"Jetzt wissen alle Bescheid": Das ist Rostocks Standard-Geheimnis

Acht Tore nach Standards, darunter vier nach einer Ecke: Bei ruhenden Bällen ist der F.C. Hansa Rostock derzeit das Maß aller Dinge in der 3. Liga. Nach der Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden gab Lukas Wallner einen Einblick in das Geheimnis der Standardstärke.

Was es mit dem Kreuz auf sich hat

Es lief die 53. Minute, als es einen Eckball für die Kogge gab. Leon Dajaku schnappte sich den Ball, zeigte mit den Händen ein Kreuz und brachte den Ball an den zweiten Pfosten, wo Lukas Wallner ihn zur 1:0-Führung versenkte. Schon zum vierten Mal in dieser Saison war Hansa nach einem Eckball erfolgreich. Bereits gegen Mannheim hatte der FCH am 2. Spieltag einen Eckball verwertet, im Duell mit dem 1. FC Saarbrücken in der Vorwoche waren es sogar deren zwei. Ein Zufall? Wohl kaum, zumal Rostock schon in der letzten Saison stark nach Standards war.

Dass auch gegen Wiesbaden ein ruhender Ball zum Erfolg führte, hing allerdings auch mit etwas Glück zusammen. Denn das Kreuz, das Dajaku vor der Ausführung der Ecke angezeigt hatte, heißt eigentlich, dass der Ball auf den ersten Pfosten geschlagen werden soll. Tatsächlich kam der Ball aber eher an den zweiten Pfosten. Oder war es genauso geplant? "Wir variieren mit den Zeichen immer, weil sich der Gegner natürlich darauf einstellt", verriet Lukas Wallner bei "MagentaSport" und meinte mit einem Grinsen: "Jetzt müssen wir wieder alles ändern, weil jetzt alle Bescheid wissen." Es scheint so, als würde Hansa die Gegner mit dem Kreuz verwirren wollen und die Bedeutung daher vor jedem Spiel abändern.

"In erster Linie ist es die Qualität des Schützen"

Doch dass Rostock nach Standards so erfolgreich ist, liegt nicht nur an den Zeichen, wie Wallner betonte: "In erster Linie ist es die Qualität des Schützen. Ich muss dann nur noch hochspringen und den Ball lediglich noch leicht berühren. Mehr muss ich nicht machen." Drei der vier Ecken, die zum Tor führten, hat Dajaku vorbereitet, der im Sommer aus Ulm kam. Ganz offensichtlich hat Hansa den 25-Jährigen auch deswegen verpflichtet.

Aber auch Schuster hat schon per Eckstoß einen Treffer vorbereitet, hier war ebenfalls Wallner der Torschütze. Und das, obwohl die Standards angeblich nicht häufiger trainiert werden als bei anderen Teams, wie Emil Holten bei "MagentaSport" sagte. Ob Hansa auch in den nächsten Wochen wieder so häufig nach Eckbällen erfolgreich sein wird? Die Gegner dürften sich nun noch mehr darauf einstellen – und auch auf die Zeichen vor den Eckbällen genauer achten.

   

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