Alles, was ihr zum 12. Spieltag wissen müsst

Zwei Wochen Pause? Das fühlte sich ungewohnt und nicht gut an. Höchste Zeit, dass der Drittliga-Zug weiterrollt – bis in vier Wochen der nächste längere Zwischenstopp ansteht. Daran denken wir jetzt noch nicht. Zeit für den 12. Spieltag, und hier ist die Vorschau.

Die Ausgangslage

Vor uns stehen spannende Tage. An zwei Standorten hat es kräftig rumort, in Würzburg musste Trainer Torsten Ziegner gehen, in Duisburg wurde Pavel Dotchev von seinen Aufgaben entbunden. Während die Zebras interimsweise von Nachwuchschef Uwe Schubert übernommen werden und noch einen neuen Coach suchen, ist das Glück von Zweitliga-Absteiger Würzburg ab sofort in den Händen von Danny Schwarz – er muss primär das Abrutschen in die Regionalliga Bayern verhindern. Und der Start hat es gleich in sich: Auswärts bei Kellernachbar Viktoria Köln steht der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze auf dem Spiel. Nicht groß anders sieht es bei Zwickau gegen Duisburg aus, zwischen denen sich zwar geografisch etliche Kilometer befinden, sportlich aber nur ein Hauch von drei Toren, die Platz 16 und den ersten Abstiegsrang 17 trennen.

Auch in der oberen Tabellenhälfte gibt es reizvolle Duelle. So die Spieltagseröffnung vom Vierten Viktoria Berlin und dem Siebten aus Osnabrück, deren Formkurve zuletzt abgesackt ist. Spitzenreiter 1. FC Magdeburg fährt zur unangenehmen Aufgabe nach Meppen und Eintracht Braunschweig begrüßt in einem Duell, das spielerisch durchaus hochwertig werden kann, die Reserve von Borussia Dortmund. Ein ausverkauftes Haus soll 1860 München schließlich zum ersehnten dritten Saisonsieg gegen Waldhof Mannheim tragen – Sascha Mölders und Co. trennt nur ein Punkt von der Abstiegszone. Ob gespielt werden kann, ist aber noch fraglich: Etliche SVW-Profis sind derzeit in Corona-Quarantäne.

 

Vier Spiele im Fokus

Die Eröffnung: Viktoria Berlin gegen den VfL Osnabrück

Gut, schwach, gut, schwach: Bislang ist die Saison des VfL Osnabrück ein einziges Hin und Her. Jetzt stehen die Lila-Weißen bei drei Pflichtspielniederlagen, darunter zuletzt das schmerzhafte Ausscheiden im Niedersachsenpokal, daheim gegen den SV Meppen. Ein Problem, das sich latent durch die Saison zieht und dort extrem deutlich wurde: Hektische Abschlüsse und Unkonzentriertheiten kosten die Elf von Trainer Daniel Scherning viele Tore. Von denen erzielt Osnabrück bislang 1,27 pro Spiel, die Qualität in der Offensive ließe deutlich mehr zu. Bei Gegner Viktoria Berlin sind es genau zwei pro Partie, die Hauptstädter haben gemeinsam mit Magdeburg den ligaweit besten Angriff. Beim vergangenen Heimspiel, dem 3:4 gegen Havelse, half das wenig. Nur einer wird seine Mini-Krise stoppen und den Kontakt nach oben halten.

Sechs-Punkte-Spiel zum Schwarz-Debüt: Viktoria Köln gegen die Würzburger Kickers

"Es ist ein langer Weg", sagte Danny Schwarz bei seiner Vorstellung als neuer Trainer in Würzburg. Sein neuer Arbeitgeber ist Vorletzter, hat sieben Punkte aus elf Spielen geholt. Heißt: 38 müssen es bis zur "magischen" 45-Zähler-Marke in 27 Partien nun sein. Ein machbarer, aber herausfordernder Auftrag, der mit einem Kellerduell startet: Viktoria Köln kommt trotz des mageren Starts mit etwas Selbstvertrauen, gewann zuletzt mit 4:2 gegen Würzburg und klaute Mitfavorit Wehen Wiesbaden beim 1:1-Remis in Unterzahl zwei Zähler. Verteidiger Moritz Fritz fehlt nun gesperrt, die manches Mal wacklige Hintermannschaft wird Olaf Janßen also umbauen müssen. Gegen die mickrige Fünf-Tore-Offensive der Würzburger kann er es sich vielleicht sogar erlauben – oder wird unter Schwarz alles besser?

