Cottbus holt Last-Minute-Sieg, RWE meldet sich zurück, Hansa mit 5:3
Das Aufstiegsrennen spitzt sich weiter zu: Energie Cottbus konnte den Patzer des MSV Duisburg nutzen und sich nach Rückstand dank eines Treffers in der 89. Minute mit 2:1 gegen Wiesbaden durchsetzen. Damit liegt der FCE nun zwei Zähler vor der Konkurrenz. Auch Essen mischt nach zuletzt drei Pleiten in Folge wieder richtig mit: Mit 1:0 siegte die Koschinat-Elf gegen Verl, das damit endgültig raus aus dem Aufstiegsrennen ist. Hansa Rostock darf durch ein 5:3 gegen den VfB Stuttgart II dagegen weiter hoffen. Außerdem trennten sich der VfL Osnabrück und SSV Ulm 1:1-Unentschieden – der FC Ingolstadt gewann beim TSV 1860 München mit 2:1.
Essen 1:0 Verl: RWE zieht mit Duisburg gleich
Das Spitzenspiel am vorletzten Spieltag: Der Vierte empfing den Fünften. Die große Frage lautete: Wie tritt Rot-Weiss Essen nach dem 1:6 beim VfB Stuttgart II auf? Die auf gleich fünf Positionen veränderten Gastgeber starteten mit viel Wut im Bauch und Zug nach vorn, auch wenn sich in den ersten Minuten an der Hafenstraße wenig ereignete. Die erste nennenswerte Szene gab es nach 22 Minuten: Eine tückische Freistoßflanke von Brumme lenkte Schulze über die Latte. Auf der anderen Seite kam Mesanovic aus acht Metern zum Abschluss, doch Golz parierte stark mit dem Fuß (24.). Kurz vor der Pause hatte Safi die Riesenchance zur Essener Führung, jagte den Ball von der Strafraumgrenze allerdings deutlich über das Tor (35.).
Die zweite Halbzeit hätte beinahe mit einem Paukenschlag begonnen. Arweiler zog nach einer Drehung von der Strafraumkante ab, doch Golz wehrte den Ball mit einer Flugparade ab (46.). Wenig später dann Ekstase an der Hafenstraße: Otto leistete sich einen Fehlpass am eigenen Strafraum, Swajkowski eroberte den Ball und schloss humorlos zur Führung ab (50.). Die Anspannung war beiden Teams anzumerken, viel passierte danach nicht. Nach 74 Minuten meldete sich Verl zurück: Taz zog ab, Golz lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen an den Pfosten. Den knappen Vorsprung brachte Essen schließlich über die Zeit. Durch den ersten Sieg nach zuvor drei Niederlagen ist RWE punktgleich mit dem MSV Duisburg, liegt wegen des schlechteren Torverhältnisses aber weiter auf Rang vier. Der SC Verl hat nun sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und ist damit aus dem Aufstiegsrennen ausgeschieden.
Cottbus 2:1 Wiesbaden: Späte Ekstase in Cottbus
Die große Chance für Energie Cottbus: Nach dem Remis des MSV Duisburg am Freitagabend konnten sich die Lausitzer eine hervorragende Ausgangslage für den letzten Spieltag verschaffen. Cottbus begann entsprechend mit viel Schwung und hatte die frühe Führung auf dem Fuß. Hannemann zog von der Strafraumkante ab, traf jedoch nur die Latte (3.). Danach verflachte die Partie zunehmend, Wiesbaden fand besser ins Spiel und ging kurz vor der Pause in Führung. Gözüsirin kam unbedrängt zum Abschluss, Funk konnte den zentralen Schuss nur zur Seite abwehren – direkt vor die Füße von Schleimer, der abstaubte (38.). Die gedrückte Stimmung im Stadion hielt allerdings nicht lange an: Hannemann sorgte mit einem wuchtigen Abschluss aus spitzem Winkel für den Ausgleich und ließ das Stadion wieder beben (43.).
Cottbus gehörte die erste gute Chance nach Wiederanpfiff. Butler zog wuchtig aus der Distanz ab, der leicht abgefälschte Schuss brachte Stritzel in Schwierigkeiten, der den Ball nur nach vorne abklatschen konnte (51.). Der FCE blieb die spielbestimmende Mannschaft, doch Wiesbaden hatte die große Gelegenheit zur erneuten Führung: Nach einer missglückten Kopfballverlängerung von Manu schaltete Kaya am schnellsten und zog von der Strafraumkante ab, traf den Ball aber überhaupt nicht richtig (61.). Auf der anderen Seite legte Biankadi in den Rückraum zu Tolga Cigerci, der aus elf Metern deutlich verzog (79.). Kurz vor Schluss gelang ihm dann der Lucky Punch: Cigerci zog aus rund 26 Metern einfach mal ab und setzte den Ball sehenswert ins Eck (89.). Damit geht Cottbus mit zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz in den letzten Spieltag. Wiesbaden fällt nach dem neunten sieglosen Spiel auf Rang zehn zurück.
