1860 klopft wieder ganz oben an: Köllner vermeidet Kampfansage

Durch das 3:2 gegen den SC Verl – den dritten Sieg in Folge – rückt der TSV 1860 München immer näher an die Aufstiegsplätze heran. Eine Kampfansage an die Konkurrenz will Trainer Michael Köllner trotzdem nicht abgeben. Warum Siegtorschütze Richard Neudecker trotz des Erfolgs nicht rundum zufrieden war.

"Nehmen es zur Kenntnis"

Eine klassische Kampfansage Richtung Ligaspitze kam Michael Köllner auch nach dem 3:2-Erfolg des TSV 1860 München gegen den SC Verl nicht über die Lippen. Dabei beträgt der Abstand auf Rang drei, der zur Relegation berechtigt, und Platz zwei nach zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten nur noch vier Zähler. Denn der FC Ingolstadt spielte nur unentschieden, Hansa Rostock verlor seine Partie sogar. Die diplomatische Antwort des 51-Jährigen am "MagentaSport"-Mikrofon: "Wir nehmen es wohlwollend zur Kenntnis, dass die anderen Mannschaften auch nicht alles gewinnen."

Auch, wenn es bei den Löwen offiziell keiner sagen will: Die Hoffnung auf den Aufstieg ist wieder voll da. Mit 27 Punkten aus 14 Spielen ist die Mannschaft die drittbeste in diesem Jahr und robbte sich zuletzt wieder an das Spitzentrio heran. Weil eben auch solche Partien wie gegen offensivhungrige Verler gewonnen werden. Dabei hätte die Partie nicht schlechter losgehen können. Bereits nach 90 Sekunden hatte Justin Eilers den Aufsteiger in Front gebracht. Doch seine Kicker hätten "den Nackenschlag gut weggesteckt", lobte Köllner. Obwohl es in der Folge wieder Eilers war, der gefährlich im Strafraum auftauchte.1860-Keeper Marco Hiller konnte ihn jedoch im letzten Moment vom Ball trennen.

Gegentor in Überzahl

Es schien der Weckruf für die Hausherren gewesen zu sein, die durch Knipser Sascha Mölders die Partie binnen weniger Minuten drehen konnten (15./19.). Es waren die Saisontore 19 und 20 im 30. Spiel für den 36-Jährigen, der sich anschickt, die Torjägerkanone in der 3. Liga zu holen. Mit der Führung im Rücken hatte der Traditionsklub das Spiel im Griff – zur Freude des Trainers: "Wir hatten einen guten Plan, dass wir das Pressing des Gegners umspielen. So wie wir in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit gespielt haben in Ballbesitz war erste Sahne."

Als dann kurz nach Wiederanpfiff die Gäste nach einer gelb-roten Karte gegen Daniel Mikic (51.) auch noch in Unterzahl agieren mussten, schien das Pendel endgültig in Richtung der Münchner auszuschlagen. Aber falsch gedacht. Sechs Minuten später glich der SC durch Aygün Yildirim aus. "Die gelb-rote Karte ist psychologisch nicht immer so einfach für die Mannschaft, die dann in Überzahl spielt", erklärte Köllner den Gegentreffer. Zudem habe sein Team die Ecke, aus der das Tor entstand, "schlecht verteidigt".

"Haben uns heute leider hergespielt"

Doch die Sechziger hatte noch die passende Antwort parat. Mit seiner zweiten Vorlage des Tages bediente Phillipp Steinhart Richard Neudecker, der per Kopf zum Endstand traf (65.). "Mein Kopfballspiel kann man sich eigentlich nicht anschauen", scherzte er im Anschluss. "Steini hat mich angeschossen, ich konnte ja gar nicht weg." Trotz des Sieges mahnte der Mittelfeldspieler, war mit der Leistung nicht zufrieden: "Die waren mit zehn Leuten besser als wir mit elf. Die haben uns leider heute hergespielt. Aber das ist am Ende egal, weil wir die drei Punkte geholt haben."

Beim Derby am kommenden Samstag gegen Türkgücü München im Olympiastadion fordert der 24-Jährige, man müsse "nächste Woche wieder ein gutes Spiel machen", um in der Erfolgsspur zu bleiben. Gewarnt sein dürften die Sechziger. Im Landespokal war die Mannschaft Ende März mit 0:1 auf Aufsteiger gescheitert.

   

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