Zebras wackeln erneut: "Werden nicht die Nerven verlieren"

Erneut verpasste der MSV Duisburg am Sonntag den Sprung an die Tabellenspitze, beim Chemnitzer FC setzte es für das Team von Trainer Torsten Lieberknecht eine 1:3-Niederlage – und damit erstmals in diese Saison eine zweite Pleite in Folge. Der Fußballlehrer stellte sich anschließend vor seine Mannschaft, appellierte aber auch an das Pflichtgefühl seiner Spieler.

"In vielen Phasen körperlos"

Diese Englische Woche hatte es für den MSV Duisburg in sich, zweimal verpassten die Zebras binnen weniger Tage den Sprung an die Tabellenspitze. Dabei war die Ausgangslage nach der 2:1-Aufholjagd in Jena optimal, die Euphorie nach dem Sieg in Unterzahl wuchs. Doch MSV-Coach Torsten Lieberknecht war schon mit diesem Auftritt nicht zufrieden gewesen und es folgten zwei Spiele, die daran wohl kaum etwas änderten. "Fakt ist, dass wir nur die ersten Viertelstunde die 3. Liga angenommen haben. Danach waren wir in vielen Phasen körperlos unterwegs", bemängelte der Fußballlehrer nach der 1:3-Niederlage in Chemnitz die Einstellung seiner Spieler auf dem Feld.

Dabei reagierte der Trainer im Vorfeld mit einer leichten Rotation, um für die nötige Frische innerhalb des Teams zu sorgen. Kaum ein Spieler aus der vermeintlichen zweiten Reihe konnte jedoch überzeugen. "Wir werden nicht die Nerven verlieren und den Stab über der Mannschaft brechen, sondern sie unterstützen", stellte sich Lieberknecht schützend vor das Team, in dem die Fans bereits nach einem Sündenbock suchen. Ein Kandidat mit schwerem Stand ist Flügelspieler Ahmet Engin, doch das Eigengewächs der Duisburger war weniger das Problem. Trotz der verpassten Führung in der ersten Halbzeit war es immerhin der 23-Jährige, der mit seinem Anschlusstreffer die Hoffnung nährte – wenn auch nur kurz. Und darin liegt die Krux.

Keine Einzelschuld

Denn die Abwehr des MSV Duisburg ist nicht sattelfest. Auf den Außenbahnen spielt das Schicksal mit, dort war Lieberknecht aufgrund von Verletzungen und Sperrungen täglich zur Rotation gezwungen. Das Innenverteidiger-Duo aus Lukas Boeder und Marvin Compper wirkt mit jeder weiteren Partie weniger harmonisch. Gestandene Alternativen gibt es keine. Die Schuld nun dem Abwehrzentrum alleine zuzuschieben, wäre allerdings auch nicht richtig. Denn in den letzten beiden Auftritten verlor der MSV als Team. "Jeder Einzelne der Jungs ist in der Pflicht", mahnte auch Lieberknecht trotz aller Schutzmaßnahmen für seine Spieler.

Und die gehen ebenfalls selbstkritisch mit sich ins Gericht, wie Kapitän Moritz Stoppelkamp bestätigte: "Wir müssen eingestehen, dass wir zwei schlechte Spiele gemacht haben. Es ist gut, dass wir nun zwei Wochen bis zum nächsten Ligaspiel haben." In dieser Zeit können sich die Zebras noch einmal fragen, wohin die Euphorie aus dem Sieg in Unterzahl nach Rückstand verflogen ist – das Spiel in Jena, dessen Analyse durchaus Sätze wie 'Mit solchen Siegen steigt man auf' enthalten dürfte, brachte die Zebras bis dahin wohl eher aus der Spur. Mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern geht es am 18. Oktober unter Flutlicht weiter.

   
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