Zwickau kann nicht nachlegen: Nullnummer gegen Freiburg II

Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg kam der FSV Zwickau zu Hause gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg nicht über ein 0:0 hinaus und wartet damit weiter auf den ersten Heimsieg. Dabei konnten sich die Westsachsen kaum gefährliche Chancen herausspielen und hatten sogar noch Glück, die Partie nicht zu verlieren. Beide Teams bleiben somit weiter im Tabellenkeller und der FSV ohne Heimsieg in dieser Spielzeit.

Kaum ein Durchkommen für die Offensiven

FSV-Coach Joe Enochs nahm drei Änderungen im Vergleich zum ersten Saisonsieg beim TSV 1860 München am vergangenen Wochenende vor: Luca Horn, Mike Könnecke und Ronny König begannen für die verletzten Can Coskun und Patrick Göbel sowie Lars Lokotsch, der zunächst auf der Bank Platz nahmen. Sogar eine Umbaumaßnahme mehr ergriff SCF-Trainer Thomas Stamm: Noah Atubolu hütete das Tor. Robert Wagner, Emilio Kehrer und Vincent Vermeij starteten für Julius Tauriainen, Patrick Kammerbauer und Lars Kehl.

Der FSV ist als eine körperlich extrem robuste Mannschaft bekannt, scheinbar um früh ein Zeichen zu setzen, sich davon nicht beeindrucken zu lassen, kassierte Kiliann Sildillia gleich nach sechs Minuten eine gelbe Karte. Ansonsten war auf dem Platz nicht viel los, ein Offensivspektakel wurde den Fans wahrlich nicht geboten. Erstmals gefährlicher wurde es nach 16 Minuten, als Sildillia den Ball an Zwickaus Manfred Starke verlor. Der spielte auf Johan Gómez, der von der Strafraumkante aus jedoch vorbeischoss. Doch viel mehr kam von den Schwänen erst einmal nicht. Ein Kopfball von Ronny König ging deutlich am Tor vorbei (21.). Von den Gästen war keine einzige wirklich gute Szene zu vermerken.

Freiburg vergibt die beste Chance

Nach dem Seitenwechsel war mal wieder König parat, kam aber mit einem Kopfball nach Flanke von Marco Schikora nicht am Freiburger Schlussmann vorbei (51.). Enochs reagierte auf die bislang harmlosen Angriffe, brachte mit Lokotsch einen weiteren bulligen Angreifer ins Spiel, wollte somit einen Vorteil gegen die Talente des SCF haben. Nach nur zwei Minuten köpfte der neue Spieler auch erstmals über das Tor, war gleich in der Partie (57.). Auch Marius Hauptmann war mit einem Schuss aus der zweiten Reihe zu ungefährlich (61.). Es wollte einfach noch nicht funktionieren bei den Westsachen. Dann kam auch noch eine Verletzung des gesetzten Innenverteidigers Steffen Nkansah hinzu. Für ihn kam Davy Frick in die Partie.

Einen Raunen ging nach 66 Minuten durchs Stadion. Erst konnte Atubolu einen Schuss von Gómez nur nach vorn abprallen lassen, beim Nachschuss – der ohnehin nicht reinging – stand Lokotsch im Abseits. Richtig knapp wurde es dann auf der Gegenseite. Nach einem Fehlpass von Gómez im Mittelfeld schalteten die Freiburger schnell um. Vermeij spielte vor dem Strafraum noch einmal quer auf Yannik Engelhardt, der aber kurz vor dem Fünfmeterraum am herausgeeilten Johannes Brinkies scheiterte (73.). Das war die ganz dicke Chance für die Gäste, in Führung zu gehen.

Denn auch danach kam kein Schwung in das Spiel, weitere Hochkaräter blieben aus. Immerhin testete Gómez noch einmal Atubolu (82.). Risiko ging kein Team mehr ein, auch Genauigkeit und absoluter Wille in den entscheidenden Momenten fehlten. In der Schlussminute hatte Schikora per Kopfball dann plötzlich die beste Gelegenheit der Partie, brachte den Ball nach einem Freistoß von Horn aber zu zentral auf den Kasten. Somit blieb es bei der eher müden Nullnummer.

Zwickau ist mit neun Punkten nach zehn Partien weiter auf dem ersten Abstiegsplatz, holte schon das sechste Unentschieden der Saison. Am kommenden Spieltag geht es zum VfL Osnabrück. Freiburg hat drei Punkte mehr und steht einen Rang über dem FSV. Das nächste Duell ist zu Hause gegen den Halleschen FC.

   
  • Betze97

    Vielleicht stellt Zwickau diese Saison unseren Unentschieden Rekord ein. Ich drücke die Daumen dafür.

  • R.Heinz

    Die Freiburger Bubis sind eine technisch hervorragend ausgebildete Truppe. Ich verfolge ihre Spiele seit ihrem Aufstieg. Allerdings fällt mir in den letzten Wochen auch ihre Fallsucht bei der kleinsten Berührung auf. Sehr oft haben sie den Schiri auf ihrer Seite. Ist dies mal nicht so, kommt die Wunderheilung sobald sie wieder in Ballbesitz sind. So hat sich die U 23 der Bremer vor Jahren alle Sympatien verspielt. Schade das es für Schauspielereien so selten die Gelbe gibt. Zum Spiel: Eines der schwächsten, von beiden.

    • DM von 1907

      Bei der hervorragenden technischen Ausbildung stimme ich Dir zu. Bei der Fallsucht nicht. Ich habe gestern in der Anfangsphase einen Versuch gesehen, einen Elfmeter zu schinden. Ansonsten ist es so, dass die jungen Freiburger Spieler in der Mehrzahl wenig Körperlichkeit auf den Platz bringen und daher von rustikalen Gegenspielern leicht abgeräumt werden können. Was die Schiris betrifft, ist Freiburg II unauffällig – nullmal von Fehlentscheidungen profitiert, einmal benachteiligt. Dieses eine Mal war allerdings heftig, ein vollkommen ungerechtfertigter Handelmeter gepfiffen von Riem Hussein gegen Braun-Schumacher.

      Und das Spiel war tatsächlich von beiden Mannschaften sehr schwach. Ich habe alle Freiburger Spiele bislang geschaut und würde sagen, von Freiburg war es sogar das schwächste Spiel überhaupt bis jetzt. Angsthasenfußball mit andauernden Rückpässen auf den Torwart. Atubolu hat mehrfach bärenstark gehalten und war für mich Man of the Match. Der kicker sieht es nicht so.

  • Mülli

    So richtig kommt Zwigge nicht aus dem Knick. Das sind eigentlich diese Spiele, die am Ende ausschlaggebend sind. Muss man gewinnen. Auch wenn Freiburg Fußball spielen kann, so sind sie dennoch ein Aufsteiger. Und eigentlich auch Außenseiter.

  • Phillip

    Ziemlich treffender Spielbericht. Das war leider ein ganz schwaches Fußballspiel.

    • DM von 1907

      … mit einem glücklichen Ende für Freiburg II, denn die Mannschaft hat die drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge gehalten.

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