Alles, was ihr zum 3. Spieltag wissen müsst

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Von der Hitzewelle zum Drei-Tages-Rhythmus: Unsere Drittligisten müssen nur kurz nach dem Auftakt in die noch junge Saison bereits die ersten konditionellen Reserven auspacken. Das Zauberwort: Englische Woche! Für Auswärtsfahrer ein Graus, für Fußballverrückte vor dem Bildschirm ein Segen. Wir zeigen euch die spannendsten Duelle vom Dienstag und Mittwoch in unserer Vorschau.

Die Ausgangslage

Auf den ersten drei Plätzen befinden sich – und das ist in der 3. Liga fast schon überraschend – drei Mannschaften, denen eine solche Rolle im Vorfeld bereits zugetraut worden war. Ligaprimus ist Eintracht Braunschweig, das in puncto Willenskraft, aber auch Spielglück nahtlos an die Rückserie 2018/19 anzuknüpfen scheint. Auch Absteiger Ingolstadt, das gegen Duisburg endlich "eigene" Treffer erzielte, ist noch verlustpunktfrei. Überraschend stark wirken derweil der FSV Zwickau und Viktoria Köln, auch die Reserve des FC Bayern München deutete ihr großes Potenzial an.

Sehr enttäuschend war der Saisonstart derweil für Hansa Rostock und den 1. FC Magdeburg. Während Letztere ihrem neuen Trainer Stefan Krämer nach zwei mäßigen Leistungen aber durch die Bank noch Zeit einräumen, wird das Raunen an der Ostsee bereits größer. Auch Chemnitz hat sich als Aufsteiger in der neuen Spielklasse noch nicht akklimatisiert. Carl Zeiss Jena und Sonnenhof Großaspach schließlich droht nach zwei Pleiten aus zwei Spielen der klassische Fehlstart.

 

Was sonst los war

Eintracht Braunschweig hat einen weiteren alten Zopf abgeschnitten und den erfolglosen früheren Zugang vom SC Freiburg, Onur Bulut, zum türkischen Erstligisten Alanyaspor transferiert. Zudem lösten die Niedersachsen ihre Scouting-Abteilung auf – aus wirtschaftlichen Gründen.

Auf der Rückreise von der Auswärtsniederlage in Münster wurden derweil Fans von Carl Zeiss Jena am Samstagabend attackiert – die Täter sind noch unklar. Verdächtigt werden Sympathisanten des thüringischen Rivalen Rot-Weiß Erfurt, mittlerweile nur noch Regionalligist.

 

Vier Spiele im Fokus

Minimum gegen Maximum: Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Braunschweig

Im Vorjahr tütete Braunschweig seinen ersten und für lange Zeit einzigen Saisonsieg im Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena ein, jetzt haben sich die Vorzeichen umgekehrt: Der BTSV grüßt mit der Maximalausbeute von der Spitze, hatte beim 2:1-Erfolg über 1860 München aber keinen wirklich runden Auftritt gezeigt. Bei Jena dagegen steht die Null, dazu offenbarten sich in Münster zunächst Probleme mit der Chancenauswertung, dann allerdings ebenso Defensivschwächen. Wie viel Zeit benötigt die auf so vielen Positionen veränderte Elf von Lukas Kwasniok? Noch wäre der Fehlstart rasch zu beheben, allerdings schlägt die Stimmung allmählich um. Braunschweig dürfte im Gegensatz zu Carl Zeiss mit einem Zähler zufrieden sein – doch die Löwen haben Blut geleckt…