Hält die Serie des FCK? 1. FC Kaiserslautern gegen den SC Freiburg II

Der 1. FC Kaiserslautern wäre nicht er selbst, würde er in einem zweifellosen Aufwärtstrend nicht mindestens einmal völlig unnötig die Notbremse ziehen. Das 6:0 auswärts beim völlig chancenlosen TSV Havelse war noch gar nicht ganz ausgekostet, da gab es vier Tage später bei Fünftligist Mechtersheim die Strafe – ein 1:2 und das Aus im Landespokal, wertvolle Mehreinnahmen im DFB-Pokal können nur noch über die Top 4 im Ligaklassement erreicht werden. Das Team der Stunde ist mehr als gewarnt, dass eine lasche Einstellung selbst gegen Amateursportler bestraft wird. Freiburgs Zweite ist ein anderes Kaliber, wenn auch ein Abstiegskandidat. Vor ziemlich genau zehn Jahren spielte der FCK übrigens zuletzt gegen den SCF, damals natürlich gegen die Erste: Vor 41.000 Zuschauern siegte Lautern dank Itay Shechters Tor mit 1:0. Gute, alte Bundesliga-Zeit…

Schwere Zeiten für Zebras: FSV Zwickau gegen den MSV Duisburg

Schwäne gegen Zebras – in freier Natur wäre das ein merkwürdiger Kampf. Auch fußballerisch sind die Habitate eigentlich unterschiedliche: Zwickau kennt den Abstiegskampf, fühlt sich dort wohl und hat mit zuletzt zwei Auswärtssiegen sowie drei Zu-Null-Spielen die Kurve gekriegt. Der MSV Duisburg war in der 3. Liga immer ein Spitzenkandidat, was sich über die Jahre aber still und heimlich verändert hat. Nun steht er bei sieben Niederlagen, nur Havelse hat öfter verloren. Pavel Dotchevs letztes Spiel, das 0:1 daheim gegen Meppen, war ein erschreckendes. Zuletzt wurden dazu auf der Jahreshauptversammlung eindrückliche, von Corona-Verlusten geprägte Zahlen präsentiert. Was der Sturz in die Regionalliga bedeuten könnte, ist da nur zu vermuten. Etliche Widerstände müssen aus dem Weg geräumt werden, Favorit ist Duisburg in dieser Lage sicherlich nicht.

 

Die mögliche Überraschung:

SV Meppen gegen den 1. FC Magdeburg

Berührungspunkte zwischen Meppen und Magdeburg gibt es naturgemäß eher wenige. Da ist Steffen Puttkammer, von 2013 bis 2017 beim FCM und seitdem, wenn er nicht verletzt ist, fester Bestandteil der SVM-Defensive. Da sind acht Begegnungen, die die am Samstag als Gast auflaufenden Ostdeutschen mehrheitlich gewonnen haben – kurioserweise hat Magdeburg bislang jedes Auswärtsspiel an der Ems gewonnen, daheim aber noch nie. Ändern soll sich das mit dem bundesligaerfahrenen Stürmer Richard Sukuta-Pasu, den sich Meppen kürzlich geangelt hat. Dieser wuchtige Offensivtyp fehlt den Niedersachsen, seit Deniz Undav im Sommer 2020 nach Belgien wechselte. Spitzenreiter Magdeburg wird körperlich voll gefordert sein, ihn und die intensive Spielweise der zuletzt gut aufgelegten Meppener (1:0 in Duisburg, 3:2 in Osnabrück/Landespokal) zu stoppen.

 

   
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