"Sind einfach dumm": Pfanne spricht Klartext nach Hansa-Pleite
Es lässt sich nicht mehr leugnen: der F.C. Hansa Rostock steckt in der Krise. Beim 1:2 in Regensburg kassierte die Kogge die dritte Niederlage in den letzten vier Spielen und ist in der Tabelle dadurch auf Platz elf abgerutscht. Kapitän Franz Pfanne sprach im Anschluss Klartext – und stärkte Trainer André Breitenreiter den Rücken.
"Sollten es nicht auf ihn schieben"
Eigentlich verlief für den FCH in Regensburg zunächst alles nach Plan, als Dajaku bereits in der 11. Minute für die Führung sorgte. Doch dann schwächte sich die Kogge mit einer unnötigen gelb-roten Karte gegen Dajaku vor der Pause selbst und gab die Partie zu Beginn des zweiten Durchgangs binnen vier Minuten komplett aus der Hand. "Wir sind einfach dumm", fand Kapitän Franz Pfanne im Interview mit "MagentaSport" deutliche Worte, wobei er diese nicht ausschließlich in Richtung von Dajaku verstanden wissen wollte.
"Wir sitzen alle im selben Boot und sollten es nicht auf ihn schieben. Das wäre der absolut falsche Weg", appellierte Pfanne auch an das Umfeld. "Er weiß selbst, dass das nicht die cleverste Entscheidung war, da noch hinzugehen." Erst spitzelte Dajaku bei einem Freistoß der Regensburger den Ball weg, dann stieg er Nassim Boujellab in die Wade. Schon in der Pause habe sich der 25-Jährige bei der Mannschaft entschuldigt, berichtete Pfanne, der den Linksaußen in Schutz nahm: "Wir haben alle in dieser Saison schon Fehler gemacht." Das zeigte sich auch beim ersten Gegentreffer wieder, als Reichardt wegrutschte und dadurch den Ball an Oliveira verlor (49.). Auf ähnliche Weise war vor einer Woche auch das Gegentor gegen Düsseldorf entstanden.
Pfanne stärkt Breitenreiter
Positiv hob Pfanne dagegen den Einsatz seiner Mitspieler hervor: "Wir waren bis zum Ende die Mannschaft, die unbedingt wollte." Problem jedoch: "In den entscheidenden Situationen waren wir nicht klar genug und drücken den Ball einfach nicht mit aller Macht über die Torlinie." Ein Aspekt, der die Kogge schon seit Wochen begleitet. "Wir geben so viel Aufwand in die Spiele und holen so wenig Ertrag. Das fühlt sich brutal scheiße an", haderte der Abwehrspieler.
Trotz der aktuellen Negativserie warb Pfanne um Ruhe: "Wir müssen als Mannschaft zusammenhalten, das wird uns noch ganz viel bringen. Und das wünsche ich mir auch für das Umfeld." Einen ausdrücklichen Dank richtete er an die über 1.500 mitgereisten Fans, die das Team nach Spielende für die nächsten Aufgaben gepusht haben: "Das ist nicht selbstverständlich." Dass Trainer André Breitenreiter von einigen Anhängern bereits kritisch gesehen wird, kann Pfanne allerdings nicht nachvollziehen: "Wir haben einen sehr, sehr guten Trainer, der weiß, wie er uns anpacken muss. Es tut mir auch leid für ihn. Da den Buhmann zu suchen, ist falsch."
"Gewaltiger Druck"
Breitenreiter selbst sprach davon, "dass wir uns wieder selber gekillt haben". Erneut habe sich sein Team mit einer "absolut unnötigen" gelb-roten Karte "aus dem Nichts selbst geschwächt" und sich mit "individuellen Fehlern" um den Ertrag gebracht. "Das passiert einfach zu oft, und das geht mir auf den Keks. Wir haben große Ambitionen. Da dürfen solche Fehler in Summe über die letzten Wochen einfach nicht passieren." Vor allem mit der ersten Halbzeit zeigte sich der 53-Jährige trotz des Führungstreffers wegen des schwachen Offensivspiels "überhaupt nicht zufrieden". Letztlich habe es seine Mannschaft auch nicht verdient gehabt, als Sieger vom Platz zu gehen. Und dennoch: Von Weltuntergangsstimmung wollte er nichts wissen: "Da mache ich nicht mit."
Nach nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen ist Hansa in der Tabelle inzwischen auf Rang elf abgerutscht – bei bereits zehn Punkten Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt dagegen nur noch vier Zähler. Entsprechend groß ist der Druck vor dem Heimspiel gegen Sonnenhof Großaspach am kommenden Samstag. Pfanne sprach gar von einem "gewaltigen Druck", meinte aber auch: "Es hilft nicht, wenn alles negativ gesehen wird und wir ausgepfiffen werden." Auf Social-Media liest er nach eigenen Angaben schon "gar nichts mehr. Da wird nur scheiße über uns geschrieben, und das tut einem gar nicht gut". Die Kogge hat es nun selbst in der Hand, mit einem Sieg wieder für einen Stimmungsaufheller im Umfeld zu sorgen. Neben Dajaku droht auch Lukas Wallner erneut auszufallen, der sich im Abschlusstraining verletzt hatte.