Angstgegner kommt ins Rheinland: KFC Uerdingen gegen SpVgg Unterhaching

Zwei schallende Ohrfeigen verpasste Unterhaching dem KFC Uerdingen in der Vorsaison: Zunächst gab es den Dämpfer am allerersten Spieltag für die Krefelder, ehe Haching mit einem satten 4:0-Erfolg kurz vor der Winterpause nachlegte. Heiko Vogel, der jetzige Trainer beim KFC, war zu dem Zeitpunkt noch lange nicht im Amt, doch er muss Lösungen präsentieren, damit Uerdingen kein weiteres Mal unter die Räder kommt. Die ersten beiden Spiele verliefen trotz wenigstens drei Zählern ernüchternd für die Mannen vom Niederrhein, denn sie waren zweimal recht deutlich unterlegen. Haching dagegen kommt mit maximalem Schub durch das 5:4-Spektakel gegen Würzburg, wird gewohnt unbequem zu bespielen sein. Die Spielvereinigung als Favorit? Von der Hand zu weisen ist das nicht.

Spitzenspiel am Betzenberg: 1. FC Kaiserslautern gegen den FC Ingolstadt

Für den Luxemburger Jeff Saibene ist es fast eine Reise in die Heimat, wenn er mit seinem FC Ingolstadt in die Pfalz zum 1. FC Kaiserslautern reist. Die Rahmenbedingungen dabei sind eines Zweitliga-Duells würdig: Rund 20.000 Zuschauer dürften mal wieder auf den Betzenberg strömen, zumal Lautern mit dem souveränen Sieg in Großaspach beste Eigenwerbung betrieben hat. Auch die stark besetzten Mannschaften lassen mehr als 3. Liga vermuten. Und die Platzierungen? Der Zweite aus Bayern kommt zum auf Rang 3 verankerten FCK – das ist ein Spitzenspiel. Allerdings begegnen sich die Teams, nimmt man die jüngsten Leistungen als Maßstab, wohl auf derart ähnlichem Niveau, das ein Remis zum wahrscheinlichen Szenario wird.

Aufsteiger unter Zugzwang: Chemnitzer FC gegen den SV Meppen

Es ist nicht überall eitel Sonnenschein in der 3. Liga. Anders vorgestellt hat sich die Rückkehr beispielsweise der Chemnitzer FC, der aus den beiden Partien gegen die Mitaufsteiger Mannheim und Köln nur einen Zähler geholt hat – und der war beim 1:1 gegen Waldhof sogar eher schmeichelhaft. Zweimal haben die Sachsen nun die erste Halbzeit völlig verpennt, eine weitere Niederlage gegen den ebenfalls mäßig gestarteten SV Meppen täte weh. Apropos Meppen: Den Emsländern fehlt als einzigem Klub zwar noch ein Erfolgserlebnis in Form eines Treffers, für die Moral aber war das 0:0-Remis in Mannheim trotz langer Unterzahl Gold wert. Die Devise in Niedersachsen: Geduld bewahren. Wer aber dieses Duell verliert, für den wächst der Druck vor dem kommenden Wochenende deutlich.

 

Wer überraschen könnte

Preußen Münster beim MSV Duisburg

Die einen liefern Spektakel, die anderen halten die Abwehr gut zusammen: Während der MSV Duisburg aus sechs eigenen Treffern nur drei Zähler erlöst hat, kommt Preußen Münster mit der Hälfte an Toren auf vier Punkte – weil sie erst einen Ball aus dem eigenen Netz holen mussten, die Zebras aber bereits derer vier. Eine Milchmädchenrechnung. Und deshalb setzt liga3-online.de in dieser Kategorie auf den SCP? Nein. Vielmehr hat Münster im Heimspiel gegen Jena holprig angefangen, sich aber stetig verbessert, mehrere Sommertransfers haben Eindruck erweckt und die große Schnelligkeit im Kader spricht für Potenzial im Konterspiel, das in der Fremde nicht schadet. Ob Duisburg, denen die Balance zwischen Offensive und Verteidigung noch hin und wieder fehlt, noch etwas Eingewöhnungszeit in der neuen Liga braucht, wird sich Mittwoch zeigen – wir trauen den westfälischen Gästen einen bis drei Punkte zu.

   

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