"Hat kein gutes Spiel gemacht": Hildmann mit Schiri-Schelte
Mit einem Sieg in Meppen hätte der SSV Jahn Regensburg an den Emsländern vorbeiziehen und sich ins Mittelfeld vorarbeiten können, doch stattdessen kassierte die Jahnelf eine bittere Niederlage, die Trainer Sascha Hildmann auch an einer aus seiner Sicht schlechten Schiedsrichter-Leistung festmachte.
"Schon sehr fragwürdig"
Er hatte es nach Spielende eilig, Jahn-Coach Sascha Hildmann. Nach einigen strittigen Entscheidungen im zweiten Durchgang suchte er das Gespräch mit Schiedsrichter Cengiz Kabalakli, der nach Ansicht des Regensburger Trainers zu einem hektischen Spiel beigetragen habe. "Er ist sehr unsicher gewesen, hat kein gutes Spiel gemacht und sehr viel Unruhe reingebracht", setzte Hildmann bei "MagentaSport" zu einer Schiri-Schelte an. "Ich kenne ihn schon länger, wir kennen uns gut und haben schon viele Schlachten geschlagen. Und ich sage auch, wenn er ein gutes Spiel macht." Das war nach Ansicht des 54-Jährigen an diesem Sonntagnachmittag nicht der Fall.
Größter Aufreger war für Hildmann ein zurückgepfiffener Angriff seiner Mannschaft in der 55. Minute, als Boujellab seinen Gegenspieler Jonas Fedl im Laufen mit der Hand im Gesicht getroffen hatte. "Dass er das abpfeift, ist für mich schon sehr fragwürdig", schimpfte der Jahn-Coach. "Er nimmt das total dankend an. Aber wo will er denn noch hin, außer sich fallen zu lassen." Boujellab räumte zwar ein, dass die Handbewegung "vielleicht ein bisschen unnatürlich" ausgesehen habe, "aber ich will einfach geradeaus weiterlaufen. Er stellt sich in meinen Weg. Ich weiß nicht, ob ich ihn getroffen habe, aber ein Foulspiel ist es auf keinen Fall. Wegen meiner linken Hand hat er gepfiffen? Ja, sorry, aber ich weiß nicht."
"Sehr bittere" Niederlage
Groß war die Aufregung über den abgepfiffenen Angriff auch deshalb, weil der Ball dabei im Tor landete. Es wäre das 2:1 gewesen, nachdem der SSV drei Zeigerumdrehungen zuvor durch Hermes zum Ausgleich gekommen war. Doch anstatt den zweiten Treffer zu erzielen, musste Regensburg in der 73. Minute den zweiten Gegentreffer hinnehmen – und damit bereits die sechste Niederlage in dieser Saison. "Es ist sehr bitter, weil wir uns echt viel vorgenommen haben", sagte Hildmann. "Nach dem Sieg gegen Rostock wollten wir unbedingt nachlegen und einfach für ein gutes Gefühl sorgen – auch für die Fans." Das sei in einem Kampfspiel nicht gelungen. "Meppen hat das Spiel mit vielen einfachen Mitteln gewonnen. Ob das immer so gelingt, weiß ich nicht, aber heute hat es geklappt."
Und das, obwohl der SVM "in der zweiten Halbzeit gar keine Chance mehr hatte", ärgerte sich Boujellab. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Jahn nach dem Gegentreffer nicht mehr gefährlich vor das Tor kam und seine Möglichkeiten zum Ende der ersten Halbzeit, als Oliveira den Pfosten traf, nicht nutzte. "Wir müssen uns noch mehr Möglichkeiten erarbeiten und kaltschnäuziger sein", blickte Boujellab voraus. "Wir machen aus wenig echt viel, aber die nächsten Spiele müssen wir auf jeden Fall besser angehen."
Bauer und Wurm gegen Würzburg gesperrt
In der Tabelle bleibt der Jahn nach der zweiten Niederlage in den letzten drei Partien vorerst knapp über dem Strich stehen, könnte im Laufe des weiteren Sonntags aber noch darunter rutschen, sollte Verl bei Stuttgart II gewinnen. Im Heimspiel gegen Würzburg müssen in zwei Wochen dann unbedingt drei Punkte her. Neben Benedikt Bauer, der in der Nachspielzeit Gelb-Rot sah, wird dann allerdings auch Leopold Wurm aufgrund seiner fünften gelben Karte fehlen.