"Warum soll ich Bammel haben?": Hirsch wird deutlich
Aufgrund von zwei Unentschieden in der Englischen Woche hat der MSV Duisburg den direkten Anschluss zu einem Aufstiegsplatz verloren. Doch schon am Sonntag (16:30 Uhr) können die Zebras im Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken zurückschlagen. Oder gehen Angst und Sorge jetzt an der Wedau um? Cheftrainer Dietmar Hirsch reagierte intensiv auf die Nachfrage.
"Das ist doch ein positives Thema!"
Die Punkteteilung gegen Havelse (1:1) wirkte im Nachhinein ärgerlich, das torlose Remis in Ingolstadt war wiederum ein verdienter Zähler. Duisburg bleibt mittendrin im Aufstiegsrennen, wenngleich die großen Schritte gerade ausbleiben. Oder bekommt der MSV etwa Angst vor dem eigenen Erfolg? "Bammel hätte ich jetzt, wenn ich aktuell unter den letzten vier Teams in der Tabelle wäre", schnaufte Cheftrainer Dietmar Hirsch, dem die Nachfrage nach Erwartungshaltung und Mentalität in der Mannschaft offenbar gehörig gegen den Strich ging.
"Klar ist der Aufstieg ein Thema. Aber das ist doch ein positives Thema! Warum soll ich da Bammel haben?", ärgerte sich der 54-Jährige über eine entsprechende Nachfrage. Und stellte die Gegenfragen: "Was passiert denn, wenn wir das schaffen? Dann ist das geil. Und wenn wir Fünfter werden? Was passiert dann? Oder Siebter oder Vierter? Was passiert dann?" Das Schweigen in der Medienrunde vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken, es dauerte an. Hirsch versicherte: "Natürlich werden wir in den verbleibenden elf Spielen den maximalen Erfolg wollen. Und dann muss man am Ende schauen. Wir können nur alles dafür tun."
"Gibt auch mal ein paar zwischen die Ohren"
Und der 54-Jährige betonte auch, dass er selbst der größte Kritiker sein wird, wenn es den Anlass dazu gibt. "Wenn ich merke, dass Nachlässigkeiten entstehen, dann lege ich den Finger in die Wunde und dann gibt es auch mal ein paar zwischen die Ohren", so Hirsch. "Aber das muss ich im Gesamten sehr selten machen." Zur Erwartungshaltung von Fans und Umfeld wollte sich der Cheftrainer kein Urteil erlauben, doch intern, so versprach Hirsch, sei die Duisburger Mannschaft gefestigt. Der MSV-Coach plädierte letzten Endes für den fairen Sportsgeist: "Wenn andere besser sind, dann respektieren wir das auch."
Soweit soll es jedoch nicht kommen, denn Duisburg möchte selbsterklärend nachlegen. Abgesehen von den Langzeitverletzten muss Hirsch dabei auf Dominik Becker und Florian Egerer verzichten, die sich mit "kleineren Wehwechen" herumschlagen. Jetzt kommt Saarbrücken an die Wedau, was Erinnerungen an ein Topspiel in der Hinrunde weckte. Dass der FCS erst kürzlich den Druck des Abstiegskampfs abschüttelte, spielte für Hirsch durchaus eine Rolle. "Saarbrücken bringt wieder Qualität auf den Platz. Das wird ein guter Gegner und ein gutes Drittliga-Spiel", prophezeite der 54-Jährige. Und versuchte selbst, die Kritik in positive Energie zu wandeln: "Die Erwartungshaltung im Umfeld ist gestiegen, weil meine Spieler so gut performen. Das liegt dann in der Natur der Sache."