"Weiß ich nicht, wer uns schlagen kann": Viktoria an der Spitze

Erst der hart erkämpfte 1:0-Erfolg bei der TSG Hoffenheim II, dann die überraschende Nachricht aus Duisburg: Viktoria Köln ist neuer Tabellenführer. Weil der MSV eine 3:0-Führung gegen Stuttgart II noch verspielte, durften die Kölner nach dem Abpfiff gleich doppelt jubeln. Bei jeweils 26 Punkten gibt die bessere Tordifferenz (+16 gegenüber +14) den Ausschlag. Trainer Marian Wilhelm beschäftigte nach dem Spiel allerdings weniger die Tabellenführung als vielmehr die enorme Kraftanstrengung seiner Mannschaft.

"Ich bin sehr, sehr stolz, was wir reingeschmissen haben"

Wilhelm sprach nach dem Abpfiff bei "MagentaSport" von einem schweren Stück Arbeit. Gegen die spielstarken Hoffenheimer musste seine Mannschaft an die körperlichen Grenzen gehen. "In dieser Liga, ohne Schmerzen gibt es keinen einzigen Punkt, und das haben wir heute am eigenen Leib erfahren", betonte der Coach. Besonders beeindruckt zeigte er sich von seinen Einwechselspielern: "Ich bin unfassbar stolz, was für Energie von der Bank reinkommt." Spielerisch lief dagegen längst nicht alles rund. Zwar habe seine Mannschaft gegen das starke Pressing der TSG immer wieder mutige Lösungen gefunden, doch im letzten Drittel fehlte die Präzision. "Heute hat uns da die Sauberkeit gefehlt, am Platz hat es nicht gelegen, der war herausragend", stellte Wilhelm fest.

Zum Matchwinner wurde Kilian Jakob, der mit seinem Kopfballtreffer (32.) ausgerechnet mit einer seiner vermeintlichen Schwächen überzeugte. "Also ich bin ja Linksfuß und ich schieße nur Tore mit dem Kopf und rechts. Das sind jetzt nicht so meine Stärken, würde ich jetzt mal sagen", scherzte er. Bereits in der Vorwoche hatte er mit rechts getroffen. "Ich komme eher über die Flanken und meinen linken Fuß", erklärte Jakob. Dass er nun auch per Kopf erfolgreich war, nahm er mit Humor: "Dann muss ich beweisen, dass ich auch mit dem Kopf kann."

"Wenn wir so spielen …"

Deutlich selbstbewusst äußerte sich Tobias Eisenhuth. "Wir haben so ein gewisses Selbstverständnis entwickelt, ohne völlig frei zu drehen, ohne da völlig verrückt zu werden", erklärte der Defensivspieler. Dahinter stecke ein klarer Plan, den die Mannschaft seit Beginn der Vorbereitung verinnerlicht habe. "Wenn wir so spielen, weiß ich nicht, wer momentan uns schlagen kann."

Bei aller Euphorie wissen die Kölner allerdings, dass die Tabellenführung nur eine Momentaufnahme ist. Wilhelm wollte den Erfolg dennoch auskosten: "Das ist etwas Besonders. Heute wird genossen, morgen sicherlich auch noch." Viel Zeit bleibt dafür nicht. Schon am Freitag empfängt die Viktoria den 1. FC Saarbrücken. Dann muss die Mannschaft zeigen, dass sie ihre Erfolgsserie auch in der neuen Rolle als Spitzenreiter fortsetzen kann.

   

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