"Offensiv ins Spiel gehen": Ist der Knoten bei F95 geplatzt?
Wie viel Sicherheit kann Fortuna Düsseldorf aus dem ersten Saisonsieg ziehen? Cheftrainer Alexander Ende ist am Sonntag bei Fortuna Köln an alter Wirkungsstätte gefordert. Auf mentaler Ebene rechnete der 46-Jährige mit einem anspruchsvollen Duell.
"Es hat uns gutgetan"
Am 5. September 2020 stand Alexander Ende erstmals als Cheftrainer einer Profimannschaft an der Seitenlinie. Mit Fortuna Köln holte der Übungsleiter einen 2:0-Sieg in der Regionalliga beim SV Bergisch Gladbach 09, woraufhin Ende insgesamt 86 Partien leitete. Nun kehrt der 46-Jährige mit Fortuna Düsseldorf ins Südstadion zurück. "Es ist ein besonderes Spiel, dem viele entgegenfiebern. Flutlicht, Südstadion, das wird emotional werden. Ich freue mich sehr auf diese Partie", erklärte Ende in der Spieltags-Pressekonferenz vor der Begegnung mit seinem Ex-Klub. Klar ist: Geschenke wird der F95-Coach nicht machen.
Denn Düsseldorf hat gerade erst die Trendwende geschafft. Nach einem blutleeren Saisonstart steigerte sich die Fortuna gegen Stuttgart II und erkämpfte sich den ersten Erfolg in dieser Spielzeit. "Es hat uns gutgetan, dass wir nicht zu viel Rotation hatten. Wir haben viel über Eingespieltheit und Verständnis gesprochen", blickte Ende noch einmal darauf zurück, was der Mannschaft zum Sieg verholfen hat – und auch, was daraus resultieren kann: "Es gibt die Option zu sagen, dass wir gewonnen haben und auf dieselbe Elf zurückgreifen. Wir haben aber auch einen starken Kader und können schauen, welche Herausforderungen dieses Spiel uns stellt und welche Spieler dazu am besten passen. Für beides gibt es Argumente."
"Schlau agieren und geduldig sein"
Ende will seine Spielphilosophie weiter stärken. "Es kann ein wichtiger Aspekt sein, die Variabilität und den Rhythmus im Spiel mal zu verändern. Es wird bei mir selten der Fall sein, dass wir mit einer defensiveren Herangehensweise ins Spiel gehen werden", nahm sich der 46-Jährige vor. "Wir wollen offensiv, aggressiv ins Spiel gehen und nach vorne verteidigen." Dass das gegen den Aufsteiger aus Köln nicht leicht wird, lag anhand der bisherigen Ergebnisse auf der Hand. Die Südstädter holten vier Punkte aus drei Spielen – mit stetig steigender Tendenz.
"Wir müssen schlau agieren und geduldig sein, aber auch den Moment finden, um Beschleunigung in unser Spiel zu bringen. Defensiv dürfen wir die Umschaltbewegungen nicht zulassen", gab Ende vor. "Wir müssen in allen Themen gut vorbereitet sein auf den Moment des Ballverlustes. Da müssen wir scharf gestellt sein und die Konter unterbinden." Kapitän Jorrit Hendrix wird aufgrund seiner Rotsperre wieder nicht helfen können, dazu fallen auch Dominique Heintz, Felix Meiser und Hamza Anhari weiter aus. Neu im Lazarett ist Jordi Paulina, während Yassine Bouchama nach Vorsichtsmaßnahmen einsatzbereit ist. Ende stellte klar: "Der Anspruch an die mentale Ebene wird in diesem Spiel sehr hoch sein. Fortuna Köln spielt zu Hause und will sich sicher auch ihre Offensivanteile holen."