Ziegners Fazit nach Pleite: Ärgerlich, aber kein Weltuntergang

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Am Montagabend traf der Hallesche FC vor protestbedingt ruhiger Kulisse auf den FC Bayern München II. Aus der eigenen Überlegenheit machten die Hallenser aber zu wenig und verloren mit 1:2 – ärgerlich, wie Trainer Torsten Ziegner bilanzierte.

Halle zwischen furiosem Pokal und Ligaalltag

Ein großes Hin und Her gegen den VfL Wolfsburg, das nach einer irren Schlussphase 3:5 endete und mit ein bisschen mehr Glück auch andersherum hätte ausgehen können – so ließ sich der HFC-Montag der letzten Woche in aller Kürze zusammenfassen. Diese Woche aber stand wieder die 3. Liga an – und die 1:2 Niederlage gegen die Zweitvertretung des deutschen Rekordmeisters machte beim HFC nun wirklich niemanden glücklich: "Wir haben es nicht unterschätzt", betonte Startelf-Debütant Terrence Boyd im Anschluss an die Partie am "Telekom“-Mikrofon: "Aber wir wussten, dass es tricky werden würde – nach einem großen Spiel gegen einen Bundesligisten, du hast nichts zu verlieren, gut gespielt – im Ligaalltag."

Dieser Ligaalltag holte den HFC auf unangenehme Weise ein. Direkt in der 5. Minute brachte Wriedt die Gäste in Führung, nachdem der HFC es bei einem Eckball verpasste, die Situation ordentlich zu klären. Terrence Boyd glich in der 23. Minute aus, in der zweiten Halbzeit aber wurde Lars Lukas Mai für die Bayern zum Matchwinner (65.). Der Bruder des Hallensers Sebastian Mai nutzte einen Klatscher von Kai Eisele aus und vollstreckte zum 1:2 – der HFC schaffte es danach trotz guter Möglichkeiten nicht mehr, zurückzukommen.

Kein Vorwurf an Eisele

"Beide Tore fallen nach Standardsituationen, wo die Zuordnung zum einen nicht gestimmt hat und zum anderen der Ball unglücklich in die Mitte geklatscht wurde", analysierte Trainer Torsten Ziegner auf der Pressekonferenz nach der Partie, ohne seinem Keeper einen Vorwurf zu machen: "Das Ärgerliche ist, dass man bei Fehlern als Torwart öfter mal ein Gegentor kassiert. Unsere Spieler machen alle Fehler – aber da fällt nicht immer direkt ein Gegentor. Ich bin mir sicher, dass er daraus noch stärker hervorgeht."

Kritischer sah Ziegner die Abteilung Attacke: "Wir hatten wieder gute Torchancen, aber den letzten entscheidenden Ball nicht so verantwortungsvoll ausgetragen, dass es Tore wurden. Schlussendlich brauchen wir uns nicht wundern, das wir das Spiel verloren haben und nicht mal einen Punkt dafür kriegen", so Ziegner, der betonte, sein Team sei zwar mit Leidenschaft dabei gewesen, dürfe aber nicht "in jedem Spiel 15 Torchancen brauchen, um drei Tore zu erzielen. Es müssen auch mal sechs reichen, und das schaffen wir aktuell noch nicht."

Da sah sich auch Torschütze Terrence Boyd angesprochen, der gerne noch den einen oder anderen Treffer nachgelegt hätte: "Wir haben Großes vor in der Saison. Die Mannschaft hat einen guten Charakter und es ist scheiße, dass wir da vorne die Mannschaft nicht belohnt haben." Dennoch: Die Leistung zumindest stimmte. Und deswegen zog Ziegner ein versöhnliches Fazit: "Es ist ärgerlich, dass wir das Spiel verloren haben, weil es aus meiner Sicht unnötig war, aber deswegen bricht keine Welt zusammen."

   
  • Daniel M.

    Ziegners Fazit kann man sich nur anschließen.
    Mit entsprechender Stimmung wäre es für Bayern auch nahezu unmöglich gewesen , in Halle zu gewinnen.

    • weihnachtsmann

      Ziegner hat kein Wort über die "Stimmung" gesagt. Allerdings lebt die Mannschaft Zuhause von der Stimmung, insofern war das Ganze erwartungsgemäß kontraproduktiv. Verlieren müssen wir trotzdem nicht…

      • Daniel M.

        Hab ich auch nicht behauptet ;)
        Das ist lediglich meine Ergänzung zu Ziegners Einschätzung.

    • Tobi

      Da kann man Dir weitestgehend zustimmen, allerdings kann man sich durchaus Gedanken über die wiederholten Aussetzer von Eisele machen. Ganz so entspannt sollte man es vielleicht nicht sehen nach 3 gravierenden Böcken die dann unmittelbar zu Gegentoren führten…

      • Daniel M.

        Normalerweise muss eine Diskussion um die Nr. 1 geführt werden. Eisele ist immer für schwerwiegende Patzer gut. Allerdings auch für ganz starke Paraden.
        Schwierig.

  • weihnachtsmann

    Aufwand und Nutzen stehen nach wie vor in keinem guten Verhältnis. Und wenn du dann noch zwei Eigentore schiesst, wird es schwer.

    • Fat Tony

      Ja, das stimmt. Was manchmal so überlegen aussieht, ist immer hart erkämpft. Die Spieler müssen ständig an ihren Grenzen gehen und dann noch genug Luft für einen gelungenen Abschluß haben. Wenn man dann die Gegentore betrachtet, wirkt der Gegner mit viel weniger Aufwand, deutlich effektiver.

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