Winterfazit Münster: Adlerträger machen wieder Lust auf mehr

22 Spiele sind in der laufenden Saison absolviert und die Punktebilanz der Adlerträger aus dem Münsterland kann sich durchaus sehen lassen. 39 Punkte stehen auf der Haben-Seite des SC Preußen Münster, 23 davon sind das Ergebnis aus sieben Heimsiegen. In der Tabelle der 3. Liga bedeutet dies zugleich Platz zwei hinter dem Erzrivalen aus Bielefeld, die mit 43 Punkten schon vier Punkte Vorsprung auf die Preußen haben. Dennoch zeigte die Formkurve des SCP seit dem 14. Spieltag stetig nach oben. Acht Spiele in Folge war der Sportclub ungeschlagen (fünf Siege und drei Remis), bis es im letzten Spiel vor der Winterpause die erste Niederlage (1:2 gegen Energie Cottbus) setzte. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die Hinrunde des SC Preußen Münster genauer an.

Das lief gut

In der Tat hat sich der SCP im Vergleich zur Hinrunde der vergangenen Saison auf die Sonnenseite der 3. Liga, sprich Platz zwei, vorgeschoben und diese Position seit Anfang November mit Händen und Füßen verteidigt. Der tabellarische Höhenflug ist das Ergebnis einer sehr positiven Heimbilanz (sieben Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage). Besonders erwähnenswert sind dabei auch die beiden Derbysiege gegen die Nachbarn aus Osnabrück (0:1) und Bielefeld (3:1) – zwei Highlights der bisherigen Saison. Darüber hinaus hat Cheftrainer Ralf Loose (s)eine homogene Mannschaft geformt und gefunden, die die Qualität besitzt, mindestens im oberen Tabellendrittel mitzuspielen und die auf dem Platz füreinander kämpft und sich auch in schwierigen Situationen durchbeißt. Nachdem sie in der vergangenen Saison nie richtig in Tritt kamen und jegliches Selbstvertrauen verloren hatten, meldeten sich Mehmet Kara und Amaury Bischoff im Mittelfeld eindrucksvoll wieder. Das Kreativduo gehört zum festen Stamm, ist Impulsgeber und sorgte in vielen Partien für Überraschungsmomente. Behalten sie auch in den kommenden Monaten ihre Form, sind sie besonders wertvoll für das Team.

Das lief nicht gut

Es gab aber auch in dieser Saison Begegnungen, in denen der Gegner durch eigene Nachlässigkeiten unnötig stark gemacht wurde. Hervorzuheben sind hierbei die knappen Siege gegen Stuttgarts Zweite, das 2:0-Siegestor in der 90. Minute gegen die SpVgg Unterhaching und auch der 2:0-Sieg gegen den Halleschen FC, bei dem es bis kurz vor Schluss noch 0:0 stand. Ebenso das Unentschieden gegen Dortmunds Amateure und das 1:1 gegen in Unterzahl spielende Stuttgarter Kickers. Hier hätten die Adlerträger oftmals den Sack früher zumachen und ihre Überlegenheit in Tore umwandeln müssen.

Bewertung der Neuzugänge

Mit der Verpflichtung des Innenverteidigers Marc Heitmeier hatte Ralf Loose zu Saisonbeginn den richtigen Riecher bewiesen. Er entwickelte sich, ebenso wie Erik Zenga auf der Sechserposition, schnell zum Stammspieler. Beide sind in der ersten Elf eine feste Größe und nicht mehr wegzudenken. Marcel Reichwein, aktuell mit sieben Treffern Preußens bester Torschütze, war bis zu seiner Verletzung (Bauchmuskelzerrung) gesetzt. Für ihn gilt es, nach der Winterpause sich mit Toren für die erste Elf zu empfehlen. Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann kam in der laufenden Saison auf elf Einsätze (zweimal von Beginn an) und ein Tor, bevor ihn Anfang November ein Patellasehnen-Teileinriss außer Gefecht setzte. Bei ihm besteht, genauso wie bei Stürmer Abdenour Amachaibou, noch Steigerungspotential.

Bester Spieler

Zum stabilsten Spieler beim SCP zählt ganz klar Marc Heitmeier. Der 29-jährige Innenverteidiger ist der Gewinner des bisherigen Saisonverlaufs und hat sich bei den Adlerträgern zum Schlüsselspieler entwickelt. In der Defensive, die sich mit nur 24 Gegentreffern im oberen Tabellendrittel wiederfindet, bestach er durch konstant gute Leistungen.

Bislang eher enttäuschend

Etwas mehr erhofft haben sich die Verantwortlichen des SCP sicherlich von Stürmer Abdenour Amachaibou. Schoss er in der vergangenen Saison noch elf Tore für Regensburg und bereitete zehn vor, gelang ihm bei den Preußen (noch) nicht der Durchbruch. Der 27-jährige Deutsch-Marokkaner kam im bisherigen Saisonverlauf lediglich auf drei Startelfeinsätze und zwölf Einwechslungen, konnte bei diesen Kurzeinsätzen jedoch nie wirklich überzeugen. Bleibt zu hoffen, dass der Knoten in der Winterpause platzt.

Fazit

Die Preußen haben gezeigt, dass sie oben mitmischen können. Mit dem ausgeglichenen sehr stabilen Kader, Looses Händchen für die Neuverpflichtungen und der überaus positiven Heimbilanz machen sie momentan Lust auf mehr. Das spiegelt sich auch im Dauerkartenverkauf wieder. Dieser erlebte in 108 Jahren Vereinsgeschichte einen enormen Zuspruch. In der laufenden Saison verkaufte der Verein die 5000. Dauerkarte und knackte damit das anvisierte Saisonziel.

Ausblick

Gelingt es den Preußen die vorhandene positive Entwicklung mit in die Winterpause zu nehmen und die wichtigen Auftaktspiele gegen Dynamo Dresden und VfL Osnabrück erfolgreich zu bestreiten, können Sie ein großes Wort im Kampf um die Aufstiegsränge mitreden. Der Fokus sollte dennoch immer wieder darauf gelegt werden, von Spiel zu Spiel denken. Dabei gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und zu versuchen, den Schlendrian vermeiden. Denn dass dies schief geht, hatte der Preußenfan in der Saison 2012/2013 am eigenen Leib erfahren müssen. Auch damals stand man ganz oben in der Tabelle und musste sich am Ende mit Platz vier begnügen. Mit dem Trainingsauftakt am 7. Januar gilt es für die Adlerträger erneut anzugreifen. Um sich intensiv vorzubereiten, befindet sich das Team von Ralf Loose ab dem 16. Januar (wie auch schon in der vergangenen Saison) im Trainingslager im spanischen Estepona.

 

   
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