Abschied im März: Ralf Minge verlässt den Halleschen FC

Nach etwas mehr als eineinhalb Jahren werden der Hallesche FC und Sportdirektor Ralf Minge ab Ende März getrennte Wege gehen. Darauf verständigten sich beide Seiten, wie die Saalestädter am Donnerstag vermeldeten.

Frühzeitige Planungssicherheit

Schon länger war über die Zukunft von Ralf Minge spekuliert worden, nun herrscht Klarheit. Durch die Trennung im März und nicht erst mit Vertragsende im Juni "wird dem Verein die Möglichkeit gegeben, die neue Saison frühzeitig zu planen", teilte der HFC mit. Bis zu seinem Abschied werde Minge die Position des Sportdirektors aber "vollumfänglich ausfüllen", heißt es.

"Wir bedanken uns bei Ralf Minge für die geleistete Arbeit", sagt Präsident Jens Rauschenbach. "Er hat in den anderthalb Jahren den Verein konzeptionell weiterentwickelt." Das gelte sowohl für die Profimannschaft als auch für die Verzahnung mit dem Nachwuchsbereich und die Ausgestaltung des neuen Nachwuchsleistungszentrums. Der HFC-Boss betont: "Die Zusammenarbeit war immer von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägt." Minge war im Mai 2021 nach Halle gekommen und hatte Ralf Heskamp beerbt.

Mehrfach Kritik

Nun werden sich die Wege in Kürze wieder trennen. "Ich habe die Aufgabe beim HFC mit einer klaren Erwartungshaltung übernommen. In den zurückliegenden Wochen habe ich meine Situation intensiv reflektiert, und da ist die Entscheidung in mir gereift, im Hinblick auf die neue Saison Platz für einen Neuanfang zu machen", erklärt der 62-Jährige, der bei einigen Fans vor allem aufgrund seiner Kaderplanung in der Kritik stand. Auch Rauschenbach hatte Mitte Dezember diesbezüglich Kritik geübt: "Leider stehen wir bei der sportlichen Entwicklung nicht da, wo wir sein wollten. Unsere Anforderung 'wir müssen besser scouten und verpflichten', ist bisher nicht voll umgesetzt."

Minge selbst gibt nun offen zu, dass die gemeinsamen Erwartungen in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht in allen Bereichen in Erfüllung gegangen seien, blickt aber dennoch auf eine "sehr spannende Zeit" zurück, die ihm "in positiver Erinnerung bleiben" werde. "Ich bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und wünsche dem HFC schon jetzt nur das Beste für die Zukunft."

Rückkehr zu Dynamo Dresden?

Wer Minge ab April ersetzen wird, ist noch offen. Klar ist: Auf ihn wartet viel Arbeit, laufen im Sommer doch gleich 16 Verträge aus. Darunter auch das Arbeitspapier von Trainer André Meyer. Ebenso unklar ist, wie es für den 62-Jährigen im Anschluss weitergeht. Anfang November war der Ex-Profi mit einer Rückkehr zu Dynamo Dresden in Verbindung gebracht worden. "Wenn es die Möglichkeit gibt, so eine Vereins-Ikone wie ihn wieder einzubinden, dann sollte man alles in Bewegung setzen, das zu tun", hatte Sport-Geschäftsführer Ralf Becker erklärt. Bereits von 2007 bis 2009 sowie 2014 und 2020 war Minge bei den Dresdnern als Sport-Geschäftsführer tätig, nachdem er zuvor als Aufsichtsratsmitglied fungiert hatte (2006-2007).

Außerdem trug er zwischen 1980 und 1991 als aktiver Spieler das Dynamo-Trikot, wurde direkt im Anschluss Assistent der Geschäftsführung (1992-1992) und übernahm danach bis 1995 verschiedene Trainerrollen bei der SGD. Insgesamt verbrachte Minge bislang 24 Jahre bei Dynamo. Folgen bald weitere? Zuletzt hatte Minge einen Kontakt zur SGD dementiert. doch nun ist der Weg frei. Es wäre nach 2006 und 2014 die dritte Rückkehr nach Dresden.

   

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