Alles, was ihr zum 10. Spieltag wissen müsst

Raus auf den Platz! Die Pause ist vorbei, und acht Spieltage lang geht es in der 3. Liga nun bis zur langen Winterpause hin um die Positionskämpfe. Bleibt das Spitzenduo 1860 und Elversberg unangefochten, verlängert sich die Krise von Aue auch nach dem Beben in der Führungsetage? Diese und weitere Fragen wird das kommende Wochenende klären.

Die Ausgangslage

Auch eine Topmannschaft ist vor Ausrutschern nicht gefeit. Das zeigte das völlig überraschende Aus des Zweiten TSV 1860 München im Bayernpokal bei Viertligist Illertissen, vielleicht hatte Michael Köllner mit einer bunt durchmischten Aufstellung auch etwas zu viel riskiert. Problematisch wird das erst, wenn die Löwen nicht unter den Top 4 landen und damit neben dem Aufstieg auch die DFB-Pokal-Qualifikation herschenken würden. Gleiches gilt für den SV Waldhof, die Mannheimer unterlagen Regionalligist Walldorf und müssen ebenfalls eine starke Saison spielen, um den lukrativen Vereinspokal noch erreichen zu können. Fast utopisch wird das für den MSV Duisburg, der am Freitag bei Rot-Weiß Oberhausen verlor.

Ansonsten blieb die Länderspielphase erwartbar ruhig. Oben haben es sich Elversberg und 1860 mit jeweils fünf Punkten Abstand gemütlich gemacht, gerade vom saarländischen Spitzenreiter wird irgendwann eine Schwächephase erwartet – nur wann? Bislang machte die SVE keine Anstalten, sich zurückzulehnen. Nun wartet mit Verl einer der machbaren Gegner. Was auch für die Sechzger (zu Gast in Dortmund) gilt. In der Abstiegszone unternimmt Aue den nächsten Anlauf, einen negativen Durchmarsch abzuwenden. Und auch die SpVgg Bayreuth hat vor dem schwarz-gelben Duell "Klein gegen Groß" mit Dynamo Dresden einen gewissen Druck, mal wieder zu punkten…

 

Fünf Spiele im Fokus

Aues zehnter Anlauf: Erzgebirge Aue gegen den SV Meppen

Immer noch gibt es 29 Spiele – auf diese Aussage dürfen sich all jene verlassen, die ihren Zielen weit hinterherhinken. So etwa Erzgebirge Aue, für das ein Fünf-Punkte-Rückstand auf den rettenden 16. Platz in diesem Zeitraum ja durchaus aufholbar scheint. Dafür aber muss nach dem Aus von Trainer Timo Rost sowie der Rücktritte von Präsident Helge Leonhardt und Vize Michael Voigt ein Ruck durch den Klub gehen, allen voran durch die Mannschaft. Leichter macht es da nicht, dass die Fans weiterhin dem FCE ihren aktiven Support versagen, bis auf Weiteres müsse das Team in Vorleistung gehen, heißt es aus der Veilchen-Kurve.

Freitagabend wird es also eine stille Spieltagseröffnung gegen den SV Meppen geben, wo dann auch Matthias Heidrich als Sportchef gewissermaßen seinen Einstand gibt, während die Trainersuche noch nicht abgeschlossen ist. Meppen ist Elfter, hat noch kein Auswärtsspiel gewonnen. Kurzum: Gegen diese Kategorie Gegner sollte selbst ein Abstiegskandidat daheim regelmäßig gewinnen, sonst ist der Absturz kaum vermeidbar.

Bayreuth muss ankommen: SpVgg Bayreuth gegen Dynamo Dresden

In der bald 15-jährigen Drittliga-Historie haben wir Konstellationen wie diese schon so häufig erlebt. Hier der Aufsteiger, ein eher kleines Licht in der 3. Liga, der dazu noch mäßig gestartet ist. Dort der haushohe Favorit Dynamo, mit einem Vielfachen an Geld und Unterstützung ausgestattet und der sich anschickt, im beschaulichen Hans-Walter-Wild-Stadion mit 3.300 Fans die Stimmhoheit zu übernehmen. Doch wie gefestigt ist die SGD wirklich? Der Tabellenfünfte holte zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen, gerade offensiv entspricht die Leistung der Elf von Markus Anfang aber noch längst nicht der Qualität, mit der sie bestückt ist.

