1860-Durststrecke hält weiter an: "Enttäuschendes Ergebnis"

Die Löwen sind gebändigt. Nach dem 1:1 gegen den SC Verl wartet der TSV 1860 München seit fünf Partien auf einen Sieg, ist vor den restlichen Duellen des Spieltages fünf Zähler hinter einem Aufstiegsplatz – der Abstand könnte noch großer werden. Wie schon in den vergangenen Wochen konnte die Mannschaft spielerisch nicht überzeugen.

Vier Punkte aus fünf Spielen

Ein leicht schüchternes Lächeln huschte dem zurückhaltenden Merveille Biankadi dann doch noch durchs Gesicht, als er auf seinen Treffer aus der 17. Minute angesprochen wurde. Da hatte der 26-Jährige im Verler Strafraum blitzschnell reagiert und per Hacke zur Löwen-Führung getroffen. Die Freude über sein tolles Tor sei natürlich da. Aber ohne Sieg des eigenen Teams macht selbst ein nicht alltäglicher Treffer eben nur halb so viel Spaß. "Ich bin nicht zufrieden, es ist ein enttäuschendes Ergebnis für uns", sagte der Offensivspieler bei "MagentaSport". Die Sechziger, bei denen Sascha Mölders erstmals seit Juni 2020 zunächst nur auf der Bank saß, hätten aktuell "schwere Wochen, da hätte ein Sieg gut getan".

Seit über einem Monat – es war am 5. Spieltag gegen Viktoria Köln – warten die Münchner nun auf einen Sieg, holten seitdem lediglich vier Punkte aus fünf Partien. Der Aufstiegsanwärter ist gehemmt, kann seine zweifelsohne vorhandene Qualität nicht auf den Platz bringen. Zwar hatten die Giesinger das Spiel im ersten Durchgang im Griff, konnten aber nach der Führung nicht nachlegen.

Verler "Sonntagsschuss" entreißt zwei Punkte

Und so konnten die Verler, mittlerweile auch nur mit einem Sieg aus den vergangenen sieben Partien, noch einen Punkt ergattern: Nico Ochojski erzielte in Lotte wahrscheinlich schon jetzt den schönsten Treffer seiner Laufbahn. Nach einem von den Gästen abgewehrten Eckball nahm der 22-jährige Verteidiger all seinen Mut zusammen, zog aus 40 Metern ab und traf ins lange Eck (66). Einen Vorwurf wollte 1860-Coach Michael Köllner seinen Mannen nicht machen. "Mit einem Sonntagsschuss verlieren wir zwei Punkte", so der 51-Jährige.

Doch auch wenn sein Team beim Gegentreffer nicht wirklich etwas hätte anders machen können, so wurmte das Ergebnis den Oberpfälzer dennoch gewaltig. In Puncto Einsatz, Wille und Intensität "sei es ein gutes Spiel" gewesen. "Aber in der zweiten Halbzeit hätten wir mehr im eigenen Ballbesitz machen müssen", lautete das Fazit. Dass die Mannschaft trotz Führung nicht wie erhofft abliefern konnte, habe auch mit der vorherrschenden Verunsicherung zu tun, meinte Biankadi. "Aktuell fehlt uns ein bisschen die Stabilität."

"Man muss der Mannschaft weiter Vertrauen geben"

Doch wie soll dieser wieder hergestellt werden? "Das geht am besten, wenn man einfach normal weiterarbeitet", so Köllner. Von Aktionismus wie übermäßig laute Ansagen in der Kabine oder auf dem Platz, sowie Straftraining oder ähnlichen Maßnahmen hält er nichts. "Das hat in der Regel noch nie geholfen. Man muss der Mannschaft weiter Stabilität und Vertrauen geben." Diese Phase müsse man nun durchstehen, betonte der Trainer. "Keiner weiß, wie lange diese dauert." Die nächste Chance, diese zu beenden, gibt es am kommenden Samstag beim Heimspiel gegen Aufsteiger Viktoria Berlin.

   
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