"Wollen versuchen, Zweiter zu werden": Hirsch bläst zum Angriff
Der MSV Duisburg kann weiterhin den Durchmarsch von der Regionalliga West in die 2. Bundesliga schaffen. Dazu benötigt die Mannschaft von Dietmar Hirsch wahrscheinlich die maximale Ausbeute aus den letzten fünf Partien. Im Interview mit dem "kicker" sprach der MSV-Coach über die aktuelle Lage im Aufstiegskampf, seine Planung für die Zukunft und seine Kritiker.
"Das ist schon Motivation für mich"
Vor zwei Jahren zeichnete sich in der 3. Liga der Abstieg eines großen Traditionsklubs an. Der MSV Duisburg stand am 33. Spieltag der Saison 2023/24 auf Platz 18 und hätte acht Punkte auf das rettende Ufer aufholen müssen, doch die Mission scheiterte. Als Cheftrainer für den Neuaufbau in der Regionalliga wurde Dietmar Hirsch geholt, der bis heute eine märchenhafte Erfolgsgeschichte mit den Zebras feiert. Bei seiner Präsentation ließ sich der 54-Jährige seinerzeit auf dem Fahrrad ablichten, seitdem kennt der Meidericher Spielverein nur noch die Überholspur. "Allein schon, es den zwei Prozent der Leute zu zeigen, die sagen, mit mir kann man nicht aufsteigen, ist schon Motivation für mich", machte Hirsch im "kicker"-Interview deutlich, was ihm im Saisonfinale besondere Freude machen würde.
Auf Platz 4 stehend ist Duisburg aktuell punktgleich mit Cottbus, das den Relegationsplatz innehält. Mit vier Zählern mehr auf dem Konto steht Essen auf dem zweiten Rang. "Man kann in dieser Liga derzeit ja auch gar nichts voraussagen", verneinte Hirsch, dass er den Tabellenrechner noch nicht ausprobiert hatte. Die Vorgabe des 54-Jährigen war ohnehin einfacher: "Wir wollen jetzt das Maximum und möglichst alle fünf Spiele gewinnen. Es geht darum, einfach von Woche zu Woche da oben zu bleiben." Die Niederlage im Derby gegen RWE (0:1) war schmerzhaft, aber mit zwei Siegen gegen Osnabrück (1:0) und Mannheim (4:1) blieb der MSV dran. Jetzt war klar: "Wir wollen versuchen, Zweiter zu werden, und dafür müssen wir Spiele gewinnen. Wenn wir fünf Spieltage vor Schluss da oben stehen, müssen wir voll auf Attacke gehen."
"Jetzt ist das einfach nur ein Wollen"
Neue Energie zog der MSV in den letzten Wochen aus Umstellungen in der Formation und einem höheren Konkurrenzkampf. Junge Spieler wie Ben Schlicke oder Niklas Jessen beißen sich fest, während vorherige Edeljoker wie Florian Krüger oder Thilo Töpken besser in Form finden. "Alle ordnen sich unter. Es gibt keine persönlichen Befindlichkeiten. Der Erfolg steht über allem", freute sich Hirsch über das Miteinander an der Westender Straße. Solange es möglich ist, wird der Aufstieg das Ziel sein. Doch für den MSV-Trainer ist die 2. Bundesliga keine Pflicht – zumindest noch nicht.
"Wir müssen nicht aufsteigen, wir wollen aufsteigen. Das ist ein Unterschied. Wenn wir es schaffen, ist das unfassbar, fast wie im Märchen. Wenn wir es nicht schaffen, wollen wir in der nächsten Saison angreifen", erklärte der 54-Jährige. "Dann würden wir uns gezielt verstärken, und dann ist es vielleicht wirklich so: Dann müssen wir aufsteigen. Aber jetzt ist das einfach nur ein Wollen." Und wie sehr sie es wollen, können die Zebras am Samstag (14 Uhr) wieder gegen die TSG Hoffenheim II zeigen. Schreibt Hirsch seine Erfolgsgeschichte mit dem MSV weiter, dann wäre wohl niemand im Duisburger Umfeld traurig.