"Viel zu wenig": Hansa muss Blicke vorerst nach unten richten

Als Top-Favorit auf den Aufstieg war der F.C. Hansa Rostock in die Saison gestartet und hatte die 2. Bundesliga auch selbst öffentlich als Ziel ausgerufen. Aufsichtsratschef Sebastian Eggert sprach gar davon, als Meister aufzusteigen zu wollen. Doch davon ist die Kogge derzeit weit entfernt. Stattdessen müssen die Blicke vorerst nach unten gerichtet werden.

Nur noch vier Punkte vor Platz 17

Dass es in der 3. Liga überaus eng zugeht, ist längst kein Geheimnis mehr. Wie eng die Liga tatsächlich ist, zeigt sich auch beim F.C. Hansa Rostock. Hätte die Kogge die Pausenführung beim SSV Jahn Regensburg am Samstag über die Zeit gebracht, stünde der FCH mit 19 Punkten nun vorerst auf dem vierten Tabellenplatz – bei vorläufig nur noch zwei Zählern Rückstand auf den Relegationsrang.

Doch weil Hansa die Partie in der Oberpfalz zu Beginn der zweiten Halbzeit binnen vier Minuten aus der Hand gab, steht nach zwölf Spieltagen lediglich Rang 11 zu Buche. Und sollte Preußen Münster am Sonntagabend in Aachen punkten, würde es gar noch einen Platz weiter nach unten gehen. Es ist die logische Konsequenz aus einer Negativserie mit nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen. "Das ist viel zu wenig", sagte Marco Schuster am Samstag im Vereins-TV im Hinblick auf die Ausbeute der vergangenen Partien.

Aufstieg bleibt das Ziel

Der Rückstand auf den Relegationsplatz ist bereits auf fünf Punkte angewachsen. Sollte Rot-Weiss Essen am Sonntagnachmittag in Großaspach gewinnen, wären es acht Zähler. Die ersten beiden Ränge sind gar zehn Zähler entfernt. Dagegen beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nur noch vier Zähler – und könnte sich sogar noch halbieren, wenn die SG Sonnenhof im Duell mit RWE als Sieger vom Platz geht.

Entsprechend muss Hansa die Blicke vorerst nach unten richten, wenngleich der Aufstieg weiterhin das Ziel bleibt, wie Vorstandsvorsitzender Ronald Maul am Samstag in der Halbzeitpause im Interview mit "MagentaSport" sagte: "Das muss unser Anspruch sein und daran gibt es auch nichts zu rütteln." Zunächst gehe es nun darum, "bis zur Winterpause in einer vernünftigen Schlagdistanz zu sein", so Maul, der zu diesem Zeitpunkt noch das Gefühl hatte, "dass wir auf dem richtigen Weg sind".

Bestandsaufnahme soll folgen

Gleichwohl musste der 53-Jährige einräumen, mit der Punkteausbeute "noch nicht zufrieden" zu sein. Das Vertrauen in Trainer André Breitenreiter, der aus fünf Spielen lediglich vier Punkte holen konnte, ist weiterhin vorhanden. "Er ist ein sehr erfahrener Trainer mit klaren Abläufen. Das tut der Mannschaft gut, danach hat die Mannschaft gelechzt." Auch erste Fortschritte unter Breitenreiter seien zu erkennen: "Wir stehen stabiler und haben eine gute Ordnung", so Maul. In der Tat hat Hansa in den fünf Partien unter Breitenreiter weniger Gegentore kassiert (sieben) als in den ersten fünf Saisonspielen unter Vorgänger Daniel Brinkmann (zwölf). Allerdings traf der FCH auch deutlich seltener (viermal statt elfmal).

Zuletzt hatte Breitenreiter mehrfach davon gesprochen, dass sich gewisse Abläufe erst noch einstellen müssten. Maul machte diesbezüglich nun klar: "Bis zur Länderspielpause muss der Kennenlernprozess abgeschlossen sein. Dann sind wir so weit, um den Kader zu bewerten." Nur das Heimspiel gegen Großaspach bleibt am kommenden Samstag vor der Pause noch, um den Negativtrend der letzten Wochen zu stoppen. Dass der Druck riesig ist, daraus macht auch Maul kein Geheimnis: "Das muss auch jedem klar sein und dem muss sich jeder stellen."

"Ansonsten wird es schwierig"

Auch Breitenreiter ist sich dessen bewusst, betonte nach dem Spiel in Regensburg aber, nicht alles nur negativ sehen zu wollen. "Ich werde mich nicht von Stimmung leiten lassen. Da mache ich nicht mit." Dennoch steht außer Frage, dass gegen Großaspach unbedingt ein Sieg her muss. "Wir müssen gucken, dass wir die Qualität, die unbestritten in der Mannschaft steckt, auch zeigen. Ansonsten wird es schwierig", machte Schuster klar. Denn sollte es auch im Duell mit dem Aufsteiger nicht zu drei Punkten reichen, steht der Kogge eine unruhige Länderspielpause bevor.

   

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