Dotchevs Appell: "Nicht mit Pauken und Trompeten runtergehen"
Realistische Chancen auf den Klassenerhalt hat der SSV Ulm angesichts von bereits neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer inklusive der deutlich schlechteren Tordifferenz nicht mehr, dennoch wollen sich die Spatzen mit Anstand verabschieden. Trainer Pavel Dotchev spricht diesbezüglich einen Appell aus.
"Nicht nur nach Vorschrift spielen"
Einmal mehr "brutal groß" sei sie gewesen, die Enttäuschung bei den Spielern nach der 1:3-Niederlage gegen den FC Ingolstadt am vergangenen Sonntag, wie Trainer Pavel Dotchev bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag berichtete. "Nichtsdestotrotz geht es weiter. Wir haben noch so viele Spiele, sodass es keine Option ist, jetzt nur noch nach Vorschrift zu spielen." Zumal nun kein Druck mehr vorhanden sei.
Daher gelte es, professionell zu bleiben und das Beste für den Verein zu geben. Nicht zuletzt deswegen, um sich für andere Vereine empfehlen zu können. "Auch den Fans gegenüber sind wir verpflichtet", appellierte der 60-Jährige. "Wir müssen in jedem Spiel versuchen, das Maximum rauszuholen. Für was das reicht, das kann ich jetzt nicht sagen. Aber wir können es uns nicht erlauben, mit Pauken und Trompeten runterzugehen."
"Absoluter Kracher" in Cottbus
Dass die Chancen auf den Klassenerhalt nur noch minimal sind, "wissen wir", so Dotchev. "Wir haben viele Chancen versäumt und sind selbst schuld." Das sei "nicht schön" und eine "absolute Katastrophe". Nicht nur für Mannschaft, sondern auch für den Verein, die Fans und Dotchev selbst. "Es fühlt sich sehr, sehr schlecht an." Und dennoch: "Wir müssen Profi bleiben und dürfen nicht aufgeben. Egal was kommt, wir müssen jedes Spiel Gas geben. Und wenn wir in Cottbus eine Sensation schaffen, dann haben wir vielleicht immer noch eine kleine Chance".
Mit dem Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten warte ein "absoluter Kracher" auf den SSV. "Vielleicht liegt uns das besser. Wir sind Außenseiter und brauchen uns nicht verrückt zu machen. Einfach frech und befreit spielen und versuchen, den Top-Favoriten zu ärgern", lautet die Vorgabe. Damit das gelingt, "müssen wir sehr kompakt sein, brauchen eine gute Restverteidigung und dürfen den Cottbusern keine Räume geben, weil sonst werden sie uns auseinandernehmen", warnte Dotchev.
Dotchev über eigene Zukunft: "Offen für alles"
Fehlen werden neben den Langzeitverletzten auch weiterhin Felix Vater sowie Dennis Chessa, zudem ist Max Brandt nach seiner zehnten gelben Karte gesperrt. Ersetzt werden wird der 24-Jährige wohl durch Dennis Dressel. Für den Kader will Dotchev indes nur noch Spieler nominieren, "von denen ich zu 100 Prozent überzeugt bin, dass sie uns weiterhelfen." Spieler, die nicht mitziehen, "müssen sich warm anziehen", so die klare Ansage des 60-Jährigen.
Wie es für Dotchev nach der Saison weitergeht, ist noch offen. Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2027, gilt aber nur für die 3. Liga. "Natürlich ist es so, dass wir Gespräche führen müssen, was wir für Perspektiven haben und ob der Verein weiter mit mir plant. Ich bin offen für alles." Den Job als Sportchef hatte der Deutsch-Bulgare zuletzt aber bereits ausgeschlossen. Ob er als Trainer für den bevorstehenden Neuanfang in der Regionalliga infrage kommt, dürfte dann vor allem in den Händen des künftigen Sportchefs liegen.