"Das ist dann auch Rot": Hirsch hadert erneut mit dem Schiri
Frühe 3:0-Führung, lange Unterzahl, doch am Ende nur ein Punkt: Der MSV Duisburg musste sich gegen den VfB Stuttgart II mit einem 3:3 begnügen. Durch den Ausgleich in der Nachspielzeit verloren die Zebras zudem die Tabellenführung und blieben zum dritten Mal in Folge ohne Sieg. Neben den Unzulänglichkeiten seines Teams haderte Trainer Dietmar Hirsch – wie schon in den letzten Wochen – auch mit dem Schiedsrichter.
"Fleckstein wird, glaube ich, zuerst berührt"
In der 39. Minute kippte es, das Spiel, als Tobias Fleckstein den durchstartenden Oliver Rölke kurz vor dem Strafraum am Trikot hielt und ihn zu Fall brachte. Schiedsrichter Martin Wilke wertete die Aktion als Notbremse und zeigte Fleckstein die rote Karte. Dietmar Hirsch hatte nach Ansicht der Bilder jedoch Zweifel an der Entscheidung: "Fleckstein wird, glaube ich, zuerst berührt und kommt dann ein bisschen ins Straucheln", erklärte der MSV-Coach bei "MagentaSport", räumte aber ein, dass man den Platzverwies "schon geben" könne. Auch der anschließenden Freistoß, den Alexander Groiß zum 1:3 verwandelte, sorgte für Diskussionen, da ein Spieler der Stuttgarter nach Auffassung von Hirsch zu nah an der Duisburger Mauer gestanden haben soll.
Für weiteren Gesprächsstoff sorgte eine Szene, in der Stuttgarts Torhüter Jerik von der Felsen außerhalb des Strafraums möglicherweise mit der Hand am Ball war. "Das ist auch eine klare rote Karte, und dann sieht es vielleicht ein bisschen anders aus. Das ist am Ende dann schon entscheidend." Auch bei einem späteren Zweikampf gegen Peter Remmert hielt er einen Platzverweis für diskutabel. "Da wird er über den Haufen gelaufen, sodass dass man da auch eine rote Karte geben kann." Die Verantwortung für den Punktverlust wollte Hirsch dennoch nicht dem Schiedsrichter zuschieben. Vielmehr sah er die Ursachen auch bei seiner Mannschaft.
Nach dem 3:0 "zu passiv"
Denn diese hatte zunächst einen Traumstart erwischt. Lex Tyger Lobinger traf bereits in der 5. und 8. Minute, Aljaz Casar erhöhte in der 11. Minute. Doch der Doppeltorschütze konnte sich über seine Treffer nach Abpfiff kaum freuen: "Jetzt hier mit einem Punkt zu stehen, ist natürlich extrem bitter." Zumal die Zebras in der Anfangsphase noch höher hätte führen können. Die Rote Karte wollte Lobinger nicht als alleinige Erklärung gelten lassen: "Da will ich überhaupt niemandem die Schuld in die Schuhe schieben. Ich glaube, es hat davor schon angefangen, dass wir einfach nachgelassen haben."
Ähnlich deutlich wurde Hirsch: "Viel entscheidender fand ich, dass wir zu passiv waren nach dem 3:0. Das muss ich meiner Mannschaft vorwerfen." Trotz Unterzahl habe seine Mannschaft zu wenig Entlastung geschaffen und die Bälle häufig nur noch weggeschlagen. Dabei sei in der Halbzeit ausdrücklich besprochen worden, weiter mutig nach vorne zu spielen. Am Ende mit nur einem Punkt vom Platz zu gehen, fühle sich "nicht gerecht" an.
"Wir kriegen zu viele Tore"
Nach dem verwandelten Foulelfmeter von Tim van der Leij zum 3:2 traf Eliot Bujupi in der dritten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich – sehr zum Ärger von Hirsch: "Das tut extrem weh. Wir kriegen zu viele Tore. Wir kriegen dumme Tore, blöde Tore und das ärgert mich. Das nervt." Erneut schlug es zudem nach Standards ein – sogar doppelt. Insgesamt musste der MSV in dieser Saison damit bereits acht Gegentreffer nach ruhenden Bällen hinnehmen. "Das ist viel zu viel." Lobinger wollte trotz des Rückschlags keine Druckdiskussion aufkommen lassen. Die Saison sei noch lang, die Mannschaft müsse ihre Fehler analysieren und dürfe nicht alles negativ sehen.
Die Tabellenführung haben die Zebras jedoch an Viktoria Köln verloren, am Sonntag könnte Rot-Weiss Essen zudem bis auf zwei Zähler an den MSV heranrücken. Umso wichtiger wäre ein Sieg im Auswärtsspiel bei Preußen Münster am nächsten Samsatg. Dort muss Hirsch auf den gesperrten Fleckstein verzichten, den er als "absolute Konstante" bezeichnete. Wie er den Ausfall seines Innenverteidigers kompensieren will, ließ der MSV-Coach noch offen.