Alles, was ihr zum 5. Spieltag wissen müsst
Die erste Englische Woche der Saison wartet auf uns. Den Auftakt macht der 5. Spieltag, der den Kassenschlager zwischen Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg bereithält. Welche Leckerbissen noch alles auf dem Programm stehen, erfahrt ihr wie gewohnt in unserer Vorschau.
Die Ausgangslage
Letztes Jahr waren es sechs Auftaktsiege. Diesmal sind es bereits deren vier – mit der historisch besten Tordifferenz versteht sich. Keine Frage: Der MSV Duisburg kann Startrekorde! Nun wird der Lauf der Zebras allerdings auf eine harte Probe gestellt, denn am Samstag müssen sie in der Merkur Spiel-Arena bestehen – vor einer Rekordkulisse. Mehr als 45.000 Karten wurden bereits verkauft. Damit steht schon jetzt fest, dass es mindestens die viertgrößte Kulisse der Drittliga-Geschichte und zugleich die größte seit April 2022 sein wird. Damals verfolgten 48.416 Fans die Partie zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund II auf dem Betzenberg. Gut möglich, dass das Derby diese Kulisse sogar knacken wird.
Der Schlager steigt zur klassischen Anstoßzeit am Samstagnachmittag. Zeitgleich ist auch der 1. FC Saarbrücken, der mit neun Punkten derzeit auf Rang zwei steht, im Heimspiel gegen Angstgegner Ingolstadt gefordert. Bereits am Freitagabend hat der drittplatzierte F.C. Hansa Rostock die Möglichkeit, im Auswärtsspiel bei Viktoria Köln vorzulegen. Am Sonntag wartet unter anderem das Duell zweier Enttäuschter: Wehen Wiesbaden empfängt Waldhof Mannheim. Während die ambitionierten Hessen als einziges Team der Liga noch sieglos sind, musste der Waldhof zuletzt zwei schmerzhafte Niederlagen hinnehmen und will nun dringend zurück in die Erfolgsspur.
Fünf Spiele im Fokus
Viktoria Köln vs. Rostock: Schlagen die Standard-Monster wieder zu?
82 Prozent! Sage und schreibe neun der elf Rostocker Saisontore fielen bislang nach ruhenden Bällen. Ob nach weiten Einwürfen von Spezialist Florian Carstens, punktgenauen Ecken von Neuzugang Leon Dajaku oder einem direkt verwandelten Freistoß von Andreas Voglsammer – Hansa ist bei Standards derzeit eine echte Macht. Zum dritten Saisonsieg reichte es gegen Wehen Wiesbaden zuletzt dennoch nicht, weil sich die Kogge noch den späten Ausgleich zum 2:2 fing – sehr zum Ärger von Daniel Brinkmann.
Bei Viktoria Köln soll nun wieder ein Dreier her. Doch Vorsicht: Wie unangenehm die Höhenberger sein können, bekam Hansa erst im April zu spüren, als die Viktoria in Rostock nach einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung mit 3:2 gewann. Insgesamt spricht die Bilanz mit vier Siegen aus acht Duellen allerdings für die Ostseestädter, Köln gewann zweimal. Die Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm steht aktuell bei sechs Punkten und konnte im letzten Heimspiel gegen Preußen Münster mit einem 4:1-Sieg ein klares Ausrufezeichen setzen. Zuletzt folgte allerdings ein 0:1 in Essen, bei dem die Kölner in der Offensive harmlos blieben.
Essen vs. Würzburg: Wer entscheidet das erste Pflichtspiel-Duell für sich?
Die Antwort auf die 2:5-Auftaktpleite in Saarbrücken fiel überzeugend aus: In den drei darauffolgenden Ligaspielen blieb Rot-Weiss Essen ohne Gegentor, zudem wurde im DFB-Pokal der FC St. Pauli bezwungen. Mit sieben Punkten aus vier Partien liegt RWE damit voll im selbst gesteckten Soll. Sorgen bereitet an der Hafenstraße aktuell allerdings die angespannte Personalsituation. Neben Tony Menzel, Siegtorschütze gegen Viktoria Köln, fällt auch Innenverteidiger Max Geschwill länger aus. Zudem steht hinter einem Einsatz von Stammkeeper Jakob Golz gegen Würzburg noch ein Fragezeichen.
Trotzdem soll gegen den Aufsteiger der saisonübergreifend sechste Heimsieg in Serie her. Das Duell zwischen RWE und dem FWK findet übrigens zum ersten Mal als Pflichtspiel statt. Die aktuelle Form spricht dabei nicht für Würzburg, das zwar mit vier Punkten aus den ersten beiden Ligapartien gut in die Saison gestartet ist, zuletzt allerdings zwei Niederlagen in Folge hinnehmen musste. Besonders bitter war das 1:2 gegen Stuttgart II in der Vorwoche, bei dem die Schiele-Elf mehr als eine halbe Stunde in Überzahl agierte. In Essen wollen die Kickers nun nicht erneut Lehrgeld zahlen müssen.
