"War unmöglich, sachlich zu bleiben": Holtz mit lauter Ansprache
Im Sonntagsspiel erlebte der SV Waldhof Mannheim einen wilden Ritt in Wiesbaden. Nach einem 0:3-Pausenrückstand kämpfte sich die Mannschaft von Cheftrainer Luc Holtz zurück, der in der Kabine klare Worte für den Auftritt seiner Schützlinge gefunden hatte. Standards waren anschließend der Schlüssel zum Comeback.
"Fragst dich, ob der Spieler zugehört hat"
Die erste Minute in der Brita-Arena war noch nicht abgelaufen, da ging der SV Wehen Wiesbaden auch schon in Führung. Ein spielerischer Aufbau von Sanoussy Ba vor dem eigenen Strafraum ging schief, sodass das Unglück seinen Lauf nahm – noch vor der Pause erhöhten die Hausherren auf 3:0. "Bei der Aktion vor dem ersten Gegentor fragst du dich als Trainer, ob der Spieler dir unter der Woche zugehört hat", ärgerte sich Waldhof-Coach Luc Holtz nach Abpfiff bei "Magenta Sport". Die Enttäuschung, sie war groß. Denn der Waldhof spielte zuletzt im November zu Null.
In der Kabine war die Unzufriedenheit groß. Neben dem Cheftrainer ergriff auch Janne Sietan das Wort. "Das war eine Selbstreinigung in der Mannschaft", erzählte Holtz, der die Stimme erhob. "Ich bin normalerweise sehr ruhig und gelassen. Oder sachlich, aber heute war es unmöglich, sachlich zu sein. Das war eine etwas klarere Ansage." Eine Maßnahme, die Wirkung zeigte. Denn durch einen Doppelpack von Samuel Abifade (55./68.) und dem Treffer von Terrence Boyd (83.) kam der Waldhof tatsächlich zurück. "Heute waren das drei Standardtore. Da geht ein ganz klarer Gruß an Co-Trainer Asif Saric, der sich jede Woche die Mühe macht, etwas herauszuarbeiten", so Abifade.
"Das wäre auf jeden Fall eine Idee"
Mit dem 3:3-Unentschieden konnte Holtz letztendlich leben. "Wir waren in der zweiten Halbzeit nicht drei Tore besser als Wiesbaden, aber in der ersten Hälfte auch nicht drei Tore schlechter", fasste der Luxemburger zusammen. Die Anzahl an Gegentoren muss grundsätzlich jedoch reduziert werden, um die Entwicklung in Mannheim voranzutreiben. "Wir laden den Gegner halt häufig ein. Das müssen wir abstellen, wenn wir nächste Saison oben angreifen wollen", zeigte sich Abifade ambitioniert. "Das wäre auf jeden Fall eine Idee." 63 Gegentore nach 34 Spielen darf es dann aber nicht mehr geben. Nun wartet Absteiger Schweinfurt auf die Buwe.