"Dreckiger Arbeitssieg": Rot-Weiss Essen erneut ohne Gegentor

Rot-Weiss Essen bleibt auch in der neuen Saison zu Hause eine Macht. Gegen Viktoria Köln war es ein Geniestreich von Tony Menzel, der zum entscheidenden Tor führte. Allerdings gibt es nun Sorgen um den Torschützen.

"Hoffe, es ist nichts Schlimmeres"

Wie auch schon oft in der Vorsaison behielt Rot-Weiss Essen in einem Heimspiel am Ende knapp die Oberhand. Mann des Tages war Tony Menzel, der mit einem genialen Hackentreffer das 1:0 erzielte. "Ich habe instinktiv die Hacke genommen. Dann lag ich da und die Jungs haben geschrien: Tor, Tor, Tor", beschrieb der Torschütze bei "MagentaSport" sein Kunstwerk. Später musste er allerdings verletzt raus. Zum Interview erschien er mit bandagiertem Fuß. "Ich bin im Zweikampf ein bisschen umgeknickt. Das hat sich direkt komisch angefühlt danach. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes", sagte Menzel.

Es war der Schlüsselmoment in einer Partie mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten. "Es war wirklich ein sehr hartes Spiel. Mit einer unglaublich starken ersten Halbzeit von uns, in der wir Mut mit Intelligenz verbunden haben. Wir waren hartnäckig im Verteidigen und haben einen sehr beschwingten, guten Fußball gespielt. Deshalb fand ich die Führung total verdient", resümierte Trainer Uwe Koschinat. Nach der Pause drehten sich aber die Kräfteverhältnisse. "Zweite Halbzeit dann ein komplett anderes Bild. Die Viktoria hat uns dann deutlich besser bewegt. Trotz alledem muss ich der Mannschaft das Kompliment machen, dass die ganz klare Abschlussmöglichkeit für Köln über 90 Minuten ausgeblieben ist. Dann war es so ein dreckiger Arbeitssieg. Genau das braucht unsere Mannschaft auch."

Wieder zu Null

Die wichtigste Erkenntnis ist aber, dass RWE zum vierten Mal nacheinander ohne Gegentor geblieben ist. Eine erstaunliche Entwicklung nach dem 1:5 zum Auftakt gegen Saarbrücken. "Uns war klar, nachdem es am ersten Spieltag fünfmal einschlägt, dass dieser Faktor besser werden muss. Dass wir es so hinbekommen haben, ist natürlich großartig mit dieser jungen Truppe", lobte Koschinat. Ein Teil dieser jungen Garde ist Menzel, der seinen Teil zur Stabilisierung beigetragen hat. "Das erste Spiel hat uns gezeigt, was wir falsch gemacht haben. Das war so ein Wachrüttler. Dieses aggressiv nach vorne verteidigen war eigentlich unser Ding", betonte der 21-Jährige.

In der Liga klettert RWE damit vorerst auf Platz sieben und liegt nur noch zwei Punkte von einem direkten Aufstiegsplatz entfernt. Kurz nach dem Spielende wurde der nächste Gegner im DFB-Pokal ausgelost. Die Essener empfangen an der Hafenstraße den Bundesligisten RB Leipzig. Ein hartes Los für die Essener. "Da haben wir leider Gottes eine europäische Topmannschaft erwischt. Es wird mit Sicherheit eine heiße Aufgabe. Wenn es soweit ist, werden wir mit Sicherheit alles geben", kündigte Koschinat an. In der Liga geht es aber erstmal mit einem Heimspiel gegen die Würzburger Kickers weiter. Ob Menzel schon wieder dabei sein wird? "Ich habe jetzt eben gesehen, dass er schon wieder auf beiden Beinen steht. Von daher gehe ich davon aus, dass es wird."

   

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