Düsseldorf vs. Duisburg: Rekordkulisse am Rhein
Mehr als 45.000 Zuschauer! Keine Frage: Das Rhein-Derby zwischen dem Deutschen Meister von 1933 und dem Vizemeister von 1964 ist das große Highlight der noch jungen Drittliga-Saison. Erstmals seit der Saison 2017/18 treffen die beiden Rivalen wieder in einem Pflichtspiel aufeinander. In der damaligen Zweitligasaison entschied Düsseldorf beide Duelle für sich. Generell spricht die Bilanz klar für F95: Von 62 Begegnungen gewann die Fortuna 24, während der MSV bislang auf 19 Siege kommt.
Anders sieht es mit der aktuellen Form aus. Die vierfach in Folge siegreichen Duisburger haben einen neuen Startrekord in der 3. Liga aufgestellt und grüßen dementsprechend von der
Tabellenspitze. In Regensburg konnte die Hirsch-Truppe zuletzt sogar in Unterzahl das Spiel drehen. Die rundum erneuerte Fortuna ist dagegen noch nicht richtig in Tritt gekommen und steht erst bei vier Punkten. Immerhin blieb die Ende-Elf zuletzt zweimal in Folge ungeschlagen, dennoch war das jüngste 0:0 bei Fortuna Köln wenig berauschend. Platzt nun ausgerechnet im Derby gegen Duisburg der Knoten?
Saarbrücken vs. Ingolstadt: Angstgegner für den FCS
Nein, allzu gerne spielt der 1. FC Saarbrücken nicht gegen den FC Ingolstadt 04. In den ersten sieben Drittliga-Duellen blieben die Saarländer sieglos und mussten dabei einige schmerzhafte Niederlagen hinnehmen. Ausgerechnet beim bislang letzten Vergleich im April dieses Jahres durchbrach der FCS dann die Serie und feierte einen wichtigen 1:0-Erfolg im Abstiegskampf. Kann die Mannschaft von Argirios Giannikis, die hervorragend aus den Startlöchern gekommen ist und gerade eine sportliche Renaissance durchläuft, nun an diesen Erfolg anknüpfen?
Die Schanzer sind mit fünf Punkten aus vier Spielen jedenfalls deutlich schlechter in die Saison gestartet. Vor allem das jüngste Heimspiel gegen Alemannia Aachen war ein Griff ins Klo: Nach einer frühen roten Karte gegen Elias Decker musste Ingolstadt beinahe die gesamte Partie in Unterzahl bestreiten und lag bereits nach elf Minuten mit 0:3 zurück. Hinzu kommen personelle Sorgen in der Offensive, wo Trainerin Sabrina Wittmann derzeit mit Obed Ugondu, Dennis Kaygin und Benjamin Kanuric drei potentielle Leistungsträger fehlen. Kann der FCI in Saarbrücken dennoch seinem Ruf als Angstgegner gerecht werden?
Wiesbaden vs. Mannheim: Wer stößt den Bock um?
Dass sich der SV Wehen Wiesbaden und der SV Waldhof Mannheim am fünften Spieltag im Tabellenkeller gegenüberstehen würden, hätten vor der Saison wohl nur die wenigsten erwartet. Schließlich liebäugelten sowohl die Hessen als auch der Waldhof mindestens mit einem Platz im oberen Tabellendrittel. Die Realität sieht bislang anders aus: Wiesbaden ist als einziger Drittligist noch sieglos. Immerhin gab es zuletzt zwei Unentschieden gegen die Spitzenteams aus Essen und Rostock. Auf diesen Achtungserfolgen will der SVWW, der weiterhin den Aufstieg anvisiert, nun aufbauen – und gegen Mannheim einen Heimsieg folgen lassen.
Bei den Buwe aus der Kurpfalz war zuletzt vor allem die Chancenverwertung ein Problem. Vor allem im Heimspiel gegen den SC Verl ließen die Blau-Schwarzen etliche gute Chancen ungenutzt – und mussten so am Ende eine vermeidbare Niederlage hinnehmen. Ähnlich bitter verlief zuvor das Gastspiel beim TSV Havelse, bei dem eine 2:0-Führung noch verspielt wurde. Entsprechend groß ist nun der Wille, gegen Wiesbaden in die Erfolgsspur zurückzukehren. Im letzten Aufeinandertreffen am 34. Spieltag der Vorsaison gelang es Mannheim immerhin noch, einen 0:3-Pauserückstand zu egalisieren. Mit einem Remis dürften diesmal allerdings beide Seiten kaum zufrieden sein.