"Völlig unbefriedigend": FCI-Boss Jackwerth übt klare Kritik
Seit 22 Jahren ist Peter Jackwerth für die Geschicke des FC Ingolstadt verantwortlich. Nun steht der 68-Jährige vor seinem letzten Jahr als Vorstandsvorsitzender der Schanzer, denen er ein gutes Fundament für eine erfolgreiche Zukunft hinterlassen möchte. Eine sportliche Steigerung soll her, denn die Entwicklung war in den letzten Jahren wenig zufriedenstellend.
"Nicht so rumhampeln und rumkicken"
In der Saison 2015/16 erlebte der FC Ingolstadt seinen Höhepunkt, als der Klassenerhalt in der Bundesliga gelang. Inzwischen kämpfen die Schanzer allerdings gegen den Ruf der grauen Maus – und zwar in der 3. Liga. "Es ist völlig unbefriedigend, auf welchem Tabellenplatz wir stehen", fasst Peter Jackwerth als Vorstandsvorsitzender im Interview mit dem "Donaukurier" zusammen. Viele Spiele in dieser Saison waren nicht schlecht, viele Leistungen ansehnlich. Aber der Ertrag fehlte oftmals, wodurch sich Ingolstadt so gut wie nie in der oberen Tabellenhälfte aufhielt. Wieder einmal, denn seit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga kam der FCI in vier Jahren nie über Platz 10 hinaus.
"Mir fehlt im Team einfach die gewisse Galligkeit, etwas erreichen zu wollen. Es war schon vor Wochen klar, dass wir mit dem Aufstieg nichts zu tun haben werden. Da hätte ich mir nach dem Sieg in Ulm gewünscht, dass wir uns dann wenigstens einen einstelligen Tabellenplatz holen und nicht so rumhampeln und rumkicken, wie das teilweise der Fall war", führt Jackwerth aus, was ihm zurzeit sauer aufstößt. Das Fazit? Eindeutig: "Die Mannschaft will. Ich habe nicht den Eindruck, dass jemand ins Spiel geht und ihm das egal ist, was dabei herauskommt. Aber es spielt auch das Unterbewusstsein eine Rolle. Wenn man den letzten Schritt nicht macht, reicht es in dieser Liga nicht."
"Wir werden etwas ändern müssen"
Am Ende der nächsten Saison wird der FCI-Boss in den Ruhestand gehen. Bis dahin will Jackwerth noch etwas bewegen. "Wir werden etwas ändern müssen. Mein letztes Jahr als Vereinspräsident läuft, und ich habe mir vorgenommen, nochmals enger dranzusein und an der Kaderzusammenstellung mitzuwirken. Ich möchte einen gesunden Grundstock hinterlassen, wenn ich am Ende der nächsten Saison aufhöre", erklärt der 68-Jährige, der nun wieder aktiv Spieler scouten und mit Beratern sprechen wird. "Meiner Meinung nach wird sich die Mannschaft nicht groß verändern. Was sich ändern muss, ist das Leistungsgefüge, das muss intensiver werden. Wir müssen mehr punkten, das ist einfach zu wenig, zumindest mit der Qualität, die die Truppe hat."
Ein Spieler, mit dem der FCI wohl über das Saisonende hinaus planen kann, soll Abwehrchef Simon Lorenz sein. Die Gespräche zur Vertragsverlängerung scheinen auf der Zielgeraden zu sein. Finanzielle Sorgen hatte der Präsident nicht. "Aber wenn man sportlich keinen Erfolg hat, kostet das Geld. Darum müssen wir schauen, dass wir sportlich erfolgreich sind, dann habe ich keine Angst um den Klub", gab Jackwerth dennoch zu Bedenken. Eine Rückkehr auf die große Bühne wäre daher auch für den FCI wünschenswert: "Grundsätzlich möchte ich jedes Jahr aufsteigen, aber das ist natürlich kein Wunschkonzert. Was dieses Jahr passiert ist und auch die letzten drei Jahre, ist einfach ungenügend. Also muss es besser werden."