"Gar kein Verständnis dafür": Elfmeter-Ärger beim SC Verl
Zum sechsten Mal in Folge sieglos und zum vierten Mal hintereinander verloren: Die Negativserie des SC Verl hält nach dem 0:1 beim VfB Stuttgart II weiter an. Größer noch als der Frust über die erneute Niederlage war der Ärger über den Elfmeter für die Schwaben in der 66. Minute.
"Dafür einen Elfmeter zu geben …"
Es war ohne Frage die spielentscheidende Szene, der Elfmeterpfiff in der 66. Minute. Einen Zweikampf zwischen Kijewski und Sessa, bei dem beide mit dem Fuß in der Luft zum Ball gingen, wertete Schiedsrichter Kevin Behrens als Foul des Verlers und gab Strafstoß, den die Gastgeber zum Siegtreffer verwandelten. Der Ärger bei Trainer Orest Shala war riesig: "Dafür einen Elfmeter zu geben, in so einem engen Spiel und es damit zu entscheiden, dafür habe ich kein Verständnis", schimpfte er bei "MagentaSport" und sah vielmehr ein Foul von Sessa. "Er kommt da mit Harakiri und gestrecktem Bein rein. Mein Verteidiger geht einfach zum Ball. Was soll er machen? Das Bein wegziehen?"
Auch Kijewski selbst sprach davon, dass Sessa mit "einer höheren Dynamik" in den Zweikampf gegangen sei und dann mit gestrecktem Bein über seinen Schlappen gehalten habe. "Für mich ist es kein Elfmeter." Der Schiedsrichter habe ihm erklärt, "dass Sessa den Ball spielt und ich ihn dann treffe. Ich habe es ein bisschen anders gesehen". Verls Kapitän sprach von einer "Fifty-Fifty-Situation, in der beide zum Ball gehen" und meinte, dass die Aktion im Mittelfeld "wahrscheinlich genau andersrum gepfiffen worden wäre". VfB-Coach Nico Willig zeigte Verständnis für den Frust den Verler und sprach von einem "Kann-Elfmeter".
"Müssen uns an die eigene Nase packen"
Doch bei allem Ärger über den Elfmeter: Allein darauf wollten die Verler die erneute Niederlage nicht schieben. "Wir müssen uns an die eigene Nase packen, dass wir uns gerade in der zweiten Halbzeit offensiv zu wenige Möglichkeiten gespielt haben. Da hatten wir keine große Torchance mehr, und das ist dann zu wenig", betonte Kijewski. Vor der Pause waren die Ostwestfalen zwar etwas torgefährlicher, doch nach 90 Minuten wies die Statistik lediglich drei Torschüsse aus. Daher überraschte es etwas, dass Shala von "unfassbar viele Torchancen" seiner Mannschaft sprach. Die beste Möglichkeit hatte noch Rabihic, dessen Schuss nach 42 Minuten auf der Linie geklärt wurde.
"Wenn du diese Möglichkeiten dann nicht nutzt, dann brauchst du dich nicht zu beschweren, dass du das Spiel nicht gewinnst. Aber dass wir das verlieren, ist absolut ungerechtfertigt und einfach ärgerlich." So geht Verl auf dem ersten Abstiegsplatz in die Länderspielpause, die jedoch "vielleicht zur richtigen Zeit kommt", wie Kijewski sagte. "Jetzt haben wir nochmal ein bisschen Zeit, alles zu überarbeiten, um dann für die letzten Spiele vor der Winterpause gewappnet zu sein und die Punkte zu holen." Ob es schon im Duell mit Rot-Weiss Essen zu Zählern reicht, wird sich dann in zwei Wochen zeigen. Die Mannschaft sei jedenfalls "intakt", betonte Kijewski. "Es liegt an Kleinigkeiten."