Winterfazit Hansa Rostock: Ein Jahr zum Vergessen

22 Partien in der laufenden Saison sind bislang absolviert und die Bilanz des F.C. Hansa Rostock ist katastrophal. Die Hanseaten befinden sich mit dem 19. Tabellenplatz in akuter Abstiegsgefahr und haben auf einen Nichtabstiegsplatz bereits vier Punkte Rückstand. Aus den letzten fünf Spielen konnten die Rostocker keinen Punkt holen, der letzte Sieg datiert von Anfang November, als die Kogge gegen Stuttgarts Amateure 4:1 gewann. Die Formkurve des FCH zeigt seit dem elften Spieltag stetig nach unten, eine Folge aus bisher dreizehn Niederlagen denen lediglich vier Siege gegenüberstehen. Im Folgenden schaut sich liga3-online.de die Hinrunde des F.C. Hansa Rostock genauer an.

Das lief gut

Leider überwiegen am Ende des Jahres 2014 die negativen Aspekte an der Ostsee mehr, als dass man positive finden kann. Lediglich einige gute Ansätze waren vorhanden: So konnten die Rostocker am 10. Spieltag erstmals einen Heimsieg (4:2 gegen Bielefeld) seit Dezember 2013 einfahren. Leider entpuppte sich dieser erhoffte Befreiungsschlag als Eintagsfliege. Aus den nachfolgenden sieben Heimpartien holten die Hanseaten sieben Punkte (vier Niederlagen, zwei Remis, ein Sieg). Erwähnenswert ist außerdem, dass einige junge Spieler in dieser Saison den Sprung in die erste Elf schafften. Der 20-jährige Dennis Srbeny ließ erfahrene Teamkollegen hinter sich und konnte im Mittelfeld Akzente setzen. In den letzten drei Partien des Jahres kam er jedoch nicht mehr zum Einsatz. Max Christiansen, mit 18 Jahren jüngster Spieler bei den Profis, überzeugte so sehr, dass ihn Nationalmannschaftstrainer Marcus Sorg in das Aufgebot der deutschen U19 berief, wo er sich mit Startelfeinsätzen etablieren konnte. In der Rückrunde wird er der Kogge jedoch nicht mehr zu Verfügung stehen, da er sich Zweitliga-Spitzenreiter Ingolstadt anschloss.

Das lief nicht gut

Zwei Heimsiege aus zwölf Spielen sahen die Rostocker Fans in dieser Saison in der DKB-Arena. Eine indiskutable und unterirdische Bilanz die selbst den leidgeprüften Fans zusetzt: Der Zuschauerschnitt entwickelte sich – bis auf die Partie gegen Dynamo Dresden mit 20.500 Zuschauern – stetig nach unten. Negativrekord bildete die Begegnung gegen Preußen Münster: 5.600 Zuschauer sahen wieder eine Niederlage. Hansa ist außerdem die Schießbude der 3. Liga. Mit 46 Gegentoren gleicht die Rostocker Defensive einem Schweizer Käse und ist somit trauriges Schlusslicht vor dem Tabellenletzten aus Regensburg (43 Gegentreffer). Die Abwehr um Kapitän Christian Stuff wirkte fast in jedem Spiel verunsichert und „glänzte“ mit Nachlässigkeiten. Zudem verpuffte der erhoffte positive Effekt eines Trainerwechsels schon in den ersten Partien unter Neuling Karsten Baumann: Zwei Spiele verloren die Rostocker unter seiner Regie und kassierten dabei acht Gegentore.

Bewertung der Neuzugänge

Mitte September von den Hanseaten verpflichtet, brachte Aleksander Stevanovic neuen Schwung ins defensive Mittelfeld. Der 22-jährige Deutsch-Serbe stand 13 Mal in der Startelf und sorgte für ein paar wenige Lichtblicke. Rostocks Top-Torjäger heißt Marcel Ziemer. Zehn Treffer konnte er bislang erzielen. Vier Tore gegen Regensburg und drei Treffer gegen Stuttgarts Zweite waren sicherlich seine Highlights der Saison. Seine Torausbeute für seinen damaligen Verein Saarbrücken hat er damit schon jetzt übertroffen: Für die Saarländer erzielte der Knipser acht Tore und bereitete sieben vor. Für den gelernten Mittelstürmer wäre jedoch mit mehr Konstanz in den Einsätzen noch mehr drin. Bei allen anderen Neuzugängen besteht aufgrund schwacher und stark schwankender Leistungen nach der Winterpause noch erhebliches Steigerungspotential.

Bester Spieler

Kein Spieler bei den Hanseaten ragte im Saisonverlauf so sehr heraus, dass er hier Erwähnung finden könnte. Alle Profis müssen ihre bisherigen Leistungen hinterfragen und sich nach der Winterpause mit ihrer Form enorm steigern, wenn der Klassenerhalt noch erreicht werden soll.

Schwächster Spieler

Das Team! Die bisherige Punkteausbeute und der Tabellenplatz sprechen für sich. Hier jemanden besonders hervorzuheben, wäre kontraproduktiv, da die Mannschaft als Ganze versagte. Die Defensive inklusive Torwart agierte oft verunsichert und kassierte zu viele Gegentore, das Mittelfeld überzeugte nur selten mit spielerischen Momenten und auch die Offensive agierte bisweilen glücklos.

Fazit

Zwanzig Siege peilte Cheftrainer Peter Vollmann zu Beginn der Saison an. Diese wären eine gute Voraussetzung, „um oben mitzuspielen“. Die Realität sieht anders aus: Hansa ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben und befindet sich im freien Fall gen Regionalliga. Für Peter Vollmann, der nach der 0:2-Heimpleite gegen Münster seinen Hut nehmen musste, befindet sich nun Karsten Baumann im Amt. Doch auch er konnte bislang keine Akzente setzen. Finanziell droht den klammen Rostockern in ihrem Jubiläumsjahr (50.) Ungemach vom DFB. Durch die mangelnden Zuschauereinnahmen fehlen den Hanseaten rund 1,1 Millionen Euro. Ein Teil dieser Summe sollen die Einnahmen aus der Benefizpartie „Marteria & Friends vs Paule & Friends“ einbringen, für die bereits mehr als 20.000 Tickets verkauft wurden.

Ausblick

Für Karsten Baumann gilt es, nach der Winterpause das Ruder herumzureißen. Gefragt sind dabei mentale Stärke und unbedingter Siegeswille. Entscheidende und wegweisende Partien stehen schon zum Auftakt an. Gegen Regensburg, Großaspach und Mainz treffen die Rostocker im Februar auf unmittelbare Tabellennachbarn. Bereits am 3. Januar erfolgte der Trainingsauftakt mit einem Laktattest, bevor es dann am 18. Januar ins Trainingslager nach La Manga in Spanien geht. Die Rückkehr der Langzeitverletzten Tommy Grupe (Kreuzbandriss) und Halil Savran (Schulterverletzung) dürfte dabei den Konkurrenzkampf zusätzlich fördern.

   
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