1. FC Magdeburg: Lähmen die Gedanken an den Aufstieg?

29 Spiele lang spielte der 1. FC Magdeburg über weite Strecken wie aus einem Guss – genau solange, bis die 45 Punkte, die schon vor der Spielzeit als ausreichend für den Klassenerhalt proklamiert worden waren. Doch was ist nun mit den Blau-Weißen los? Nach dem enttäuschenden, aber akzeptierten 0:2 in Cottbus folgte zuhause gegen Holstein Kiel eine neuerliche 0:1 (0:1)-Niederlage.

Auch diese ist zu verschmerzen, keine Frage. Weiterhin spielt der FCM um Coach Jens Härtel eine überragende Saison, die so zu keinem Zeitpunkt erwartet wurde. Den Titel "Bester Aufsteiger“ sind die Elbstädter nun aber mindestens kurzzeitig an die Würzburger Kickers los, die sich vorerst auf den vierten Tabellenplatz geschoben haben. Durch gleichzeitige Erfolge von Erzgebirge Aue und dem VfL Osnabrück ist der Relegationsplatz und erst recht der direkte Aufstiegsrang in weite Ferne gerückt. Das neue Ziel, Platz 4 und die Qualifikation für den DFB-Pokal, ist zwar noch möglich, aber die Konkurrenten aus Würzburg und Großaspach haben sich Feldvorteile erarbeitet.

Sehenswertes Tor besiegelt Niederlage

Was war aber los gegen Holstein Kiel, warum lief bei den Magdeburgern nichts zusammen? Die gefürchtete Atmosphäre vor einer wieder einmal herausragenden Kulisse von 16.446 Zuschauern störte die Kieler Störche nur wenig, schnell formierte sich die Elf von Trainer Karsten Neitzel und machte es dem FCM so schwer, ein geordnetes Aufbauspiel aufzuziehen. Bezeichnenderweise verbuchten die Gastgeber mit die besten Möglichkeiten der Begegnung durch zwei Freistöße von Nico Hammann – aus dem Spiel heraus lief fast gar nichts zusammen. Es passte zu diesem Tag, dass Manuel Janzer die Gäste mit einem sehenswerten Hackentrick, der ihm so wohl nicht allzu oft gelingt, in Führung brachte (28.). Dennoch muss sich der 1. FC Magdeburg natürlich vorwerfen lassen, selbst wie schon in Cottbus viel zu wenig in das eigene Spiel investiert zu haben.

Härtel: "Mit 30 guten Minuten wird es schwer“

"Defensiv haben wir eigentlich gut gestanden, das Gegentor ist kaum zu verteidigen“, resümierte Härtel nach Abpfiff. In der Halbzeit habe man sich dann neu justiert und nach Wiederanpfiff besser in die Partie gefunden. "Wir hatten zwei bis drei gute Abschlüsse, aber Kiel war auch ein ziemlich starker Gegner“, musste der 46-Jährige ehrlich einräumen. Einen richtigen Vorwurf konnte der Übungsleiter seinen Akteuren nicht machen, dennoch wurde offensichtlich: Die richtige Durchschlagskraft entwickelten die Hausherren am Sonntagnachmittag nicht. "Wir sind immer realistisch geblieben“, verwies Härtel auf die zuletzt hohen Ansprüche und Erwartungen von außerhalb, "und heute haben wir gesehen, wie schwer es werden kann, wenn man nur 30 gute Minuten zeigt.“

Nach der Osterpause gegen Aue

Ja, es ist eine komplexe und schwierige Situation, in der sich der Fußballclub momentan befindet. Hält die Formkrise weiter an, wird es in den verbleibenden sieben Begegnungen möglicherweise nur noch um die Ehre und eine gute Platzierung gehen. Das wäre schade – aber hatte man vor der Saison nicht insgeheim sogar davon geträumt, so früh wie möglich Planungssicherheit zu besitzen und sich einem entspannten Saisonfinale entgegenzusehen? Es ist immer so eine Sache mit den gestiegenen Ansprüchen. Gewinnt der FCM nach der Osterpause gegen Erzgebirge Aue, dann sieht die Welt möglicherweise schon wieder ganz anders aus.

 

   
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