"Schwebt ihm nicht im Kopf herum": Knackt Gindorf eine Bestmarke?
In der Rückrunde präsentiert sich Alemannia Aachen bislang als Spitzenteam. Jetzt will sich die Mannschaft von Mersad Selimbegovic auch gegen Energie Cottbus behaupten. Am Freitagabend (19 Uhr) kommt es zum Topspiel am Tivoli, in dem sich Mittelstürmer Lars Gindorf womöglich zum besten Alemannia-Torschützen seit 1979 aufschwingen kann.
23 Tore gilt es zu knacken
In der 2. Bundesliga Nord erzielte ein gewisser Winfried Stradt in der Saison 1978/79 insgesamt 23 Tore für Alemannia Aachen. Diesen Top-Wert erreichte seitdem niemand mehr – Marcus Feinbier, Benjamin Auer und Anton Heinz waren mit jeweils 20 Treffern in den letzten Jahrzehnten auf der Jagd. Und nun ist es Lars Gindorf, denn der Leihspieler von Hannover 96 steht ebenfalls schon bei 20 Toren in dieser Spielzeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass der 24-Jährige die besagte Marke knackt – und womöglich noch höhere Rekorde aus den sechziger Jahren – ist hoch.
"Das ist für mich fast alles ganz neu. Ich habe nicht so die Zeit dafür, um da zurückzublättern", gestand Alemannia-Coach Mersad Selimbegovic auf der Pressekonferenz vor dem nächsten Auftritt seiner Mannschaft ein. Was ihm recht wäre? Wenn Gindorf wieder trifft. "Von mir aus kann er seine Führung komplett ausbauen", schmunzelte Selimbegovic. "Aber das spielt keine Rolle. Darf es auch nicht. Er ist ehrgeizig, deswegen ist er da, deswegen hat er das geschafft. Aber ich glaube nicht, dass ihm das jetzt im Kopf herumschwebt. Und das sollte es auch nicht." Schließlich besteht die Aachener Mannschaft nicht nur aus Gindorf, sondern auch aus weiteren Spielern, die aus der Alemannia in den letzten Wochen ein Top-Team gemacht haben.
"… dann sind wir unangenehm"
17 Punkte aus neun Spielen – damit ist Aachen in der Rückrunde auf Augenhöhe mit Energie Cottbus. Das soll auch am Freitagabend so sein, obwohl es zwischenzeitlich für Selimbegovic gar nicht rosig aussah. Aus sieben Spielen holte der Cheftrainer anfangs nur fünf Punkte. "Ich war immer überzeugt, aber es war natürlich auch schwierig", so Selimbegovic über die Schwächephase. "Es ist immer die Frage, wie du damit umgehst. Und wie lange dauert so eine Phase? Gott sei Dank haben wir das zusammen überstanden und jetzt müssen wir einfach weitermachen." Denn das volle Potential, das der Alemannia-Coach in seiner Mannschaft sieht, habe Aachen noch gar nicht ausgeschöpft.
Gegen Cottbus kann nachgelegt werden. "Wir müssen bei uns bleiben. Wenn wir unsere Attribute bringen, wenn wir unser Spiel durchziehen, wenn wir investieren – dann sind wir unangenehm. Wenn wir das nicht zu 100 Prozent machen, so wie gegen Mannheim, dann sind wir okay. Aber nicht mehr unangenehm, nicht mehr so gefährlich wie wir sein können", fasste Selimbegovic zusammen. Nur, wenn man alles gibt, könne man auch etwas zurückbekommen. "Und wenn du das nicht tust, dann kriegst du gar nichts." Eine positive Nachricht dürfte daher auch sein, dass Danilo Wiebe ins Training zurückgekehrt war – und auch Kapitän Mika Hanraths nach langer Verletzungspause für das Mannschaftstraining freigegeben wurde.