Winterfazit VfL Osnabrück: Nichts Halbes und nichts Ganzes

Während sich die Drittligisten derzeit auf die Rest-Rückrunde vorbereiten, nimmt liga3-online.de die Hinrunde der 20 Drittligisten unter die Lupe. Heute: Der VfL Osnabrück. Aus den zurückliegenden 21 Partien der Saison 2013/14 hat der VfL unter der Leitung von Coach Maik Walpurgis 31 Punkte ergattern können und belegt damit den 6. Platz in der Tabelle. Vor der Winterpause verloren die Osnabrücker gegen Aufstiegsfavorit Heidenheim, ehe sie nochmal zwei Siege gegen Regensburg und Dortmund II einfahren konnten. Im letzten Spiel des Jahres mussten sich die Lila-Weißen mit 0:2 gegen den Chemnitzer FC geschlagen geben. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die Hinrunde des VfL Osnabrück einmal genauer an.

Das lief gut

Nach dem überraschend guten Start des VfL in diese neue Saison mit drei Siegen in Folge in der Liga kamen die Osnabrücker doch relativ schnell in der Realität dieser starken 3. Liga an. Insgesamt zeigte sich die Mannschaft zwar oft hoch veranlagt, verpasste es aber zu häufig, etwas Zählbares aus den teilweise wirklich guten Leistungen zu holen. Insgesamt ist der VfL aber in viel zu vielen Teilbereichen Mittelmaß. Zwar zählt ein frühes Angreifen und die Offensive zu den Stärken und Hauptaugenmerken des VfL, 27 Treffer in den ersten 21 Spielen sind aber keineswegs Ligaspitze, sondern eben doch nur Mittelmaß. Ebenso verhält es sich mit den Gegentoren. 24 Gegentreffer sind zum derzeitigen Zeitpunkt viel zu viel, um ernsthaften Anspruch auf die vorderen Plätze der Tabelle anmelden zu können. Statistisch kann man also keine wirkliche Stärke des VfL belegen, am ehesten kann man noch die Moral gelten lassen. Zuletzt konnte man am 20. Spieltag einen 0:1-Rückstand beim Borussia Dortmund II in ein 2:1 verwandeln und so drei wichtige Zähler einfahren.

Das lief nicht gut

Über Jahre hinweg zählte die Bremer Brücke, die Heimspielstätte des VfL Osnabrück, zu den gefürchtetsten Stadien für die auswärtigen Gegner. Die Heimstärke des VfL war also lange Zeit eine große Stärke, doch in dieser Spielzeit ließen die Lila-Weißen zu Hause zu häufig Punkte liegen. 5 Siege bei 2 Unentschieden und 4 Niederlagen zu Hause sind definitiv zu wenig und ebenso Mittelmaß wie die Ausbeute in der Fene (4 Siege/2 Unentschieden/4 Niederlagen). Insgesamt konnte die Mannschaft des VfL also nicht häufig genug abrufen, was für Punktgewinne wichtig gewesen wäre. Die Osnabrücker konnten zwar häufig genug schon ihr Potential aufblitzen lassen, jedoch nicht konstant genug abrufen.

Bewertung der Neuzugänge

Mit 19 Abgängen und 19 Zugängen hat der VfL Osnabrück vor der Saison eine nahezu komplett neue Mannschaft zusammengestellt. Dabei ist es dem VfL wie so häufig schon gelungen, ein gut ausbalanciertes Team zu formen, dass sich sowohl auf dem Platz, als auch außerhalb gut versteht. Zwar sind auch einige Neuzugänge wie Roman Prokoph und Marcel Kunstmann, die sich in diesem Winter bereits nach neuen Vereinen umschauen können, eher gefloppt, viele sind aber auch zu wahren Leistungsträgern geworden. Torwart Daniel Heuer Fernandes hat sich ebenso gut eingelebt wie Tom Christian Merkens im Mittelfeld oder Andreas Spann im Sturm. Insgesamt konnten die vielen Neuzugänge – vor allem vor dem Hintergrund der finanziellen Umstände – also überzeugen.

Bester Spieler der bisherigen Saison: Daniel Heuer Fernandes

Als Nachfolger von Manuel Riemann hatte Daniel Heuer Fernandes vor der Saison ein schweres Erbe anzutreten. Aus der zweiten Mannschaft des VfL Bochum kommend hat sich der Keeper aber schnell in Osnabrück einleben können und ist zum Leistungsträger der laufenden Saison geworden. 20 der insgesamt 21 bisherigen Spiele absolvierte der 21-Jährige portugiesische U21-Nationalspieler und rettete dabei den Lila-Weißen mit Glanzparaden einige Punkte.

 Schwächster Spieler der bisherigen Saison

Ein wirklich schwacher Spieler ist in der Mannschaft des VfL Osnabrück bisher nicht auszumachen. Am ehesten passt wohl die Bezeichnung "Verlierer der bisherigen Saison". In diese Kategorie kann man mit Sicherheit die Stürmer Roman Prokoph, der in sechs Einsätzen ein Tor erzielte, Marcel Kunstmann, der nur zu einem Sechs-Minuten-Einsatz kam, und den einsatzlosen Christian Pauli zählen. Alle drei konnten Trainer Maik Walpurgis nicht überzeugen und können sich schon in diesem Winter nach neuen Vereinen umsehen, was aber nicht unbedingt an fehlender spielerischer Klasse liegen mag, sondern auch wohl am Überangebot an Stürmern im Kader des VfL.

 Fazit

Nichts halbes und nichts ganzes: So lässt sich der bisherige Verlauf der Saison für den VfL Osnabrück wohl am ehesten beschreiben. Zwar befindet sich im Team des VfL genügend Potenzial, um vorne mitzuspielen, abgerufen wird es aber nicht häufig genug, die Schwankungen sind einfach zu groß und treten zu oft auf. So stehen die Osnabrücker zurecht nur auf Platz 6 der Tabelle, wenngleich es noch Hoffnung auf mehr gibt.

Ausblick

Man kann nur hoffen, dass sich die Mannschaft vom VfL Osnabrück nicht von den vereinsinternen Querelen in diesem Winter beeinflussen lässt. Zwar haben die ersten 21 Spiele gezeigt, dass es für die Lila-Weißen in dieser Saison wohl nicht zur Ligaspitze reicht, theoretische Chancen sind aber dennoch da. Schließlich hat der VfL trotz mittelmäßiger Leistung nur vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz 3, den das Überraschungsteam SV Darmstadt 98 derzeit inne hat. Wenn sich die Osnabrücker nach dieser Wintervorbereitung in der restlichen Spielzeit stabilisieren können, kann man das Unmögliche noch möglich machen. Realistisch gesehen wird sich der VfL nach dieser Saison aber wohl ungefähr dort wiederfinden, wo sie jetzt stehen. Ein Tabellenplatz zwischen Platz 5 und 8 scheint aufgrund der vergangenen Leistungen wohl am Wahrscheinlichsten.

   
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