Alles, was ihr zum 25. Spieltag wissen müsst

Das zweite Saisondrittel neigt sich dem Ende zu, die heiße Phase beginnt allmählich. Wie viele Punkte brauchten die künftigen Aufsteiger, was wird zum Klassenerhalt genügen? An diesem Wochenende steht mehr als ein bedeutsames, richtungsweisendes Spiel für Auf- und Abstiegskandidaten an. Wir bewahren für Euch den Überblick und stimmen Euch auf Spieltag 25 ein.

Die Ausgangslage

Das Spitzenquartett hat eine schöpferische Pause eingelegt: Weder am 23. noch am 24. Spieltag gelang einem der heißesten Zweitliga-Kandidaten ein Sieg. Von einem Zwei-Punkte-Schnitt ist selbst der MSV Duisburg ein Stück entfernt, die Ausgeglichenheit der 3. Liga schlägt sich vor allem im oberen Drittel nieder. Eintracht Braunschweig hat mit dem 2:0-Erfolg über Kaiserslautern und aufgrund der diversen Patzer der Konkurrenz neue Hoffnung geschöpft, auch wenn der Sieg keiner reinen Machtdemonstration gleichkam und der BTSV die Lage weiter mit Vorsicht genießt. Dahinter lauert unter anderem der KFC Uerdingen – wer hätte das vor zwei Wochen gedacht?

Im Keller blicken alle Augen gebannt auf den Freitagabend: Viktoria Köln empfängt daheim Sonnenhof Großaspach und ist in dieser Begegnung Favorit. Ein Erfolg der Domstädter hätte massive Auswirkungen auf alle Klubs der unteren Tabellenhälfte bis zum Zwölften, dem Halleschen FC. Bei dem bekam Trainer Torsten Ziegner trotz des 1:6 beim FC Bayern II das Vertrauen ausgesprochen, ist aber in einer Lage angekommen, in dem ihm nur noch Siege helfen. Am Sonntag wartet das Heimspiel gegen Unterhaching.

 

Was sonst passiert ist

Die Suche nach einer Ausweichspielstätte gleicht für den TSV 1860 München, der in absehbarer Zeit das Stadion an der Grünwalder Straße umbauen möchte, weiterhin einer Odyssee. Unterhaching, der FC Ingolstadt und zuletzt auch der FC Augsburg sagten bereits ab – Sechzig muss sich weiterhin umschauen.

Ein weiterer Münchner Verein, der mit einer ähnlichen Problematik kämpft, ist Noch-Viertligist Türkgücü München. Für den wahrscheinlichen Aufstieg in die 3. Liga prüfte der türkische Verein vorab bereits einen Umzug, notfalls sogar in ein anderes Bundesland. Dies lehnte der DFB nun ab.

Beim SV Waldhof herrscht vor dem Spitzenspiel in Duisburg Unruhe. Kapitän Kevin Conrad beklagte im Hinblick auf stockende Vertragsgespräche zuletzt öffentlich fehlende Wertschätzung, was bei den Verantwortlichen auf deutliche Kritik stieß.

 

Vier Spiele im Fokus

Kellerkrimi unter Flutlicht: Viktoria Köln gegen Sonnenhof Großaspach

Das Zuschauerinteresse am Duell der beiden kleinsten Klubs dieser Liga dürfte überschaubar sein, doch am Freitag werden tausende Fans anderer Klubs ihre Augen auf diese beiden Vereine richten. Den geringeren "Schaden" anrichten kann im Abstiegskampf aktuell die SG Sonnenhof, zehn Punkte Abstand auf das rettende Ufer müssen zunächst verkürzt werden. Anders sieht es bei der Viktoria und Trainer Pavel Dotchev aus, die mit einem Heimerfolg zunächst an Chemnitz vorbei-, mit Magdeburg gleichziehen und selbst Kaiserslautern und den Halleschen FC mit in die undankbare Verlosung befördern könnte. Als wäre der Abstiegskampf nicht schon kribbelig genug…

