Sechs Punkte Rückstand: Verl vom Geheimfavoriten zum Außenseiter

Wieder einmal schön gespielt, aber wiederholt nicht das passende Ergebnis geholt. Der SC Verl war stolz auf seine Leistungen, doch im Aufstiegsrennen geraten die Ostwestfalen nach dem 1:2 gegen Hansa Rostock ins Hintertreffen. Spielunterbrechungen durch die Gästefans sorgten für Kopfschütteln.

"Das hat mich unfassbar beeindruckt"

Der Sportclub aus Verl zählte lange als Geheimfavorit für den Aufstieg. Jetzt stehen die Ostwestfalen allerdings schon sechs Punkte hinter dem Relegationsrang, was durch Niederlagen gegen Ulm (0:1) und Rostock (1:2) verschuldet wurde. Cheftrainer Tobias Strobl wagte den analytischen Spagat. "Es geht um zwei Sachen. Einmal um die Art und Weise, und dann einfach um das nackte Ergebnis. Und je näher du dem Ende kommst, umso mehr zählt das Ergebnis", fasste der 35-Jährige zusammen. Doch der umworbene Coach stärkte sein Team: "Ich bin unfassbar stolz auf diese Mannschaft, die in dieser Phase, in der wir uns jetzt befinden, auch mit dem Nackenschlag in Ulm, so eine erste Halbzeit gegen einen Top-Gegner spielt. Boah, das hat mich unfassbar beeindruckt."

Nur Zählbares sprang für den SCV nicht heraus, denn Rostock drehte die Partie binnen weniger Minuten im zweiten Abschnitt. Kapitän Niko Kijewski zeigte seine Enttäuschung bei "MagentaSport", denn am Ende zählt das Ergebnis. "Jeder wusste vor dem Spiel, welche Wichtigkeit die Partie für beide Seiten hat. Wir haben aber auch thematisiert, dass es heute nicht um den Aufstieg geht, und wenn wir verlieren, wir auch nicht oben raus sind." Doch der Weg wird logischerweise schwieriger durch die Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten.

"Natürlich stört sowas den Spielfluss"

Kijewski hob das hevor, was auch sein Cheftrainer betonte – die Leistung. "Wir können stolz sein auf das, was wir hier 75 bis 80 Minuten gespielt haben", fand der Abwehrspieler. Ausreden suchte der Kapitän keine, doch die Spielunterbrechungen durch Vorfälle im Gästeblock waren trotzdem nach Abpfiff ein Thema. "Der Schiri hat gesagt, dass die Unterbrechung nicht vom Schiedsrichtergespann kam. Eher von der Polizei", so Kijewski. "Aber es schien relativ schnell alles unter Kontrolle zu sein. Die Spieler haben nicht daran gedacht, dass das Spiel abgebrochen werden könnte."

Doch zumindest nahm es den Schwung aus der Partie. "Natürlich stört sowas den Spielfluss. Im Endeffekt haben sie es gut für ihre Mannschaft gemacht", gestand der SCV-Kapitän den Rostocker Zuschauern zu. "Sie haben ein bisschen Luft aus dem Spiel gelassen, was am Ende vielleicht hilfreich für sie war." Kleine Nachlässigkeiten in der Abwehr und fehlende Durchschlagkraft in der Offensive. Es war wieder einmal nicht viel, was den Verlern gegen Rostock fehlte. Doch in Summe rutscht Verl dadurch im Endspurt der Saison in eine Außenseiterrolle. Am Sonntag (16:30 Uhr) geht es mit einem Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue weiter, das nach dem letzten Strohhalm für den Abstiegskampf greifen wird.

   

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