Alles, was ihr zum 29. Spieltag wissen müsst

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Spitzengruppe, was ist los? Osnabrück – remis. KSC – verloren. Halle – verloren. Der VfL lacht sich ins Fäustchen, will denn sonst niemand aufsteigen? Am 29. Spieltag muss eine Reaktion her. Im Keller wird das Tempo derweil höher, keiner will in die Viertklassigkeit. Hochspannung ist am 29. Spieltag garantiert!

Die Ausgangslage

Blicken wir doch heute zuerst auf den Abstiegskampf. Dort haben der FSV Zwickau und Energie Cottbus mit ihren Erfolgen für Bewegung gesorgt, Eintracht Braunschweig musste trotz des starken 0:0 bei langer Unterzahl in Kaiserslautern auf den 18. Platz zurück. Und selbst beim VfR Aalen, dem Letzten, brennt noch Licht – das 3:0 in Karlsruhe war schlichtweg beeindruckend. Aalen lebt! Umso wahrscheinlicher ist, dass tatsächlich 43 bis 45 Punkte für den Klassenerhalt gebraucht werden. Selbst langsam abrutschende Klubs wie Uerdingen, Haching und Münster haben den Ligaverbleib noch nicht in der Tasche.

An der Spitze freute sich Lila-Weiß unter der Woche: Ein 0:0 in Köln war genug, um den Vorsprung sogar noch auszubauen. Karlsruhe und Halle bekommen dagegen Druck aus Wiesbaden, wie im Vorjahr bahnt sich ein Vierkampf an. Und da KSC als auch HFC schweren Auswärtsaufgaben entgegenblicken, könnte sich die Situation weiter verengen…

Was sonst passiert ist

Einen traurigen Vorfall vermeldete der 1. FC Kaiserslautern am Rande des Heimspiels gegen Braunschweig: Ein Ordner war während des Spiels aufgrund plötzlicher gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus eingeliefert worden und dort verstorben.

 

Vier Spiele im Fokus

Krefelder Flutlicht-Fluch: KFC Uerdingen gegen Fortuna Köln

Links des Rheins gibt es zum Auftakt des 29. Spieltags ein Nachbarschaftsduell: Der KFC Uerdingen trifft auf Fortuna Köln. Waren die Klubs vor drei Monaten noch in völlig verschiedenen Regionen der Tabelle unterwegs, so beträgt der Abstand im März 2019 "nur" noch fünf Punkte – weil Uerdingen seit Jahresbeginn keinen Fuß mehr vor den anderen bekommt, und weil die Fortunen emsig für den Klassenerhalt punkten. Beim KFC, der seine merkwürdige Aufstiegssaison nun ohne größere Schaden zum Ende bringen muss, bahnt sich zudem ein Flutlicht-Fluch an: Freitagabend tritt Uerdingen zum fünften Mal in Serie abends an, zuletzt gab es ein Remis und anschließend drei Niederlagen in Folge. Trainer Norbert Meier, der noch immer sieglos ist, dürfte sich eine weitere Pleite eigentlich nicht erlauben.

Wiesbaden im Angriffsmodus: SV Wehen Wiesbaden gegen Preußen Münster

Während unter der Woche die besten drei Teams sieglos bleiben, Karlsruhe und Halle sogar überraschende Pleiten gegen Kellerkinder einstecken mussten, schaffte der SV Wehen Wiesbaden beim 3:2 in Großaspach trotz Eigentor und Unterzahl einen Big Point. Der dritte Rang und selbst ein direkter Aufstiegsplatz sind angesichts der noch ausstehenden direkten Duelle wieder in Reichweite – jetzt muss der SVWW nur noch durchstarten. Mit Preußen Münster kommt nun ein zuletzt schwächelnder Gegner, der zuletzt in neun von elf Spielen ohne eigenen Treffer blieb und nun sogar in die untere Tabellenhälfte gerutscht ist. Ein gefundenes Fressen für Wiesbaden?

Niedersachsen-Duell mit Revanchegelüsten: Eintracht Braunschweig gegen den SV Meppen

Einer der vielen Tiefpunkte im Jahr 2018 war für Eintracht Braunschweig zweifelsohne die 2:4-Niederlage in Meppen, die im Nachhinein schöner klingt, als sie angesichts des 0:4-Zwischenstandes tatsächlich war. Die Verhältnisse haben sich durchaus ein wenig verändert: Der SVM ist mittlerweile kein Abstiegskandidat mehr, auch der BTSV hat seine Ausgangslage verbessert. Das Problem sind die fehlenden Siege, einer war es nur noch aus den vergangenen fünf Partien, und aus der erhofften fixen Aufholjagd scheint eine eher zähe Nummer zu werden. Und dann kommt auch noch die Konkurrenz in Fahrt! Ja, die drei Punkte gegen die 2019 so starken Emsländer, sie sind eigentlich Pflicht.

Letzte Chance für den FCH: Hansa Rostock gegen den Halleschen FC

Groß war der Jubel über das glückliche 1:0 der Hansa-Kogge bei Preußen Münster – ja, und diese dreckigen Siege waren es auch, mit denen Jens Härtel in Magdeburg im vergangenen Jahr den Aufstieg schaffte. Trotz aller Schwierigkeiten hat Rostock am Montagabend die wohl letzte Chance vor Augen: Klappt der Sieg gegen den jetzigen Dritten aus Halle, wird der Rückstand auf den Relegationsplatz auf maximal sechs Punkte verkleinert, und das wäre in neun verbleibenden Spielen keine utopische Aufgabe mehr. Realistisch betrachtet wären die Hoffnungen angesichts eines Punkteschnitts von unter 1,5 und eines negativen Torverhältnisses ziemlich absurd. Aber hey, es ist die 3. Liga. In dieser Spielklasse ist wirklich alles möglich.

 

Die potenzielle Überraschung

Energie Cottbus gegen den Karlsruher SC

Wie Kai aus der Kiste hat sich Energie Cottbus im Kampf um den Drittliga-Verbleib zurückgemeldet: 3:0 über Münster, 3:2 in Halle – nicht nur moralisch sind die Kicker von Pele Wollitz jetzt obenauf. Sie haben auch angedeutet, durch ihre spielerische Klasse die 3. Liga halten zu können, und damit ein klares Zeichen an die direkte Konkurrenz ausgesendet. Jetzt kommt der Karlsruher SC ins Stadion der Freundschaft. Ein Aufstiegskandidat ohne echte Souveränität, der das schwer liegende 0:3 gegen Schlusslicht Aalen verdauen muss. Nutzt Energie die Fehler der Gegner ähnlich gnadenlos wie in den beiden vorherigen Spielen, ist mindestens ein wichtiger Punkt für den Klassenerhalt drin.

   
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