"Eine kleine Krise angedichtet": MSV Duisburg kontert Zweifel

Nach drei Spielen ohne Sieg hat der MSV Duisburg beim 2:1 im Duell mit Preußen Münster wieder dreifach gepunktet und bleibt als Tabellenzweiter mit 29 Punkten an Spitzenreiter Viktoria Köln dran. Besonders das verspielte 3:0 gegen Stuttgart II hatte zuletzt Fragen aufgeworfen. Trainer Dietmar Hirsch wies die aufgekommene Krisendiskussion nach dem Auswärtserfolg zurück.

"Das 3:3 gegen Stuttgart aus den Köpfen bekommen"

Von einer "kleinen Krise", die man seiner Mannschaft "angedichtet" habe, sprach Hirsch nach Abpfiff bei "MagentaSport". Dabei waren die vergangenen Wochen für den MSV durchaus schwierig verlaufen. Nach dem 1:1 gegen Viktoria Köln und der 1:2-Niederlage in Ingolstadt hatten die Zebras gegen Stuttgart II eine 3:0-Führung verspielt und mussten sich mit einem 3:3 begnügen. Vor allem dieses Unentschieden beschäftigte die Mannschaft. Die Woche sei "echt hart" gewesen, räumte Hirsch ein. Es galt, das Ergebnis aus den Köpfen zu bekommen und den Fokus wieder auf die eigene Leistung zu richten. "Das haben wir gut hinbekommen", befand der Coach. Entsprechend "sehr glücklich, sehr froh" zeigte sich der Trainer nach dem Erfolg in Münster. "Das war ganz wichtig."

Auch Joshua Bitter war die Erleichterung anzumerken. Der Fokus habe nach den jüngsten Rückschlägen vor allem darauf gelegen, defensiv wieder stabil zu stehen. Mit dem Sieg verschaffte sich der MSV zudem mehr Luft auf den vierten Tabellenplatz. Acht Punkte beträgt der Vorsprung nun. Offensiv blieb Duisburg in der ersten Halbzeit allerdings weitgehend ungefährlich. Die Strafraumbesetzung sei "nicht optimal" gewesen, erklärte Hirsch. Nach der Pause wollte der MSV mehr riskieren. "Wir sind hier nicht hergekommen, um unentschieden zu spielen", stellte Bitter klar.

"Genauso haben wir das trainiert"

In der 60. Minute fiel die Führung: Bitters Distanzschuss wurde von Münsters Niko Koulis unglücklich abgefälscht und landete im Tor. "In der Phase, wo man jetzt gerade ist, da muss man das Glück auch ein bisschen erzwingen", erklärte Hirsch. Der Treffer sei ein "Dosenöffner" gewesen. Bitter nahm die Entstehung mit Humor. Auf die Frage, wohin sein Schuss ohne die Abfälschung geflogen wäre, antwortete er: "In den Fanblock wahrscheinlich." Entscheidend sei gewesen, überhaupt den Abschluss zu suchen. Die Führung zwang Münster zu einer offensiveren Spielweise und eröffnete dem MSV neue Räume. Dominik Kother nutzte diese neun Minuten später mit einem sehenswerten Abschluss zum 2:0. "Wir waren sehr effizient heute", bilanzierte Hirsch.

Neben der Chancenverwertung überzeugte den Trainer die defensive Organisation. "Heute haben wir wirklich wieder gute Abstände gehabt", lobte Hirsch. Seine Mannschaft habe kompakt verteidigt, sich nicht aus der Ordnung locken lassen und die Trainingsinhalte "hervorragend umgesetzt". Einen Wermutstropfen gab es dennoch. Nach einer Standardsituation verkürzte Antonio Tikvić (77.) auf 1:2. Bitter ärgerte sich über das Gegentor, schließlich habe Duisburg defensiv "wie ein Bollwerk" stehen wollen. Hirsch verwies dagegen auf die Kopfballstärke der Münsteraner und sah den Erfolg aufgrund des mutigeren Auftretens nach der Pause als verdient an.

Zwei freie Tage

Nach der intensiven Woche gewährte Hirsch seinen Spielern zwei freie Tage. "Das haben sich die Jungs verdient." Am 18. November (20 Uhr) wartet im Niederrheinpokal-Viertelfinale das Straßenbahn-Derby bei Fortuna Düsseldorf. Vier Tage später empfängt Duisburg den F.C. Hansa Rostock (19:30 Uhr). Dann gilt es, die in Münster zurückgewonnene Stabilität zu bestätigen und den Anschluss an die Spitze zu halten.

 

   

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