Hansas nächste Chance: Hansa Rostock gegen den FC Ingolstadt

Eigentlich hat sich Hansa Rostock in dieser Spielzeit schon mindestens einmal zu oft den Weg Richtung Tabellenspitze selbst mit inkonstanten Leistungen zugemauert – am Samstag aber öffnet sich das nächste Tor: Der zuletzt schwächelnde FC Ingolstadt (zwei Niederlagen in Folge) gastiert im Ostseestadion, aktuell trennen beide Teams sechs Punkte. Weil parallel Duisburg Waldhof Mannheim empfängt, ist folgendes Szenario gar nicht unwahrscheinlich: Bei einem Heimerfolg der Kogge reduziert diese den Rückstand auf Platz 3, vielleicht sogar auf den direkten Aufstiegsrang auf drei Zähler. Wenn dann keine Euphorie entsteht, wann dann?

Prüfung für die Zebras: MSV Duisburg gegen Waldhof Mannheim

An der Wedau trifft am Samstag nicht nur der Erste auf den Vierten, sondern auch die beste Heim- auf die beste Auswärtsmannschaft. Seit Mai 2018, was für eine unbegreifliche Statistik, hat Waldhof Mannheim kein Auswärtsspiel mehr im Ligabetrieb verloren – das war kurz vor der gescheiterten Relegation gegen den KFC Uerdingen, falls sich noch jemand erinnert. Nun wackelt die Erfolgsgeschichte in der Fremde, denn die Zebras sind, wie es sich für einen Tabellenführer gehört, auch beste Heimmannschaft der 3. Liga. Zudem kehrt Moritz Stoppelkamp nach abgelaufener Sperre zurück. Bitter nötig nach der verdienten 0:1-Pleite in Zwickau, es war einer der schwächsten Saisonauftritte des MSV. Auch Mannheim bekleckerte sich beim 1:1 daheim gegen Schlusslicht Jena aber nicht mit Ruhm. Im Hinspiel gewann der Waldhof spektakulär mit 4:3.

Wollitz muss liefern: 1860 München gegen den 1. FC Magdeburg

Zwei Punkte aus vier Spielen, darunter drei Auftritte daheim: Die Auftaktbilanz von Claus-Dieter Wollitz beim 1. FC Magdeburg ist alles andere als optimal, Kritiker des FCM-Trainerwechsels im Winter dürfen sich vorerst bestätigt fühlen. Bevor das Programm im März so richtig knackig wird, muss Magdeburg nun rasch punkten: zunächst auswärts bei 1860, dann in jedem Fall daheim gegen Carl Zeiss Jena. Wie sehr die Elbestädter unter Siegesdruck stehen werden, zeigt das Köln-Spiel am Freitag. Klar ist: München besiegt kein Drittligist im Vorbeigehen, erst recht nicht an der Grünwalder Straße. Bislang schaffte dies in der laufenden Saison nur der KFC Uerdingen. Das Hinspiel glich dagegen einem Magdeburger Feiertag – Endstand damals: 5:1.

 

Die mögliche Überraschung

Zwickau in Kaiserslautern!

Die Tabellennachbarn kämpfen am Samstag auf dem Betzenberg darum, ihr Polster auf Rang 17 möglichst auszubauen – obgleich gerade Lautern mit anderen Zielen in die Rückrunde gegangen. Weil aber der FCK seine dominanten Auftritte gegen defensiv eingestellte Gegner nicht in Zählbares ummünzte und der FSV Zwickau kürzlich gegen Duisburg zeigte, dass er eine Spitzenmannschaft schlagen kann, stehen die Chancen der Westsachsen nicht schlecht, dies auch bei den Roten Teufeln zu schaffen – zumal das Publikum in sehnsüchtiger Erwartung des ersten 2020er-Sieges dort mit jedem Gegentor nervöser reagieren wird.

 
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