Bayreuth muss dahingehend viele Abstriche machen, vereint als Vorletzter derzeit die schlechteste Angriffsreihe als auch Defensive, gelb-gesperrt fehlt dazu Verteidiger Felix Weber. Die SpVgg holte nach dem peinlichen 0:6 daheim gegen Saarbrücken glücklich einen Punkt in Oldenburg, doch sie muss neue Leistungsmaxima finden. Andernfalls droht ein tristes Jahr.

MSV in Katerstimmung: MSV Duisburg gegen den Halleschen FC

Sein erstes Spiel beim Ex-Verein gewann Duisburgs Trainer Torsten Ziegner, ein 1:0 in Zwickau läutete die gute von zwei sehr wechselhaften Saisonphasen der Meidericher ein. Bevor nun der Hallesche FC wartet, den der 44-Jährige von 2018 bis 2020 betreute, sieht die Lage leicht anders aus: Vier Pflichtspiele haben die Zebras verloren. Und da die Gegnerstärke von 1860 über Dresden bis Verl hierbei kontinuierlich abnahm, ist spätestens nach dem Niederrheinpokal-Aus bei Viertligist Oberhausen mal wieder Alarmstimmung an der Wedau. Die Negativschlagzeilen über demolierte Toiletten von jenem Abend tun ihr Übriges.

Positiv ist: Sebastian Mai, ebenfalls ein Ex-Hallenser, kehrt nach Sperre zurück und wird im Abwehrzentrum auch dringend gebraucht, weil Marvin Senger nach Ampelkarte aussetzen muss. Moritz Stoppelkamp hat sich wohl nicht schlimmer verletzt, ihn kann der MSV auch schlicht nicht ersetzen. Und dann ist da noch der HFC: ein Zähler aus vier Auswärtsspielen, ein Team ohne die ganz großen Stars, das in der Offensive eher die Stärke und hinten eher die Schwäche besitzt. Dazu Tabellenplatz 16. Schon klar: Wer verliert, bei dem wird es brodeln.

Verfolgerduell im Saarland: 1. FC Saarbrücken gegen den SC Freiburg II

Dritter gegen Vierter, das klingt doch mehr als annehmbar. Und doch ist das Duell zwischen FCS und SCF etwas anders. Eben weil beide Beteiligten wissen, dass Freiburg in diesen Tabellengefilden nicht mehr als ein Dummy ist, sportlich völlig zurecht dort platziert, aber eben ohne Recht, in das Aufstiegsrennen eingreifen zu dürfen. De facto ist Saarbrücken derzeit Relegationsteilnehmer, dahinter lauern Dresden, Wiesbaden, Mannheim, Ingolstadt und wie sie alle heißen. Um diese Position zu wahren, gilt es aber einige Widerstände zu überbrücken.

Zunächst war da ja das 0:1 in Essen vor anderthalb Wochen, die erste Niederlage der Saison, logische Konsequenz einer offensiv nicht ausreichenden Leistung. Dann die Baustellen, die von Verletzungen aufgerissen werden: Rechtsverteidiger Dominik Ernst fehlt noch länger, ebenso Adriano Grimaldi im Sturm. Ernst-Ersatz Calogero Rizzuto wurde nun nachverpflichtet, könnte Samstag sein Debüt feiern.

Wann endet der SVW-Auswärtsfluch? VfL Osnabrück gegen Waldhof Mannheim

Fünf Heimspiele, 15 Punkte. Vier Auswärtsspiele, ein Punkt. Das ist die Bilanz des SV Waldhof in dieser Saison, und nein, so groß war das Leistungsgefälle mit der Ausnahme Meppen (2:6) eigentlich gar nicht. Doch daheim brachte Mannheim mit Glück und Geschick immer wieder knappe, teils späte Siege zustande, in der Fremde gelang zuletzt gar nichts. Nun gilt es für beide Teams zugleich, Zeichen zu setzen: Osnabrück kämpft bis zur Winterpause darum, den Anschluss nach oben wiederherzustellen, Christian Neidharts SVW ist schon mittendrin und hofft auf Aussetzer der Spitze.

Für den Waldhof spricht die Historie: Zehn Siege in 15 Begegnungen mit den Lila-Weißen sind eine Ansage. Gegen den Waldhof spricht das Pokal-Aus in Walldorf – natürlich auswärts – sowie der Kreuzbandriss von Marco Höger, dessen Erfahrung unersetzbar scheint. Fast alle Saisonspiele der beiden Kontrahenten verliefen ziemlich eng und umkämpft, das dürfte am Samstag abermals so sein.

   
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