"Weil er dreimal auf den Boden klopft?" F95-Ärger über Gelb-Rot

Auch im zweiten Spiel unter Neu-Trainer Jens Langeneke blieb Fortuna Düsseldorf sieglos. Dass es im Heimspiel gegen den SV Meppen am Freitagabend trotz einer Vielzahl von Chancen nicht zu drei Punkten reichte, sorgte für viel Frust. Groß war der Ärger auch über die gelb-rote Karte gegen Andreas Müller in der Nachspielzeit.

"Entschuldigung, aber das ist Gelb-Rot?"

Die Nachspielzeit war gerade angebrochen, als Andreas Müller kurz vor dem Strafraum zum Ball ging. Dabei kam er im Duell mit Meppens Ersin Zehir jedoch zu spät, traf ihn leicht am Fuß, brachte ihn damit zu Fall und bekam den Zweikampf gegen sich gepfiffen. Wohl aus Frust darüber, aber auch über sich selbst und den Abend allgemein, schlug er anschließend – unmittelbar nach einem Pfiff von Schiedsrichter Yannick Sager – dreimal auf den Boden. Der Unparteiische bezog die Aktion augenscheinlich auf sich – und zeigte Müller die gelbe Karte.

Und weil dieser kurz zuvor für ein taktisches Foul bereits Gelb gesehen hatte, flog er mit Gelb-Rot vom Platz – sehr zum Unverständnis von Trainer Jens Langeneke: "Entschuldigung, aber das ist Gelb-Rot, weil er dreimal aus der Emotion heraus auf den Boden geklopft hat? Weil wegen des Foulspiels kann es ja nicht gewesen sein." Näher darauf eingehen wollte der 49-Jährige nicht: "Ich lasse es unkommentiert." Auf das Spiel gegen den SVM hatte der Platzverweis zwar keine Auswirkungen mehr, allerdings fehlt Müller am nächsten Samstag in Ingolstadt.

Null Tore trotz 30 Torschüssen

Viel mehr noch, als die gelb-rote Karte gegen Müller, haderte die Fortuna an diesem Abend jedoch mit dem Chancenwucher. Gleich 30 (!) Torschüsse gab Düsseldorf ab, nicht einer landete im Kasten. "Sehr, sehr bitter", befand Kapitän Jorrit Hendrix. "Wenn es eine Mannschaft verdient hatte zu gewinnen, dann waren wir das. Wir müssen uns einfach belohnen." Doch immer wieder scheiterte F95 entweder an sich selbst, einem starken Meppener Keeper – oder aber dem Aluminium, wie Hendrix in der 10. Minute.

Langeneke war mit der Leistung bei seinem Heimdebüt indes "grundsätzlich erstmal zufrieden". Vor allem in der ersten Halbzeit sei die Fortuna "wirklich sehr, sehr gut drin" gewesen. Etwa was Ballrückeroberungen und Gegenpressing angingen. "Wir waren komplett wach und komplett da." Entsprechend könne er der Mannschaft auch keinen Vorwurf machen – "außer, dass sie kein Tor geschossen hat". Daher gelte es nun, weiter zu arbeiten, "damit irgendwann diese Leichtigkeit kommt. Was heißt irgendwann? Am besten nächste Woche."

"Wenn wir so weitermachen, …"

Lobend hob der Coach indes hervor, dass seine Mannschaft trotz des Chancenwuchers nicht wild geworden sei. "Es ist dann eine Kunst, sich nicht komplett aufzulösen und nicht alles in die Offensive zu schmeißen, damit du nicht noch einen fängst." Das wäre in der 69. Minute fast passiert, als Nadj einen Abpraller genau in die Arme von Lord schoss. "Du kannst nicht über 90 Minuten Powerfußball spielen, sondern brauchst auch vielleicht mal Phasen, wo du dem Gegner den Ball lässt. Die gesamte Mischung macht es dann."

Hendrix hofft dabei auf den Ketchupflaschen-Effekt: "Wenn wir so weitermachen, dann sollten die Tore und Punkte einfach kommen. Wir müssen daran arbeiten, ein bisschen mehr Glück zu haben." Ob das schon in Ingolstadt gelingen wird? Nach nur einem Sieg aus den letzten sechs Partien und lediglich zwei Toren in den vergangenen drei Spielen würde ein Sieg überaus guttun. Auch um die Aufstiegsplätze nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren. Schon jetzt liegt die Fortuna sieben Punkte hinter Platz 2. Ein Rückstand, der im Laufe des Spieltages noch weiter anwachsen könnte.

   

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