F95 im Tal der Tränen – Neustart mit Ende und Mislintat geplant
Vor zwei Jahren verspielte Fortuna Düsseldorf einen Vorsprung von drei Treffern in der Bundesliga-Relegation und blieb Zweitligist. Jetzt patzten die Rheinländer erneut bei einem komfortablen Vorsprung – dieses Mal mit katastrophalen Folgen: Nach der 0:3-Niederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth steht nach 17 Jahren die Rückkehr in die 3. Liga fest. Die Trauer war grenzenlos, aber die Planungen sollen bereits am Dienstag beginnen. Mit Ende und Mislintat.
"Es lag alles in unserer Hand"
Der Vorsprung der Düsseldorfer auf die SpVgg Greuther Fürth betrug vor dem direkten Duell am Sonntag ganze drei Punkte und drei Tore. Doch die Fortuna hat am Ende alles verspielt. Schon nach 16 Spielminuten hatte das Kleeblatt die Partie mit zwei Treffern auf seine Seite gedreht, das dritte und entscheidende Tor folgte noch vor der Pause. Fürth zog mit diesem Ergebnis an Düsseldorf vorbei und sicherte sich die Teilnahme an der Zweitliga-Relegation, während die Fortuna den Super-GAU erlebte.
F95-Keeper Florian Kastenmeier erklärte bei "Sky" unter Tränen: "Ich habe keine Ahnung, wirklich. Wir haben eine sehr, sehr gute Ausgangsposition gehabt. Es lag alles in unserer Hand. Wir haben alles vermissen lassen, was es heute gebraucht hat. Es gibt keine Erklärung dafür, es gibt keine Entschuldigung dafür." Nach 17 Jahren steigt die Fortuna in die 3. Liga ab, obwohl das Ziel in den vergangenen Spielzeiten stets die Bundesliga war. Kastenmeier war völlig aufgelöst. "Ich habe keine Ahnung, was in jedem Einzelnen vorgeht. Wenn wir einen Matchplan aufsetzen und uns nicht dranhalten, viele Spieler dann einfach ausbrechen und wir nicht in die Zweikämpfe finden. Ich habe keine Erklärung dafür", so der Keeper.
"Nicht unterschrieben, um dann wegzulaufen"
Ob der F95-Kapitän den Gang in die 3. Liga mitgehen wird, ist offen. "Es müssen sich gewisse Sachen, grundlegende Dinge, personelle Sachen verändern, und dann bin ich auf jeden Fall bereit, dass Fortuna mein erster Ansprechpartner ist und Gespräche geführt werden", kündigte Kastenmeier lediglich an. Klar ist, dass den Düsseldorfern nun der Riesenumbruch droht. Während der Torhüter vom "schlimmsten Tag meiner Karriere" sprach, erklärten die Verantwortlichen um Vorstandschef Alexander Jobst, Sportvorstand Sven Mislintat und Cheftrainer Alexander Ende ihre Bereitschaft für einen Verbleib.
"Die Ausgangssituation so zu vergeigen, ist – auf gut deutsch gesagt – scheiße", äußerte sich der Vorstandsvorsitzende schon unmittelbar nach Abpfiff und kündigte an, dass jetzt erst einmal "alle tief, tief durchatmen" müssten. Schon am Dienstag wird die Fortuna in eine ausführliche Saisonanalyse gehen. Mit Sven Mislintat als Sportvorstand, der er auch bleiben wird. "Ich habe mit dem Wissen unterschrieben, dass es eng werden kann. Und ich habe keinen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben, um vor der 3. Liga dann wegzulaufen, sondern, um mitzuhelfen." Ein kompletter Neuaufbau wird es sein, den der 53-Jährige nun angehen muss. "Es ist brutal und eine Fassungslosigkeit dabei. Jetzt geht es darum, die Scherben aufzukehren. Klar ist: Wir werden es nicht nur analysieren, sondern knallhart aufarbeiten", so Jobst.
Endes kurioser Doppelabstieg
Auch der Cheftrainer wird in dieser Planung eine Rolle spielen. Alexander Ende, der als erster Trainer seit der Jahrtausendwende mit zwei Klubs (Düsseldorf und Münster) gleichzeitig abgestiegen ist, zeigte nach dem 0:3 in Fürth seine "maximale Enttäuschung" offen. Der 46-Jährige suchte nach den richtigen Worten. "Wir haben ein gutes Gefühl in das Spiel mitgenommen und konnten das aus verschiedenen Gründen nicht halten", schüttelte Ende schlussendlich mit dem Kopf. Sein bis 2028 laufender Vertrag wird auch in der 3. Liga laufen, wie "bereits im Vorfeld der Partie beantwortet" wurde. Ende und Mislintat – es wird viel Arbeit auf die sportliche Leitung der Fortuna zukommen. Und das schon in den nächsten Tagen.