"Das spiegelt nicht das Spiel wider": Fan-Frust beim SC Verl
In der Vorsaison noch Sechster, jetzt auf Abstiegsplatz 17: Der SC Verl rutscht nach dem 1:4 gegen den SV Wehen Wiesbaden immer tiefer in die Krise. Trotz einer starken ersten Halbzeit kassierten die Ostwestfalen die dritte Niederlage in Folge. Nach Abpfiff machten Teile der Fans ihrem Unmut Luft.
"Die Jungs haben alles investiert"
Die Enttäuschung auf den Rängen war angesichts der deutlichen Niederlage groß. Als die Spieler nach der Partie vor die Fankurve kamen, wurde sie dort von einigen Anhängern am Zaun zur Rede gestellt. Mitunter ging es dabei auch etwas hitzig zu. Doch Trainer Orest Shala nahm seine Mannschaft auf der Pressekonferenz ausdrücklich in Schutz. "Die Jungs haben alles investiert", betonte der Coach. Die Unmutsbekundungen angesichts des Ergebnisses könne er nachvollziehen, einen mangelnden Einsatz seiner Spieler habe er dagegen nicht gesehen. "Das spiegelt nicht das Spiel wider."
Zumal der deutliche Endstand erst durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit zustande kam. Verl hatte nach dem 1:2 alles auf eine Karte gesetzt und auf Offensive umgestellt. "Entweder schießt du das 2:2 und dann sagen alle super, oder du kassierst am Ende in der Nachspielzeit zwei blöde Gegentore", erklärte Shala. Das Risiko sei bewusst eingegangen worden, um den Ausgleich zu erzwingen.
Auch sportlich haderte Shala mit dem Ausgang der Partie. "Es ist immer schwierig gegen eine Mannschaft, die im Flow ist“, erklärte der Coach bei "MagentaSport". Während Wiesbaden derzeit vieles gelinge, fehle Verl auch das nötige Spielglück. Trotz des überraschenden Rückstands durch Lukas Schleimer (20.) gelang Almin Mesanovic der Ausgleich. Weitere hochkarätige Möglichkeiten blieben jedoch ungenutzt. Nach Ansicht des Trainers hätte Verl bereits mit 2:0 oder 3:0 führen können. "Da fehlt natürlich schon diese Abgezocktheit, diese Kaltschnäuzigkeit in den Situationen."
"Da fehlt so etwas der Punch"
Mittelfeldspieler Dennis Waidner sah ebenfalls eine deutliche Verbesserung gegenüber den vergangenen Auftritten. "Wir wollten einfach unsere DNA auch auf dem Platz zeigen." Das sei größtenteils gelungen. Deutlich kritischer bewertete er dagegen die Defensivarbeit. Beim erneuten Rückstand durch Marcus Müller (53.) verteidigte Verl zu naiv. "Es ist zu einfach, teils zu einfach", bemängelte Waidner und verwies darauf, dass sich diese Fehler bereits in den vergangenen Wochen gezeigt hätten. Mit 26 Gegentoren stellt Verl gemeinsam mit dem TSV Havelse die anfälligste Defensive der Liga. Auch offensiv fehle die letzte Konsequenz: "Ich denke, da fehlt so etwas der Punch."
Auf der Pressekonferenz verwies Shala auf die besondere Situation seiner Mannschaft. "Die letzte Saison hängt immer noch so ein bisschen nach bei uns", erklärte der Coach. Dabei sei die Mannschaft "einfach neu" und müsse sich "immer noch finden". Dass derzeit die Ergebnisse ausblieben, mache die Situation nicht leichter. Shala zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich dies wieder ändern werden. Am kommenden Sonntag (16:30 Uhr) bietet sich beim VfB Stuttgart II die nächste Gelegenheit, die spielerischen Fortschritte auch in Punkte umzumünzen.