"Brauchen diese Erfolgserlebnisse": Hansa gelingt Befreiungsschlag
Nach nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen ist dem F.C. Hansa Rostock mit dem Heimsieg gegen Sonnenhof Großaspach der Befreiungsschlag gelungen. Die Erleichterung darüber war Trainer André Breitenreiter nach Spielende deutlich anzumerken, überbewerten wollte er den Erfolg aber nicht.
"In der Halbzeit waren wir echt am Boden"
Er ballte die Fäuste, klatschte mit seinen Co-Trainern ab und freute sich einfach über Heimsieg, Trainer André Breitenreiter. Der Druck im Vorfeld der Partie war immens, umso wichtiger waren die drei Punkte. "Wir brauchen diese Erfolgserlebnisse", sagte der Hansa-Coach bei "MagentaSport" und verwies darauf, dass die Schlüsselmomente – im Gegensatz zu den letzten Wochen – dieses Mal aufseiten der Kogge waren.
Konkret meinte Breitenreiter einige starke Paraden von Torhüter Philipp Klewin, den Elfmeter, der zum 1:0 führte, und die gelb-rote Karte gegen Aspachs Celiktas, wodurch die Kogge rund eine halbe Stunde lang in Überzahl war. "Wir mussten diese Momente für uns zurückgewinnen. Danach sieht man, wie befreit die Mannschaft spielen kann. Großes Kompliment an meine Mannschaft, denn die Situation war nicht einfach." Letztlich sei der Sieg durch die Tore von Fatkic (63.), Voglsammer (79.) und Krauß (90.+4) "hochverdient" gewesen.
Dass Hansa die Partie derart deutlich gewinnen und im sechsten Heimspiel den zweiten Sieg einfahren würde, hatte sich nach einer schwachen Leistung im ersten Durchgang, die mit lautstarken Pfiffen von den Rängen quittiert wurde, zunächst nicht angedeutet. "In der Halbzeit waren wir echt am Boden", gab Breitenreiter zu und berichtete, dass die Verunsicherung bei der Mannschaft "immer größer" geworden sei. "Das hat man deutlich gespürt. Die Beine wurden schwerer, die Mannschaft war gehemmt." Und dennoch: "Wir wollten diesen Glauben an uns selbst haben", sagte der 53-Jährige und sprach von einer "Wagenburg-Mentalität. Keiner setzt mehr auf uns, aber wir setzen auf uns. Das haben ganz tolle Charaktere heute auf dem Platz in die richtige Richtung gelenkt."
"Für mich ist es ein reguläres Tor"
Zu diesen gehörte neben Maximilian Krauß, der das 2:0 vorbereitete und den dritten Treffer dann selbst erzielte, auch Andreas Voglsammer. Der Torschütze zum 2:0 zeigte sich im Nachgang "super erleichtert" und betonte: "Genau das haben wir gebraucht." Auch der Stürmer selbst zeigte sich erleichtert, nachdem er den Ball unmittelbar vor seinem Treffer an den Pfosten gesetzt und sein Tor in der 54. Minute keine Anerkennung gefunden hatte. Einen Zusammenprall mit SG-Keeper Reule beim Kopfball wertete Schiedsrichter Kernchen als Stürmerfoul, was nach Einschätzung von Voglsammer eine Fehlentscheidung war: "Für mich ist es ein reguläres Tor, da es keinen Welpenschutz mehr für den Torwart gibt und ich vorher am Ball war."
Am Ende fiel diese Szene nicht schwerer ins Gewicht – auch, weil der 34-Jährige nach 79 Minuten perfekt eingelaufen und in den rechten Winkel getroffen hatte. "Wenn ich mich im Rückraum absetze und den Ball bekomme, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Ball drin ist", sagte er über seinen Treffer. Der Sieg werde nun für einen "richtigen Push" im Innenleben der Mannschaft sorgen, prognostizierte Voglsammer, betonte aber zeitgleich, "dass wir auch in den letzten Wochen eine extreme Einheit waren".
Nur "ein erster Schritt"
Breitenreiter wollte den Erfolg indes nicht überbewerten: "Das war ein erster Schritt, nicht mehr und nicht weniger." Weil auch das Spitzentrio an diesem Spieltag gewonnen hat, bleibt es weiterhin bei zehn Punkten Rückstand auf die Aufstiegsplätze. Verkürzen kann Hansa diesen in zwei Wochen beim Auswärtsspiel in Duisburg, vorher geht es am kommenden Samstag im Landespokal beim Penzliner SV weiter.