Winterfazit Hansa Rostock: Starkes Comeback sorgt für Höhenflug

Während sich die Drittligisten derzeit auf die Rest-Rückrunde vorbereiten, nimmt liga3-online.de die bisherige Saison der 20 Drittliga-Teams unter die Lupe. Heute: der F.C. Hansa Rostock. Mit 35 Punkten aus den vergangenen 21 Partien überwintern die Rostocker auf Platz vier der Tabelle der 3. Liga. Die Heim- und Auswärtsbilanz ist dabei sehr ausgeglichen. Holten die Hanseaten in zehn Spielen im heimischen Stadion 18 Punkte, stehen auswärts 17 Punkte aus elf Spielen zu Buche. Die Formkurve des F.C. Hansa zeigt seit dem 14. Spieltag konstant nach oben. Nach dem 2:1-Heimspielsieg gegen den Halleschen FC konnte Hansa mit einer Serie von sechs Siegen und zwei Unentschieden seine Fans überzeugen. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die Hinrunde des F.C. Hansa Rostock einmal genauer an.

Das lief bisher gut

Comeback mit Teamgeist und Moral

Nach dem Bilderbuchstart in die neue Saison mit zehn Punkten aus vier Spielen folgte eine lange Durststrecke, die ihren Negativ-Höhepunkt in der desaströsen 6:0-Auswärtsklatsche beim SV Darmstadt 98 fand. Die Kogge schlug Leck und fand sich auf dem 15. Tabellenplatz wieder. Richtungsweisend sollte die Heimpartie gegen den Halleschen FC werden – auch für Trainer Andreas Bergmann. Ein Rausschmiss hätte den dritten Trainerwechsel innerhalb eines Jahres bedeutet. Schon vor der Partie hielt sich der Aufsichtsrat um Thomas Abrokat bedeckt: Rückendeckung, Ultimatum, Entlassung? Alles war möglich. Das Team aber bewies eindrucksvoll auf dem Platz, dass es hinter dem Trainer stand: Halle wurde 2:1 besiegt. Es folgte eine unglaubliche Aufholjagd mit acht Spielen in Serie ohne Niederlage. Die Hanseaten schlugen Spitzenteams wie Wiesbaden und Erfurt und waren auch auswärts in Leipzig erfolgreich. Das Team stand nun kompakter und spielte selbstbewusst. Gestärkt aus der Krise lautete die Devise. Der aktuelle Tabellenplatz spricht für sich.

David „Mister 1:0“ Blacha

David Blacha ist mit derzeit sieben Treffern der erfolgreichste Torschütze der Hanseaten. Und zugleich eine Siegesgarantie. Alle Partien, in denen der 23-Jährige das runde Leder im Tor des Gegners versenken konnte, wurden gewonnen. Der Mann für die wichtigen Tore ebnete viermal mit einem 1:0 den Weg zum dreifachen Punkterfolg.

Das lief bisher nicht gut

Mit schlechtem Torverhältnis auf Platz 4

Das schlechte Torverhältnis der Hanseaten ist sicherlich auch ein Resultat der katastrophalen Pleiten-Serie. 27 geschossenen Toren stehen 28 Gegentreffer gegenüber. Tiefpunkt hierbei waren unter anderem die sechs Gegentore bei der Niederlage in Darmstadt. Nicht ganz schuldlos an diesem Negativergebnis war sicher auch Johannes Brinkies, der 25 Gegentore in 17 Spielen kassierte. Aber auch hier tritt die altbewährte Fußballfloskel in Kraft: Ein Torwart ist immer nur so gut wie seine zehn Vorderleute…

Die Neuzugänge

Während Denis-Danso Weidlich nach den ersten Spielen schon als Fehleinkauf abgestempelt wurde, entwickelte er sich im weiteren Saisonverlauf zum unumstrittenen Stammspieler in der Innenverteidigung. Bergmanns Experiment, den 27-Jährigen vom rechten Mittelfeld in die Innenverteidigung zu ziehen, schlug ein. Mit 36 Jahren zählt Milorad Pekovic zu den ältesten Spielern im Rostocker Kader. In der Zeit seiner Verletzungspause (7 Spiele) holten die Hanseaten nur fünf Punkte. Dem gegenüber stehen 24 Punkte aus 11 Spielen – mit ihm auf dem Platz. Ein Sieg der Erfahrenheit und Qualität trotz des Alters. Im Sturm schoss sich vor allem in den ersten Partien die griechische Leihgabe Nikolaos Ioannidis mit genialen Momenten in die Herzen der Fans. Danach wurde es still um den jungen Griechen, dem eventuell der Hype um ihn etwas zu Kopf gestiegen sein könnte. Seinem Sturmkollegen Mustafa Kucukovic hingegen merkte man die mangelnde Spielpraxis an. Er glich einer Wundertüte, könnte aber zukünftig wichtig für das Team werden, wenn er die verbleibende Zeit in der Vorbereitung effektiv nutzt.

Starkes Kollektiv mit Glanzlichtern

Auf den ersten Blick schien David Blacha die Rolle des stärksten Spielers der Hinrunde für sich zu vereinnahmen. Aber: Man gewinnt und verliert als Team und genau das hatte sich zum Schluss sehr gut gefunden. Dem wiedererstarkten Mittelfeldspieler Leonhard Haas schien die Kapitänsrolle sehr gut zu tun: er spielte konstant und fehlerfrei. Milorad Pekovic war – sofern gesund – eine Bank. Sein Leistungsvermögen war und bleibt unumstritten. Tommy Grupe mauserte sich vom durchschnittlichen Ersatz zum adäquaten Pekovic-Vertreter. Er war immer da, wenn man ihn brauchte.

Schwache Momente

Für Kapitän Sebastian Pelzer läuft es in dieser Saison nicht rund: Er verlor nach einer Fußverletzung seinen Platz in der Innenverteidigung an Denis-Danso Weidlich und auch zukünftig sind seine Einsatzchancen nicht allzu hoch, denn die einstige „Kampfsau“ scheint nicht recht in das mehr und mehr spielerisch agierende Team zu passen. Johannes Brinkies, der am 1. Spieltag den von Andreas Bergmann zum Stammkeeper ernannten Jörg Hahnel ablöste, erledigte seine Arbeit zwischen den Pfosten durchwachsen. Folgerichtig gab es am 18. Spieltag den Torwartwechsel. Mit Jörg Hahnel im Tor holten die Hanseaten zehn Punkte von zwölf möglichen. Und auch bei den Stürmern blieb Mustafa Kucukovic bis auf wenige Ausnahmen schwach.

Fazit

Es bleibt zu hoffen, dass die Hanseaten den Schwung der vergangenen Partien aus 2013 mit in die Rückrunde nehmen können. Behält man weiterhin die Ruhe und die Nerven im Verein sowie das Vertrauen ins Trainerteam, könnte die Mannschaft weiterhin für Überraschungen in der Liga sorgen.

Ausblick

Die Saison mit dem dritten Tabellenplatz zu beenden, der automatisch zur Relegation für die 2. Bundesliga berechtigt, wäre für das junge Team um Trainer Andreas Bergmann eine Meisterleistung. Dass alles in dieser 3. Liga möglich ist und jeder jeden schlagen kann, haben die Rostocker durchaus schon bewiesen. Nun heißt es auch in 2014: Nachlegen!

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de 

   
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