"Wollen keinen Rückschlag riskieren": RWE bangt um Janssen
Rot-Weiss Essen muss nach dem Pokalfight gegen RB Leipzig schnell wieder den Ligaalltag annehmen. Vor dem Duell mit Großaspach bleibt die Personalsituation angespannt. Immerhin gibt es bei Aiman Dardari und Marek Janssen vorsichtige Hoffnung.
"Es sagt eine ganze Menge aus, wenn…"
Es war ein Pokalfight, der "in Deutschland nachgehallt hat", blickte RWE-Trainer Uwe Koschinat im Mediengespräch vor der Partie mit der SG Sonnenhof Großaspach zurück. Von seinem Kollegen aus Gelsenkirchen bekam Essen jedenfalls Lob und Anerkennung. "Wenn ein Bundesliga-Trainer, der auf das nächste Spiel schaut, sich vielleicht in einer gewissen Form an uns als Drittligist orientiert, dann ist das mit Sicherheit ein zusätzliches großes Kompliment", befand Koschinat.
Das größte Kompliment sei aus seiner Sicht allerdings die Enttäuschung gewesen: "Es sagt eine ganze Menge aus, wenn man gegen Leipzig spielt und am Ende nicht ausschließlich stolz auf ein 1:2 ist, sondern eher enttäuscht ist, weil man eigentlich auch mehr hätte erreichen können." Dass dies nicht gelang, habe auch an der nach wie vor angespannten Personalsituation gelegen. Hätte RWE "den einen oder anderen, vielleicht auch erfahrenen Offensivspieler auf der Bank gehabt, hätten wir vielleicht noch einmal Impulse setzen können", erklärte Koschinat.
Auch Großaspach mit Rückenwind aus dem Pokal
Fast schon folgerichtig kommt es in der Liga nun zum Duell mit der SG Sonnenhof Großaspach. Die Württemberger waren ebenfalls im DFB-Pokal gefordert und verlangten dem FC Augsburg einiges ab. Am Ende setzten sich die Fuggerstädter mit 4:2 durch. Für den Aufsteiger war die Partie dennoch eine Art Wiedergutmachung für das 1:7 beim SV Wehen Wiesbaden. Diesem Ergebnis wollte Koschinat allerdings keine allzu große Bedeutung beimessen: "Das war für mich ein klassischer Ausrutscher. Das hatten wir auch schon. Man muss sehen, dass das 1:7 der Mannschaft nichts ausgemacht hat und die sofort wieder eine tolle Leistung im Pokal gegen Augsburg gezeigt haben."
Gemeinsam mit dem TSV Havelse stellt Großaspach dennoch die schwächste Defensive der Liga. Für Koschinat hat das allerdings nachvollziehbare Gründe: "Sie wollen aktiv spielen. Dass man das eine oder andere Gegentor dann zu viel bekommt, passiert. Auf der anderen Seite stehen sie über dem Strich und das, ohne dem Gegner zu nahe treten zu wollen, ist ja das Ziel." Der Aufsteiger lasse sich "von Rückständen nicht beeindrucken". Auf RWE warte daher "ein extrem harmonisches Team, das sehr eingespielt ist".
Personalsituation bleibt angespannt
Die Personalsituation bei RWE bleibt weiterhin angespannt. Mit Tony Menzel, Max Geschwill, Semir Telalovic, der operiert werden muss, Marvin Obuz, Jaka Cuber Potocnik und Paul Pöpperl fallen gleich sechs Spieler aus. Es gibt allerdings auch positive Nachrichten: Aiman Dardari konnte am Freitag im Training uneingeschränkt mitwirken. Zwar sei er noch kein Kandidat für die Startelf, bei ausbleibendem Rückschlag werde er aber zum Kader gehören.
Bei Marek Janssen fällt die Entscheidung hingegen erst am Samstag. Bislang konnte er nach seinen Rückenproblemen noch nicht mit der Mannschaft trainieren. "Wir wollen keinen Rückschlag riskieren. Jeder Tag Individualtraining tut ihm derzeit gut. Samstag sehen wir dann, ob es reicht und für welchen Umfang", erklärte Koschinat. Sollte Janssen wie schon im Pokalspiel ausfallen, müsste RWE erneut ohne gelernten Stürmer antreten. Ob dann erneut Lucas Brumme als Neuner auflaufen wird?