Ziegner hofft auf Verstärkung: "Hätten Bedarf, noch Einiges zu tun"

Murmeltier statt Zebra? Die Vorbereitung sorgt beim MSV Duisburg bislang nicht gerade für Aufbruchsstimmung. Erst eine von fünf Partien konnte gewonnen werden – gegen einen Kreisligisten. Am Freitagabend setzte es eine 2:4-Pleite gegen Viertliga-Aufsteiger Düren, tags darauf gab es ein 1:6 gegen Bayer Leverkusen. Cheftrainer Torsten Ziegner zeigt sich enttäuscht – und hofft auf weitere Verstärkung.

Nur gegen einen Kreisligisten gewonnen

Nach zwei Spielzeiten voller Krisen liegt die erste Sommer-Vorbereitung unter einer neuen Sportlichen Leitung beinahe hinter den Zebras. Ein Abschlussturnier gegen Borussia Mönchengladbach und Athletic Bilbao (17. Juli) dient als Generalprobe für die neue Saison. Doch die Frustration ist nicht nur bei den Fans groß – auch Cheftrainer Torsten Ziegner wurde nach den letzten Testspiel-Ergebnissen deutlich: "Sehr enttäuscht" war er am Freitag nach dem 2:4 bei Viertliga-Aufsteiger Düren. "Ich habe den Jungs gesagt, dass ich angefressen bin. Nicht über das Ergebnis, sondern über die Art und Weise." Und das 1:6 gegen Bayer Leverkusen, als die Zebras nach nicht mal 25 Minuten mit 0:3 hinten lagen, bezeichnete der 44-Jährige als "ernüchternd. Wir haben keine Härte, keine Schärfe und keine Torgefahr gezeigt. So sollte es nicht sein".

Zwar seien Meisterschaft und Vorbereitung "zwei verschiedene Paar Schuhe", doch Ziegner würde es trotzdem "cool finden, wenn wir ein bisschen Selbstvertrauen mit in die Runde nehmen können". Abgesehen vom Schützenfest gegen Kreisligist Union Hamborn (13:1) gelang den Zebras kein Sieg, die übrige Bilanz steht bei 6:16 Toren in vier Partien. Darunter zwei höherklassige und zwei Regionalliga-Gegner.

Schon vor Saisonstart ist der Druck hoch, obwohl gerade die Problematik in der Abwehr aktiv angegangen wurde. Vier Verteidiger gingen und vier neue Leute kamen. Klar ist auch, dass Testspiele zum Testen gedacht sind und die neue Abwehrreihe sich erst einmal einspielen muss. Dennoch droht schon das erste Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen (5. Juli, 19 Uhr) zum Pulverfass zu werden, wenn die Flut an Gegentoren nicht abnimmt. Dass bei Rolf Feltscher die eigentlich bereits verheilte Verletzung am Innenband wieder aufgerissen ist und der 31-Jährige nun erneut für einige Zeit ausfallen wird, passt ins Bild einer bislang enttäuschenden Vorbereitung.

Gespräche im Hintergrund laufen

Große Hoffnungen ruhen daher auf Sebastian Mai, der verletzungsbedingt noch keine Partie bestreiten konnte. Nach einer ärztlichen Untersuchung am Dienstag soll der neue Abwehrchef aber vollends ins Training einsteigen und die Defensive stabilisieren. Im Anschluss muss sich Ziegner um die Offensive sorgen, denn mit John Yeboah und Orhan Ademi verließen 20 Scorerpunkte den Klub. Chinedu Ekene (MRT-Untersuchung am Montag) und Phillip König (Covid-19) scheinen zum Saisonstart allenfalls eine perspektivische Rolle einzunehmen.

"Wir hätten schon den Bedarf, noch Einiges zu tun. Auch, um den internen Konkurrenzkampf noch weiter zu schüren und an Qualität zu gewinnen", gibt Ziegner gegenüber dem "RevierSport" an. Aber der Coach kennt die Bedingungen: "Das Gesamtbild muss stimmen: Es muss sportlich passen und der Junge, den wir suchen, muss auf dem Markt sein." Im Hintergrund sollen die Gespräche mit potentiellen Kandidaten bereits laufen, doch die Sorgen der Fans sind groß. Nach einer intensiven Vorbereitung muss Ziegner nun vor allem den Spagat zwischen mentaler und körperlicher Frische finden, um doch noch alle mit dem bereits bekannten Personal zu überraschen – denn nicht zum ersten Mal ist die grundsätzliche Einstellung des Teams ein Thema an der Westender Straße.

   

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