Zapels Zorn trifft das eigene Team: "Sowas von sauer"

Von

© imago images / Pressefoto Baumann

Das 2:2-Unentschieden zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und dem KFC Uerdingen stieß SGS-Trainer Oliver Zapel bitter auf: Nachdem seine Mannschaft noch im ersten Durchgang einen Rückstand unmittelbar ausgleichen konnten, geschah dies im umgekehrten Fall ebenso – allerdings lief da schon die Nachspielzeit. Der Coach musste sich selbst das Wort verbieten.

"Das ist unverantwortlich"

"Ich muss jetzt aufpassen, was ich sage", beendete SGS-Trainer Oliver Zapel das obligatorische "Telekom"-Interview am Ende der Partie. Der 51-Jährige war sauer, er war zornig. "Den torgefährlichsten Spieler des Gegners in der allerletzten Situation des Spiels völlig unbehelligt am Sechzehner stehen lassen nach einem Einwurf und ihn dann auch noch einmal quer passieren zu lassen, das ist unverantwortlich", analysierte Zapel die letzte Szene des Spiels, in der Franck Evina den Großaspachern den Sieg raubte.

"Altes Sprichwort: Das Spiel ist erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abpfeift", kommentierte auch SGS-Torhüter Maximilian Reule den Gegentreffer in letzter Sekunde niedergeschlagen. Der Schlussmann der Hausherren konnte bei Evinas Schuss nichts halten, das gestand er auch nach Ansicht der Bilder ein: "Wenn ich den nochmal so sehe, er trifft ihn natürlich sehr gut." Machtlos war Reule tatsächlich gewesen, anders sei es aber bei der Entstehung: "Ich weiß auch nicht richtig, wie das geschehen konnte. Wir sind eigentlich in Überzahl, wir müssen nur einen Fuß hinhalten. Wir bekommen das nicht hin, er schlägt oben ein und wir haben nur einen Punkt."

Zapel mit Punkt unzufrieden

Über den einen Punkt konnte sich einer aber nicht freuen: Oliver Zapel. "Überhaupt nicht. Ich bin sowas von sauer, das können Sie sich überhaupt gar nicht vorstellen. Das, war wir hier gemacht haben, das ist ein Schlag ins Kontor", wütete der Cheftrainer und richtete den Vorwurf an seine Mannschaft: "Auf dem Platz sind wir anscheinend auch abgehoben." Denn kurz vor der Schlüsselszene des Spiels war der SG Sonnenhof eigentlich der Lucky Punch in der Nachspielzeit gelungen: Flanke Burger, Kopfball Leist und die Aspacher führten in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

Entschuldigungen akzeptierte Zapel in diesem Fall nicht. "Dass wir uns schon vor dem Abpfiff sicher fühlen und nicht diese Aufopferung bringen, die man bis zur letzten Sekunde braucht. Das haben wir nicht hinbekommen, deswegen muss ich aufpassen, was ich sage", musste sich der Trainer selbst das Wort verbieten, um die Situation nicht zu verschlimmern. Immerhin: Spielerisch kommt seine Mannschaft tatsächlich von Spiel zu Spiel besser in die Saison. Dem 3:0-Auswärtserfolg in Würzburg folgte gegen Uerdingen eine Vorstellung, die den einen Punkt mindestens verdient hatte. Und kurios dazu noch: In der ersten Halbzeit waren es die Aspacher, die binnen 120 Sekunden einen Rückstand prompt ausglichen. Am kommenden Wochenende ist der Dorfklub im Landespokal beim SV Kaisersbach gefordert (Samstag, 15:30 Uhr), in der Liga geht es

   

liga3-online.de