Regionalliga-Reform: Seitz fordert Auflösung der Bayern-Staffel
Damit künftig alle Meister der Regionalliga in die 3. Liga aufsteigen, lässt der DFB beim Bundestag am 18. Dezember über das Kompassmodell abstimmen, das eine Reduzierung der Staffeln von fünf auf vier und die Auflösung der Bayern-Staffel vorsieht. Genau dafür spricht sich auch SVWW-Coach Jochen Seitz aus.
"Das ist ein Skandal"
Wenn es um die ungerechte Aufstiegsregelung in der Regionalliga geht, gibt es wohl kein besseres Negativbeispiel als Lok Leipzig. Gleich dreimal (2020, 2025, 2026) wurden die Sachsen Meister in der Nordost-Staffel, scheiterten aber jeweils in den Aufstiegsspielen am Sprung in die 3. Liga. Bei den letzten beiden Meisterschaften stand Jochen Seitz, der inzwischen den SV Wehen Wiesbaden trainiert, an der Seitenlinie – und kann sich vor allem an die Aufstiegsspiele im vergangenen Mai noch sehr gut erinnern. "Während wir bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft kämpfen mussten, standen die Würzburger Kickers als Tabellendritter schon Wochen vorher als Teilnehmer der Aufstiegsspiele fest und konnten Spieler schonen. Das ist ein Skandal, das muss man ganz ehrlich sagen", macht der SVWW-Coach im "4zu3"-Podcast von "MagentaSport" deutlich.
Generell ist dem 50-Jährigen die Bayern-Staffel ein Dorn im Auge: "Wenn man es auch dieses Jahr wieder sieht: Wer ist bereit, aufzusteigen? Unterhaching hat letztes Jahr schon abgesagt. Die anderen Vereine, die eventuell noch aufsteigen könnten, wie Bayern II, sind unter ferner liefen. Da wird wahrscheinlich wieder nur ein Verein erklären, Richtung 3. Liga gehen zu wollen." Damit spielt Seitz wohl auf Drittliga-Absteiger TSV 1860 München an, der momentan auf dem zweiten Tabellenplatz steht. Sechs Punkte hinter Spitzenreiter FC Memmingen, bei allerdings noch einem Spiel weniger. "Das ist einfach nicht gerecht."
BFV will Aufstockung der 3. Liga
Daher stellt Seitz eine klare Forderung: "Die Regionalliga Bayern gehört aufgelöst, weil es keine Vereine gibt, die Richtung 3. Liga wollen. Das ist ungerecht gegenüber allen anderen, vor allem dem Nordost, der so viele tolle Stadien und Fans hat, die in die 3. Liga gehören." Sollte das vom DFB sowie den meisten Regional- und Landesverbänden favorisierte Kompassmodell bei der Abstimmung beim Bundestag am 18. Dezember die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten, würde die Anzahl der Regionalliga-Staffeln von fünf auf vier reduziert werden, was mit einer Auflösung der Bayern-Staffel einhergehen würde.
Die Klubs aus Bayern würden dann zu einem Teil in die Regionalliga Süd und zum anderen Teil in die Nordost-Staffel wandern. "Dass sich Bayern dagegen wehrt, ist eine absolute Unverschämtheit", schimpft Seitz und spielt darauf an, dass sich der Bayerische Fußballverband gegen das Kompassmodell ausgesprochen hat und stattdessen auf eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams mit dann fünf Absteigern plädiert, damit alle fünf Regionalliga-Staffeln erhalten bleiben können. Einen entsprechenden Antrag will der BFV beim Bundestag zur Abstimmung bringen. Ob es dafür jedoch eine Mehrheit geben wird, scheint fraglich. Aber auch eine Zwei-Drittel-Mehrheit für das Kompassmodell ist keineswegs sicher. Seitz dürfte die Abstimmung am 18. Dezember sicherlich gespannt verfolgen.