309 Tage gewartet: Preußen Münster beendet Heimflaute

Lange mussten die Fans von Preußen Münster auf einen Heimsieg warten. Nach 309 Tagen riss gegen den TSV Havelse die Negativserie. Für Thomas Wörle waren dabei vor allem Einstellung, Haltung und Charakter der Mannschaft entscheidend.

"Wollten den Bock unbedingt umstoßen"

309 Tage war es her, dass Preußen Münster zuletzt vor heimischem Publikum gewonnen hatte. Damals, am 31. Oktober 2025, gab es ein 2:1 gegen Holstein Kiel. Am Samstag folgte dasselbe Resultat gegen den TSV Havelse. Der Erfolg sei daher "etwas ganz Besonderes für uns. Wir wollten den Bock unbedingt umstoßen. Unsere Fans sind einfach fantastisch, wir haben auch heute wieder eine unglaubliche Unterstützung erfahren", sagte Cheftrainer Thomas Wörle bei "MagentaSport".

Dass es nach dem zwischenzeitlichen Traumtor von Tikvic – der beim Jubeln Tränen in den Augen hatte, erzählte er nach dem Spiel am "MagentaSport-Mikrofon" – und dem Ausgleich durch Guiddir noch einen Sieger geben würde, war in der zweiten Halbzeit nicht abzusehen. Gefährliche Aktionen gab es nur selten, bis Zeller in der 87. Minute für die Entscheidung sorgte. "Es war absoluter Wille", analysierte Wörle und ergänzte: "Heute trafen zwei Mannschaften aufeinander, die sehr intensiv spielen. Gerade in den direkten Duellen, Mann gegen Mann, da ging es dann darum, die nötige Haltung und Einstellung zu haben." Guter Fußball "war heute nicht immer möglich, aber wir haben eine Mannschaft gesehen, die All-In geht und alles auf den Platz gebracht hat"

"Wusste nicht, wie es mit mir weitergeht"

Dass es nun auch spielerisch besser werde, "ist eine Stabilität notwendig, die noch nicht ganz da ist. Auch eine gewisse Leichtigkeit, die noch nicht vorhanden ist", sagte Wörle. Für das konkrete Spiel betonte er jedoch immer wieder: "Es lag auch am Gegner. Die haben das sehr gut gemacht. Es ist auch eine Qualität, nichts zuzulassen. In der zweiten Halbzeit hatte Havelse kaum Chancen. Gerade, wenn man das Spiel dann ziehen möchte, ist es wichtig, stabil zu stehen und sich diese Tür offen zu lassen."

Ein besonderes Spiel war es unterdessen für Philipp Maier. Der 32-Jährige war erst vor wenigen Tagen zur Mannschaft gestoßen. Zuvor hatte der frühere Sechzger nach dem Zwangsabstieg der Münchner eine ungewisse Zeit erlebt: "Ich wusste nicht, wie es mit mir weitergeht." Rund zwei Monate war Maier vereinslos. "Nun bin ich einfach froh, hier zu sein. Es ist ein tolles Stadion, ich freue mich auf alles, was kommt." Für Maier ist es zudem eine ungewöhnliche Situation. Erstmals lebt der Mittelfeldspieler außerhalb Bayerns: "Auch als ich in Ulm gespielt hatte, habe ich in Bayern gewohnt. Insofern ist es eine Luftveränderung, die mir eventuell auch mal guttut." Kommenden Sonntag geht es wieder in die südliche Region für ihn. Dann gastiert Münster beim VfB Stuttgart II (13:30 Uhr).

   

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