Koschinat: "Haben den Anspruch, unser Heimspiel zu ziehen"

RWE-Coach Uwe Koschinat vertraut nach einem mäßigen Saisonstart auf das Potential seiner Mannschaft. Schon das Pokalspiel gegen St. Pauli habe gezeigt, wozu die Entwicklung an der Hafenstraße führen kann – und das gilt es nun auch gegen Viktoria Köln (Samstag, 16:30 Uhr) im kommenden Heimspiel wieder zu beweisen. Ein Gegner, der in den Augen des 55-Jährigen seit Jahren überzeugende Arbeit liefert.

"Gegner in sehr, sehr starker Verfassung"

298 Mal stand Uwe Koschinat in der Kölner Südstadt an der Seitenlinie von Fortuna Köln. Da war eine gewisse Rivalität zum FC Viktoria Köln unbestritten, doch der 55-Jährige hat diese Zeit lange hinter sich gelassen – besonders seit dem 38. Spieltag der letzten Saison. "Die Viktoria hat meine emotionale Kälte diesem Verein gegenüber natürlich besiegt, indem sie den ganz, ganz großen Beitrag dazu geleistet haben, dass wir letztes Jahr die Zweitliga-Relegation spielen durften", erinnerte Koschinat an das torlose Unentschieden der Kölner beim MSV Duisburg, durch das RWE noch am eigenen Lokalrivalen vorbeiziehen konnte. Besagte Rivalität habe aber "keine große Relevanz" mehr für den in Köln wohnhaften Fußballlehrer.

"Es ist eben auch die Anerkennung dafür, was dieser Verein in den letzten Jahren in der 3. Liga stabil leistet. Das muss man unter sportlichen Gesichtspunkten einfach herausstellen", fand der Essener Coach zudem. "Wir treffen auf einen Gegner, der mit Sicherheit gerade in einer sehr, sehr starken Verfassung ist. Und das ist wieder einmal sehr erstaunlich, wenn man sieht, welche Abgänge der FC Viktoria zu verzeichnen hatten. Das haben sie wieder problemlos in den Griff bekommen", so Koschinat, der die Abschiede bei den Kölnern im Blick hatte – etwa Leonhard Münst, Simon Handle, Lars Dietz oder Florian Engelhardt, die zu den Stammspielern am Höhenberg zählten. Oder bereits Winterabgänge wie Stammtorwart Dudu oder Top-Torjäger Lex Tyger Lobinger. "Sie haben trotzdem einen unverändert dominanten Spielstil", so Koschinat.

"Einfach noch nicht so im Spielrhythmus"

Dass die Viktoria viele Statistiken in der Liga anführte, wollte der 55-Jährige neidlos anerkennen. "Auf der anderen Seite wissen wir, dass wir hier an der Hafenstraße zuletzt drei Mal zu Null gespielt haben. Wir kommen aus dem Triumph des St. Pauli-Spiels, sodass wir natürlich den Anspruch haben, unser Heimspiel zu ziehen und so werden wir natürlich an die Sache herangehen", bekräftigte Koschinat ausdrücklich. Dazu stehen ihm alle Spieler zur Verfügung – darunter auch Michael Kostka und Lucas Brumme, die wieder vollständig im Training integriert waren, sowie Last-Minute-Neuzugang Nick Bätzner. Als Verbindungsstück zwischen dem offensiven und zentralen Mittelfeld könnte der 26-Jährige bereits zum Zug kommen.

Das Entwicklungspotential seiner Mannschaft schätzte Koschinat nach den Aufs und Abs zum Saisonstart hoch ein. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Menschen – gerade gegen St. Pauli – so sehr mitgenommen haben, dass sie wirklich einen klaren Eindruck davon haben, für was diese Mannschaft stehen soll", setzte der 55-Jährige zudem auf die Unterstützung der Fans. "Aus meiner Sicht ist das eine Mannschaft, die in Zukunft eher noch besser werden wird, weil die Spieler jetzt einfach noch nicht so im Spielrhythmus sind." Auf Strecke habe Koschinat daher keine Zweifel, wohlwissend, dass er das Publikum auch mit kurzfristigen Ergebnissen mitnehmen muss, um sie dauerhaft als Faustpfand in der Hinterhand zu haben. "Das müssen wir logischerweise entwickeln", so der Coach, der womöglich bald auch auf Eric Verstappen als dritten Torhüter zurückgreifen kann. Der Niederländer hinterließ bei seinem Gastspiel in Essen einen guten Eindruck und befindet sich derzeit in Gesprächen mit den RWE-Verantwortlichen.

   

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