Rostock 5:3 Stuttgart II: Acht-Tore-Spektakel im Ostseestadion
Zumindest rechnerisch durfte Hansa Rostock noch auf den Relegationsplatz hoffen – dafür musste die Kogge jedoch ihre Hausaufgaben erledigen. Der Start verlief allerdings denkbar ungünstig: Hummel foulte Darvich im Strafraum, Sessa verwandelte den fälligen Strafstoß souverän zur Führung für Stuttgart (6.). Die Gäste trafen wenig später sogar ein zweites Mal, doch der Treffer von Darvich wurde wegen Abseits aberkannt (9.). Rostock antwortete prompt: Nach einem flach ausgeführten Freistoß von Lebeau zog Fatkic ab und traf mit etwas Glück zum Ausgleich (16.). Der Treffer gab den Gastgebern spürbar Auftrieb. Zunächst vergab Lebeau noch die Chance auf das 2:1, wenig später bereitete er dieses aber vor: Seine Flanke verwertete Holten im Strafraum artistisch (31.). Nur drei Minuten später legte Wallner nach – erneut kam die Vorarbeit von Lebeau. Kurz vor der Pause hätte Stuttgart noch verkürzen können, Ouro-Tagbas Schuss klärte Wallner per Kopf auf der Linie (43.).
Die zweite Halbzeit begann kurios: Zunächst wurden 20 Sekunden aus dem ersten Durchgang nachgespielt, weil die erste Hälfte wegen gesundheitlicher Probleme des Linienrichters zu früh beendet worden war. Während Stuttgart vor der Pause den Anschluss liegen ließ, erhöhte Rostock nach Wiederbeginn auf 4:1. Herwerth spielte im eigenen Strafraum einen Querpass genau in die Füße von Hummel, der nur noch ins leere Tor einschieben musste (51.). Stuttgart gab sich jedoch nicht auf und verkürzte: Darvich flankte scharf vor das Tor, wo sich Jatta löste und traf (57.). Danach drückte der VfB, biss sich aber lange an der kompakten Rostocker Defensive die Zähne aus. Erst in der Nachspielzeit traf Köhler zum 3:4 (90.+2). Die Hoffnung hielt allerdings nur kurz, denn Voglsammer stellte nur eine Minute später den alten Abstand wieder her. Durch den Sieg darf die Kogge weiter hoffen: Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt weiterhin drei Punkte. Stuttgart II fällt auf Rang 14 zurück.
Osnabrück 1:1 Ulm: Nur ein Remis zur Meisterfeier
Das Duell der Gegensätze zwischen Osnabrück und Ulm: Während die Gastgeber Aufstieg und Meisterschaft bereits sicher hatten, stand für die Gäste der Abstieg fest. Nach einer furiosen Anfangsphase mit je einer Chance auf beiden Seiten beruhigte sich die Partie zunächst. Die große Gelegenheit zur Führung hatte dann der VfL: Meißner spielte eine flache Hereingabe auf den Elfmeterpunkt, wo Dressel im letzten Moment vor dem einschussbereiten Pröger klärte (20.). Dennoch war die Anfangsphase der Spatzen durchaus mutig – und wurde belohnt. Löder spielte scharf vor das Tor, wo Chessa aus kurzer Distanz einschob (26.). Kurz vor der Pause glich Kehl in seinem Stand jetzt letzten Heimspiel für den VfL eher aus dem Nichts aus: Westermeier unterlief den Ball unglücklich, wodurch der Osnabrücker freie Bahn hatte und eiskalt vollstreckte (44.).
In der 52. Minute wurde es emotional: Sowohl Tesche als auch Ajdini wurden ausgewechselt – beide beenden nach der Saison ihre Karriere. Zuvor hatte Ajdini sogar noch die Chance auf ein Tor, sein Versuch wurde jedoch geblockt (50.). Nach den Wechseln flachte die Partie etwas ab, auch wenn Osnabrück Ulm weitgehend in die eigene Hälfte drängte. Es fehlte jedoch an klaren Torchancen. Dennoch blieben die Spatzen vor allem über Konter gefährlich: Brandt bekam eine Ablage von links, Jonsson begrub den Schuss aus 13 Metern aber sicher unter sich (74.). Tabellarisch änderte sich beim VfL nichts mehr: Osnabrück stand bereits vor Anpfiff als Meister fest. Ulm klettert vorerst auf Rang 17.
1860 München 1:2 FC Ingolstadt: FCI dreht Partie dank Traumtor
Für die Löwen ging es nur noch darum, sich gebührend aus der Saison zu verabschieden. Im letzten Heimspiel der Spielzeit startete allerdings der FC Ingolstadt besser: Besuschkow versuchte es per Lupfer gegen Dähne, der jedoch aufmerksam blieb (6.). Einige Zeit später hatte Pfeifer die Chance zur Führung der Löwen. Der Verteidiger zog von links nach innen und zwang Klein zu einer Flugparade (38.). Wenig später fiel dann das 1:0 für den TSV 1860: Haugen steckte stark auf Althaus durch, der im Eins-gegen-eins souverän blieb (42.).
Nach Wiederanpfiff folgte jedoch der Dämpfer für die Löwen: Hoppe legte quer, Costly musste nur noch einschieben. Der Ausgleich war durchaus verdient, schließlich kontrollierte Ingolstadt die zweite Halbzeit. Die Schanzer legten sogar noch nach – und zwar sehenswert: Nach einer Flanke von Costly traf Besuschkow per Seitfallzieher zum 2:1 Sechzig stemmte sich gegen die Niederlage, konnte den Ausgleich aber nicht mehr erzielen. In der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte Haugen nur an die Latte. Die Löwen bleiben nach nur einem Sieg aus den letzten neun Spielen auf Rang acht, der FCI klettert auf Platz 13.