"Zu viel des Negativen": Heskamp verwundert über Unruhe beim MSV

Nach einem guten Saisonstart ist der MSV Duisburg in der Tabelle mittlerweile nach unten abgerutscht und fährt am Freitag als Außenseiter zu SV Wehen Wiesbaden. Sport-Geschäftsführer Ralf Heskamp und Trainer Torsten Ziegner wollen von Unruhe aber nichts wissen und zeigen sich gar verwundert darüber.

Als Außenseiter nach Wiesbaden

Nach zehn Punkten aus den ersten fünf Spielen dürfte der eine oder andere Optimist beim MSV Duisburg bereits nach oben geschielt und sich für die Saison einiges ausgerechnet haben. Mittlerweile sind die Zebras aber in der harten Realität angekommen, bekleiden nach nur einem Sieg aus den letzten acht Spielen den zwölften Rang mit einem Abstand von noch vier Punkten auf die Abstiegszone und haben am Freitag das schwere Auswärtsspiel beim Tabellenvierten, dem SV Wehen Wiesbaden, vor der Brust. "Wir sind Außenseiter, keine Frage", gab Trainer Tosten Ziegner daher auf der Pressekonferenz vor der Partie unumwunden zu. "Das bedeutet aber nicht, dass wir das Spiel dann auch verlieren müssen."

Überhaupt will der 44-Jährige die Stimmung in und um den Verein herum gar nicht so schlecht bewerten. Intern sei man guter Dinge, arbeite akribisch an Verbesserungen und setze alles daran, die Leistungen aus den Trainingseinheiten auch am Wochenende auf den Platz zu bringen. "Unabhängig davon, dass Punkte immer eine Rolle spielen und dass wir mit dem Verlauf der Hinrunde bis dato nicht zufrieden sein können", sagt Ziegner, würde er die Arbeit beim MSV aber gerne auch noch aus einem anderen Winkel betrachtet wissen. "Für uns bemisst sich Erfolg nicht immer nur damit, abzurechnen, wie viele Punkte wir gegen den oder den geholt haben. Wir haben auch intern Ziele mit den Jungs. Wir haben keine Scheu davor, in einer extremen Drucksituation für den Verein, junge Spieler einzusetzen und weiterzuentwickeln. Das sind ja auch Themen, die uns umtreiben." Von Unruhe will er nichts wissen: "Ich merke überhaupt nicht, dass die Stimmung bei den Fans angespannt oder unruhig ist. Das, was ich sehe, ist ein extrem geiler Support unserer Fans."

"Als geht es um Leben und Tod"

Dennoch müssen nun auch wieder Zähler her, bestenfalls schon im Auswärtsspiel bei den Hessen am Freitagabend. Keine leicht Aufgabe gegen einen Gegner, der zwar sein letztes Spiel gegen den TSV 1860 München verloren hat, davor aber drei Siege am Stück feiern durfte und mal wieder um den Aufstieg mitspielt. "Es ist eine Mannschaft, die körperlich sehr stark ist und eine sehr große Wucht mitbringt. Die einen total geradlinigen Fußball spielt und zügig in die Sturmspitze kommt", analysiert Ziegner und benennt ein Rezept dagegen: "Es kommt darauf an, dass wir uns in den Zweikämpfen immer wieder behaupten. Dass wir auch verlängerten Bällen nachgehen, mit engen Räumen in der Defensive." Fehlen werden ihm bei dieser Aufgabe lediglich Alaa Bakir (Meniskusriss) und Benjamin Girth (Schultereckgelenkssprengung), ansonsten sind alle Akteure fit.

Derweil zeigt sich Sport-Geschäftsführer Ralf Heskamp über die Unruhe im Umfeld verwundert: "Natürlich wollen wir die Spiele gewinnen. Aber das man das alles so unter Druck setzt, kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es hier um Leben und Tod geht. Wir stehen ja nicht fünf, sechs Spieltage vor Schluss und kurz vor dem Abstieg. Das ist mir hier zu viel des Negativen", so der 57-Jährige, der aber auch sagt, dass man für eine ruhige Winterpause schon noch ein paar Punkte holen müsse. Bestenfalls schon am Freitagabend gegen Wiesbaden.

   
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