9. Februar 2018 um 09:49 Uhr

Wiesbaden droht Minuskulisse unter 1.000 Zuschauern

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Närrisches Treiben dominiert am Sonntag in Wiesbaden. Ob dies auch für die BRITA-Arena gilt, ist fraglich. Gegen die Reserve von Werder Bremen (14 Uhr) droht aufgrund des Karnevals erstmals eine Minuskulisse von unter 1.000 Zuschauern.

Unmut über das Gebaren des DFB

Beim Karneval setzt der Wiesbadener Prioritäten. Ungeachtet des momentan starken sportlichen Abschneidens des SVWW in der 3. Liga werden sich die Einwohner sowie die sonntäglichen Touristen zumeist unter das närrische Treiben in der hessischen Landeshauptstadt mischen. Ein Publikumsmagnet war der heimische Fußballverein ohnehin noch nie wirklich. Nun droht wegen des Karnevalsumzugs in Wiesbaden eine gespenstische Leere in der BRITA-Arena. Beim Verein regt sich unterdessen der Unmut gegen den DFB.

"Wir wollten das Spiel vorverlegen lassen", schimpft Trainer Rüdiger Rehm im "Wiesbadener Kurier". Doch der Verband lehnte dies mit dem Verweis auf das Bundesliga-Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln am Samstag ab. Die ausreichende Sicherheit sei laut DFB nur am Sonntag zu gewährleisten. "Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass es besonderer Maßnahmen gegen Bremens Talente bedarf", spottete Rehm.

Bisheriger Tiefstwert liegt bei 1.460 Zuschauern

In der Tat mutet die Begründung der Fußballfunktionäre reichlich absurd an, schließlich bringen die Hanseaten in der Regel kaum Fans mit, schon gar keine gewaltbereiten. Zudem spielen die Profis an jenem Sonntag auch noch parallel gegen den VfL Wolfsburg.

Da sich der DFB nicht umstimmen ließ, wird das Heimspiel des SVWW am Sonntag nun fast zum Geisterspiel. Gegenüber dem Verein sollen selbst Dauerkarten-Inhaber bereits angekündigt haben, lieber zum Karneval zu gehen. Einzeltickets seien bisher nur wenige abgesetzt worden, schreibt die Zeitung. Es droht dem Tabellendritten trotz der Jagd um die Aufstiegsplätze eine neuerliche Minuskulisse. Die lag in dieser Spielzeit bislang bei 1.560 Besuchern gegen Großaspach. Der generelle Tiefstwert wurde hingegen vor knapp einem Jahr erreicht. Am 4. Februar 2017 verloren sich gegen die Sportfreunde Lotte nur 1.460 Zuschauer im Stadion – am Sonntag könnten es es noch weniger werden.

 
  • Daniel M.

    Dann passt Wiesbaden aber gut in die 2. Liga. Dort würde man das Starterfeld um Sandhausen, Heidenheim, Aue oder Ingolstadt gut ergänzen. Wobei Dresden oder Nürnberg auch für wesentlich bessere Beispiele stehen.