Auf diese möchte Jena möglichst schon am kommenden Sonntag springen. Die Hürde? Die SpVgg Unterhaching. Auch für das offensivstärkste Team der Hinrunde hat die Partie eine enorme Bedeutung. Verliert die Schromm-Elf, ist sie endgültig mittendrin im Abstiegskampf. Etwas Mut machte zuletzt das 1:1 in Köln: Es war der erste Treffer für die Mannschaft aus dem Münchener Süden nach acht torlosen Partien.

Schlägt der SVWW zurück? Wehen Wiesbaden gegen den 1. FC Kaiserslautern

Der Mannschaft des SV Wehen Wiesbaden um Trainer Rüdiger Rehm war durchaus bewusst, dass es schwer werden könnte. Doch so wirklich gerechnet hatte mit einer Niederlage beim Vorletzten aus Jena wohl keiner. Am Ende stand ein 1:3, Wiesbaden rutschte vom Relegationsrang. Ob der Ausrutscher nun für Verunsicherung sorgte oder gar noch stärker motiviert, wird sich am kommenden Montag zeigen: Dann empfangen die Hessen den 1. FC Kaiserslautern zum Abschluss des 35. Spieltags. Allerdings haben auch die Roten Teufel etwas gut zu machen: Beim 0:2 gegen Hansa Rostock präsentierte sich der FCK wahrlich nicht von seiner besten Seite.

 

Die mögliche Überraschung

Energie Cottbus empfängt den VfL Osnabrück

Der VfL Osnabrück ist in dieser Spielzeit alles andere als ein gern gesehener Gast: Zu dominant traten die Niedersachsen auf, zu selten sprang für deren Gegner etwas Zählbares heraus. Doch für den FC Energie Cottbus könnte die Situation kaum günstiger sein. Der VfL machte am vergangenen Wochenende den Aufstieg perfekt, die anschließenden Feierlichkeiten zogen sich über Tage – und waren auch beim Landespokal-Aus am Mittwochabend noch in den Knochen. Während also beim FC Energie nach dem 3:0-Erfolg in Lotte wieder begründete Hoffnung auf den Klassenerhalt herrscht, könnte es beim VfL zu einem Spannungsabfall kommen. Auf der anderen Seite könnte Osnabrück mit einem Sieg die Meisterschaft perfekt machen.

   
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